www.infos-aus-germanien.infoBy Germanien | Startseite | Impressum | Sitemap | Webtips
 

Religion

www.infos-aus-germanien.info



Religion ist der in großen Bevölkerungsgruppen in langen Traditionen, aber auch von Individuen neu entwickelte, kultivierte, gemeinsame oder persönliche Glaube an das über die direkt erfahrbare Existenz Hinausgehende, zumeist an eine oder mehrere übernatürliche (persönliche oder unpersönliche) transzendente Wesenheiten (Gott) oder Prinzipien (z.B. Dao), gewöhnlich verbunden mit einer Heilslehre, Symbolsystemen und Ritualen.

Als Religionen werden zum Beispiel Christentum, Judentum, Islam, Sikhismus, Hinduismus, Jainismus, Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus, Baha'i, Shinto, Santería, Zoroastrismus, Druidentum verstanden. Der Artikel Liste der Religionen der Welt führt die meisten Religionen auf.

Die fünf zur Zeit größten Religionen sind:

Inhaltsverzeichnis

Begriff und Etymologie

Religio konnte im Lateinischen "Gottesfurcht", "Frömmigkeit", "Heiligkeit", aber auch "Rücksicht", "Bedenken", "Skrupel", "Gewissenhaftigkeit" oder "Aberglaube" bedeuten. Die weitere Etymologie des Wortes ist nicht mit Sicherheit geklärt. Nach Cicero (De Natura Deorum 2, 28) geht religio zurück auf relegere, was wörtlich "wieder aufwickeln", im übertragenen Sinn "bedenken, achtgeben" bedeutet. Cicero dachte dabei an den Tempelkult, den es sorgsam zu beachten galt. Lactantius (Divinae Institutiones 4, 28) führt das Wort zurück auf religare: "an-, zurückbinden". Mögliche ursprüngliche Bedeutungen von "Religion" sind also "frommes Bedenken" oder die "Rückbindung" an den von Gläubigen wahrgenommenen universellen göttlichen Ursprung.

Abgesehen von diesen etymologischen Unsicherheiten ist das Wort auch heute noch problematisch. Mit der europäischen "Entdeckung" bisher in der so genannten Alten Welt unbekannter Kulturen wurde der Begriff plötzlich auf Sachverhalte angewendet, die zwar Ähnlichkeiten mit dem europäischen Religionskonzept haben (zum Beispiel die Gottesverehrung), in mancher Hinsicht aber auch sehr gegensätzlich sind (zum Beispiel der Ausschließlichkeitsanspruch). Eine Folge dessen ist, dass heute zwar viele verschiedene Religionen und Religionsformen bekannt sind, aber eine allgemeine Definition von "Religion" nicht einfach zu formulieren ist.


Religion ist der in großen Bevölkerungsgruppen in langen Traditionen, aber auch von Individuen neu entwickelte, kultivierte, gemeinsame oder persönliche Glaube an das über die direkt erfahrbare Existenz Hinausgehende, zumeist an eine oder mehrere übernatürliche (persönliche oder unpersönliche) transzendente Wesenheiten (Gott) oder Prinzipien (z.B. Dao), gewöhnlich verbunden mit einer Heilslehre, Symbolsystemen und Ritualen.

Als Religionen werden zum Beispiel Christentum, Judentum, Islam, Sikhismus, Hinduismus, Jainismus, Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus, Baha'i, Shinto, Santería, Zoroastrismus, Druidentum verstanden. Der Artikel Liste der Religionen der Welt führt die meisten Religionen auf.

Die fünf zur Zeit größten Religionen sind:

Weitere Ausdrücke, die oft im religiösen Kontext verwendet werden

Religiöse Menschen glauben in der Regel an eine oder mehrere Gottheiten oder beziehen sich auf ein transzendentes, unpersönliches Prinzip. Religionen, die einen Gott verehren, werden als monotheistisch bezeichnet, Religionen, die mehrere Götter verehren, als polytheistisch, Religionen, die das Göttliche in der gesamten Welt sehen, als pantheistisch. Außerdem existieren Naturreligionen. Daneben kennen viele Religionen auch Dämonen und Engel. Auch atheistisch geprägte Weltanschaungen entwickeln bisweilen an religiöse Rituale erinnernde Formen. Man denke zum Beispiel in diesem Zusammenhang an die Aufmärsche und Feiern kommunistischer Staaten oder an die sozialistischen Jugendweihen. Auch der Nationalsozialismus hatte Züge eines extremistischen religiösen Systems. Dies zeigt sich beispielsweise an der quasigöttlichen Verehrung des Führers . Neuere Forschungen zur Entstehung des Nationalsozialismus widmen dieser Thematik besondere Aufmerksamkeit. Die These, dass nichtreligiöse Weltanschauungen und Systeme sich religiöser Ausdrucksformen bedienen, ist wissenschaftlich umstritten.

Häufig vermitteln Religionen eine Vorstellung, wie die Welt entstanden ist, eine Schöpfungsgeschichte und ein Bild der letzten Dinge, eine Eschatologie. Dazu gehört die Frage, was mit dem Menschen nach dem Tod geschieht, Themen wie Reinkarnation, Ewigkeit, Jenseits, Himmel oder Hölle, und was letztlich mit der Welt geschehen wird (Weltuntergang, Apokalypse, Reich Gottes).

Die meisten Religionen kennen Priester oder Geistliche, die die Religion lehren oder zwischen Menschen und Gottheit vermitteln, und Mythen sowie heilige Orte und Handlungen.

Zu religiösen Riten gehören Gebet , Meditation, Gottesdienst, Opfer, Liturgie und Prozessionen. Daneben gibt es auch im Alltag gelebte Frömmigkeit wie Almosen geben, Barmherzigkeit oder Askese.

Ein Schisma ist eine Spaltung innerhalb einer Religion. Bestrebungen, Schismen im Christentum zu überwinden, werden Ökumene genannt, Bemühungen, die Fremdheit zwischen verschiedenen Religionen zu verringern, dagegen Interreligiöser Dialog. Daneben spricht man auch von einer interreligösen Ökumene. Dazu zählt die abrahamitische Ökumene , das heißt der Dialog zwischen den drei Offenbarungsreligionen . Das gleichzeitige Ausüben von Praktiken verschiedener Religionen oder der Versuch Religionen zu vereinen, werden als Synkretismus bezeichnet. Mit der wissenschaftlichen Erforschung von Religion und Religionen befasst sich die Religionswissenschaft und die Soziologie .

Religion und Ethik

Religionen haben regelmäßig Gesetze, deren Einhaltung sie fordern. Hinter religiösen Gesetzen stehen jedoch häufig (in nahezu allen Religionen identische) schwerwiegende ethisch-moralische Prinzipien, die das konfliktarme Miteinander der Mitglieder der Religionsgemeinschaft regeln. Zum Teil sollen sie aber auch einfach dem Wohl des Einzelnen dienen, z.B.: Krankheiten verhindern. Diese Gesetze sollen der jeweiligen Überlieferung nach häufig direkt dem Religionsstifter (Moses, Mohammed, Joseph Smith) von einem übernatürlichen Wesen überbracht worden sein.

Um die Gesetze zu schützen und dem Einfluss der herrschenden Klasse zu entziehen, werden sie als von übernatürlichen Wesen (Gott, Engel) gegeben dargestellt, und damit stehen auch die Herrscher nicht mehr über dem Gesetz. Die Einhaltung dieser Gesetze wird von dem übernatürlichen Wesen unter Androhung von Strafe gefordert oder als einziger Weg zum (Seelen-)Heil dargestellt. Ein weiterer Schutz vor der herrschenden Klasse ist notwendig. Die Gesetze fordern den Glauben an die Existenz des übernatürlichen Wesens. Hierdurch soll verhindert werden, dass sich ein Herrscher den Gesetzen durch Unglauben entzieht.

Hieraus resultiert eine Problematik für die Herrschenden, die nun eine Rechtfertigung für ihre Herrschaft benötigen. Dies führt zu Ideen wie dem Gottesgnadentum, Herrscher, die in direkter Linie vom Stifter abstammen und deshalb gesegnet sind oder echten Theokratien.

Häufig entwickeln sich noch weitere Regeln, die nicht direkt vom Stifter der Religion stammen, sondern aus den heiligen Schriften der Religion abgeleitet werden. Einige Regeln entwickelten sich im Laufe der Zeit zu sinnentleerten Handlungen, deren Hintergrund die breite Masse der Gläubigen nicht mehr versteht.

Religion als soziale Organisierung menschlicher Spiritualität

Zu jeder Religion gehören besondere Vorstellungen, Kenntnisse und Praktiken, die den Einzelnen in Verbindung zu der übernatürlichen Wesenheit bringen und/oder zur persönlichen Vervollkommnung führen soll. Diese werden mündlich oder schriftlich überliefert. Die meisten Religionen haben besonders geschulte oder als befähigt angesehene Personen (Priester, Prediger, Schamanen) die ihre Lehren überliefern und verkünden und ihre Rituale ausführen oder leiten. Manche Religionen sprechen einzelnen dieser Menschen gottähnliche, übernatürliche Eigenschaften zu. In manchen Religionen sind diese Führer innerhalb einer formellen Organisation tätig, in anderen unabhängig.

Viele Religionen und Konfessionen pflegen eine eigene Art von Spiritualität. Spiritualität im religiösen Rahmen ist das geistliche Erleben, im Gegensatz zu Dogmatik, welches die festgesetzte Lehre der Religion darstellt. Das Ritual hingegen ist durch die Religion formalisierte Spiritualität. Im normalen Sprachgebrauch wird Spiritualität als seelische Suche nach Gott bezeichnet, ob im Rahmen von spezifischen Religionen oder jenseits davon.

Weiterleben der Religion nach der Aufklärung

Im späten 19. und während des ganzen 20. Jahrhunderts hat die Religion, besonders das Christentum, in Europa hinsichtlich ihres Rufs, ihrer Macht und ihrer Verbreitung an Bedeutung verloren. Einige traditionell christliche westliche Länder, besonders in Europa, zeigen sinkenden Zuwachs bei Priesteramt und in Klöstern (besonders nach der durch Napoleon forcierten Schließung und Enteignung derselben), und Studien im Vereinigten Königreich belegen stark rückläufige Besucherzahlen in Kirchen, Synagogen, etc.. Die Bevölkerungsgruppe, die am schnellsten "den Glauben verliert", war im 19. Jahrhundert die sich neu bildende Arbeiterschaft und ist heute die des Bildungsbürgertums.

Erklärungen für dieses Phänomen beinhalten den wachsenden Einfluss der Wissenschaft in der modernen Gesellschaft, die Entwicklung von Stömungen, die manche als "nichtkirchliche Religionen" bezeichnen (wohl weil sie sich, ähnlich wie "echte" Religionen, zumindest in ihren real existierenden Ausprägungen, stark an Dogmen orientieren), wie beispielsweise Marxismus oder Anarchismus, und die Kritik gegenüber missionierenden Religionen durch die Toleranz der Postmoderne. Andererseits könnte auch die allgemein akzeptierte Religionsfreiheit eine Rolle spielen: früher waren auch die an Religion mäßig oder nicht interessierten Leute in aller Regel Kirchenmitglieder, weil das der gesellschaftlich akzeptierte Weg und der Weg des geringsten Widerstands war - diese Gruppe, die auch früher nicht unbeträchtlich gewesen sein dürfte, hat heute keinen Grund mehr, Kirchensteuer zu bezahlen. Parallel zur Säkularisierung kam es sowohl im protestantischen als auch im katholischen Raum zu einer vertieften und bewussteren Teilnahme am kirchlichen Leben von Seiten der engagierten (und manchmal rebellischen) Laien, die immer eine Minderheit gewesen waren.

Andererseits verliert die Religion in der übrigen Welt keineswegs an Einfluss. In den USA und Lateinamerika beispielsweise zeigen Studien, dass die Religion nach wie vor ein wichtiger Faktor ist, in Afrika südlich der Sahara wuchs das Christentum im 20. Jahrhundert von 8 auf 335 Millionen, in der oft konservativen arabischen Welt ist der Islam nach wie vor das prägende Element der Gesellschaft. In China zählen trotz jahrelangem staatlichem Atheismus die Weltreligionen wieder 100 Millionen Anhänger.

"Die Missachtung der Religion führt zur Missachtung der menschlichen Pflichten." (Jean-Jacques Rousseau)

"Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes." (Karl Marx)

Als William James vom Glauben an Gott als Möglichkeit, Feiertage vor dem eigenen Gewissen zu rechtfertigen, sprach, hätte man die Absicht vermuten können, Marx' Standpunkt zu bestätigen. Offensichtlich wollte Marx nicht, dass Revolutionäre Urlaub nehmen, bevor ihre Arbeit getan ist.

Gründe für den Rückgang von (organisierter) Religion in Europa

Wie oben angesprochen befinden sich die Weltreligionen in Industrieländern auf dem Rückgang. Dieser Rückgang verläuft offensichtlich parallel zu wachsendem Wohlstand und sozialem Wohlbefinden. Die Gründe für die Abnahme sind kompliziert und wenig verstanden, aber enthalten wahrscheinlich einige der folgenden Punkte:

Gründe für das Weiterleben von Religion

Dass viele Menschen trotz Aufklärung und moderner Religionskritik an ihrem Glauben festhalten, hat mit positiven Erfahrungen zu tun, die sie mit ihrer Religion verbinden. Für die Gläubigen spielen dabei oft die folgenden Faktoren eine entscheidende Rolle:

Positive und negative Wirkungen von Religion

Oft wird der Streit zwischen Befürwortern und Gegnern einer Religion in Form einer Schaden-Nutzen-Analyse ausgetragen. Allerdings sagt das wenig über den Wahrheitswert von religiösen Botschaften aus. Dies sollte im Folgenden bedacht werden.

Heutiger Nutzen von Religion

Religionen bieten viel Inspiration für Mitgefühl, praktische Nächstenliebe und moralische Selbsteinschränkung.

Alle Weltreligionen fordern als Barmherzigkeit von ihren Mitgliedern sich fürsorglich um andere Menschen zu kümmern. Hierbei ist es fast immer unerheblich ob diese der eigenen Religionsgemeinschaft angehören oder nicht. So ist im Islam z.B. vorgeschrieben, dass jeder einen festen Anteil seines Einkommens mindestens für soziale Zwecke spenden soll. Besondere Hilfe und Fürsorge wird natürlich aber den Mitglieder der eigenen Religionsgemeinschaft zukommen gelassen. Ein besonderer Aspekt der Religion ist der Frieden stiftende, welche besonders im Gebot der Feindesliebe Ausdruck findet.

Es lässt sich beobachten, dass das Christentum für die Gründung vieler großer Universitäten und einfacher Schulen, den Aufbau von Hospitälern den Vorläufern der heutigen Krankenhäuser, das Verteilen von Nahrungsmitteln und die Schaffung von Waisenhäusern verantwortlich ist, um ein paar Beispiele zu nennen. Andere Religionen und weltliche Organisationen haben im Rahmen ihrer Kulturen und im Verhältnis zu ihrer Größe und ihrem Reichtum vergleichbare Arbeit geleistet.

Die Forschungen von Abraham Maslow nach dem Zweiten Weltkrieg zeigten, dass die Überlebenden des Holocaust oft die mit starken religiösen Überzeugungen (nicht notwendigerweise Tempelanwesenheit etc.) waren. Die humanistische Psychologie fing an, zu erforschen, wie eine religiöse oder spirituelle Persönlichkeit mit längerer Lebensdauer und besserer Gesundheit verknüpft ist. Menschen brauchen möglicherweise insbesondere religiöse Ideen, weil diese verschiedene emotionale Bedürfnisse wie das Bedürfnis, geliebt zu werden, das Bedürfnis, zu einer gleichförmigen Gruppe zu gehören, das Bedürfnis nach verständlichen Erklärungen oder das Bedürfnis nach Gerechtigkeit befriedigen.

Maslows Ergebnisse haben sich in anderen Zusammenhängen nicht als wiederholbar erwiesen. Die ausschlaggebenden Faktoren können den Sinn von Zweckmäßigkeit, extreme Überzeugungen im Allgemeinen, oder andere Umstände die manchmal mit religiösem Glauben in Verbindung gebracht werden einschließen, und/oder sind spezifisch für Überlebende des Holocaust. Der besondere Umstand, dass Religion das primäre Auswahlkriterium für die Forschungssubjekte war, könnte eine Verzerrung eingeführt haben.

Verbrechen im Namen der Religion

Im Namen unterschiedlicher Religionen wurden und werden Kriege geführt und Verbrechen begangen.

Dies wird von Gläubigen teilweise als Missbrauch ihrer Religion gewertet, während Religionskritiker von einer allen Religionen immanenten Tendenz zu Fanatismus und Grausamkeit ausgehen. Ein herausragendes Beispiel von zahlreichen Morden im Namen der Religion stellte die von der römisch-katholischen Kirche eingerichtete Inquisition dar.


Als Verbrechen, die im Namen z.B. des Christentums begangen wurden, gelten unter anderem:


Erst dieTrennung von Kirche und Staat, eine Spätfolge der Aufklärung, hat solche Massenverbrechen im Namen der Religion ihrer Zahl nach reduziert, indem sie die Religion in den privaten Bereich verwiesen hat. Religiöse Verbrechen finden auch weiterhin dort statt, wo religiöse Kräfte Einfluss auf nationale und supranationale Strukturen haben bzw. nationale und supranationale Mächte sich der Religion als Werkzeug bedienen.

Auch heute werden Kriege und andere Gewalttaten mit religiösen Argumenten begründet.


Solange extremistische religiöse Organisationen über politische Macht und gesellschaftlichen Einfluss verfügen und politische Macht sich der Religion bedient, besteht die Gefahr, dass sich solche Verbrechen wiederholen. Dafür gibt es aktuelle Beispiele wie den internationalen Terrorismus.


Eine Übersicht der Religionsthemen in Wikipedia (bzw. www.infos-aus-germanien.info) bietet das Portal Religion.


Weiterführende Angaben

Siehe auch

Religiöse Titel, Aufklärung, Religionskritik, Agnostizismus, Atheismus, Zivilreligion, Fundamentalismus

Zitate; andere Definitionen von Religion

Literatur






Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Religion aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.