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Reliabilität

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Die Reliabilität ist das Maß für die Zuverlässigkeit wissenschaftlicher Untersuchungen. Nimmt man (wie in der klassischen Testtheorie) an, dass es einen objektiven, "wahren Wert" gibt, so beschreibt die Reliabilität den Grad der Übereinstimmung zwischen diesem wahren Wert und dem gemessenen Wert. Im Idealfall sind Messwert und wahrer Wert identisch (die Reliabilität hat den Wert 1), d.h. das eingesetzte Messverfahren misst das Kriterium exakt. Die Reliabilität stellt neben der Validität und der Objektivität eines der drei wichtigsten Gütekriterien für empirische Untersuchungen dar.

Retest-Reliabilität

Bei der praktischen Umsetzung dieser Vorgaben stößt man auf das Problem, dass der "wahre Wert" (z.B. die tatsächliche Gedächtnisleistung eines Menschen) nicht ohne weiteres zu quantifizieren ist; alleine schon, weil er Schwankungen unterliegt, aber auch, weil er wiederum gemessen werden müßte, womit man sich in einem Teufelskreis befindet. Die klassische Testtheorie behilft sich mit der Annahme, daß man den wahren Wert einer Person erhalten kann, wenn man mit ihr einen Test unendlich oft wiederholt und die Ergebnisse mittelt. Die Reliabilität eines Experiments wird daher zumeist dadurch gemessen, dass getestet wird, ob man bei der Wiederholung unter gleichen Bedingungen zu den selben Ergebnissen kommt. Die so ermittelte Reliabilität bezeichnet man auch als Retest-Reliabilität.

In Abweichung der ursprünglichen Definition (Übereinstimmung zwischen dem wahren und dem gemessenen Wert) versteht man in wissenschaftlich-empirischem Kontext unter Reliabilität zumeist jene Retest-Reliabilität. Man beachte, dass dabei das jeweils verwendete Messinstrument durchaus immer die gleichen falschen Werte, also einen Messfehler liefern kann. Die so definierte Reliabilität drückt nicht mehr den Zusammenhang zwischen dem wahren und gemessenen Wert aus.

"Unter Reliabilität eines Testes versteht man den Grad der Genauigkeit, mit dem er ein bestimmtes Persönlichkeits- oder Verhaltensmerkmal misst, gleichgültig, ob er dieses Merkmal auch zu messen beansprucht. Der Reliabilitätskoeffizient gibt an, in welchem Maße unter gleichen Bedingungen gewonnene Meßwerte über ein und denselben Pbn übereinstimmen, in welchem Maße also das Testergebnis reproduzierbar ist" (Lienert, 1989).

Erhebung der Reliabilität

Zur Überprüfung der Reliabilität unterscheidet man zwei verschiedene Methoden:

Für viele Tests ist eine Wiederholung entsprechend dem Test-Retest-Verfahren nur theoretisch möglich, da die damit einhergehenden Übungseffekte das Ergebnis beeinflussen (z.B. eine mathematische Aufgabe in einem Intelligenztest zweimal lösen). Um in diesen Fällen trotzdem Angaben über die Zuverlässigkeit des Tests machen zu können, werden meist die Items eines Tests aufgeteilt und miteinander korreliert (Split-Half-Reliabilität). Eine sehr gebräuchliche Methode zur Aufteilung der Items ist die Odd-Even-Methode, bei der die Items mit gerader bzw. ungerader Nummer einer Gruppe zugeordnet werden. Da man, mathematisch gesehen, in diesem Fall jedoch eigentlich nur die Reliabilität des "halben" Tests erhält, muss das ursprüngliche Ergebnis korrigiert werden (Spearman-Brown-Korrektur).







Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Reliabilität aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.