Rembrandt van Rijn
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Einordnung: Mann | Maler | Niederländer | Reformierter | Geboren 1606 | Gestorben 1669
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Rembrandt Harmensz van Rijn (* 15. Juli 1606 in Leiden; †4. Oktober 1669 in Amsterdam) wird als der wichtigste niederländische Maler des 17. Jahrhunderts angesehen. Neben der Malerei widmete sich Rembrandt auch der Radierung und der Zeichnung. Alle drei Medien beherrschte er bis ins Alter mit einer bewundernswerten Perfektion. Seine Werke fallen in eine Periode, die Historiker auch das Holländische Goldene Zeitalter nennen, eine Periode, in der die holländische Kultur, Wissenschaft, der Handel und der politische Einfluss ihren Zenit erreichten.
- Während Rembrandts Leidener Periode (1625-1631) war der Einfluss von Lastman am stärksten und deutlich sichtbar. Die Bilder waren eher klein, aber voller Details. Die Themen waren meist religiös oder allegorisch. Rembrandt fand jedoch erstaunlich schnell zu seinem eigenen Stil und seiner spezifischen Farbpalette.
- Während seiner frühen Jahre in Amsterdam (1632-1636) benutzte Rembrandt große Leinwände und kräftige Farben und malte dramatische Szenen. Rembrandt malte während dieser Periode eine Vielzahl von Porträts. Seine übrigen Bilder handelten von religiösen und mythologischen Szenen.
- In den späten 1630er und vor allem den 1640ger Jahren malte Rembrandt zahlreiche Landschaftsbilder und fertigte Radierungen und Zeichnungen nach Naturmotiven an. Während dieser Periode wurden die von ihm dargestellten Landschaften von Naturgewalten heimgesucht: dunkle Wolken ziehen am Himmel auf und Bäume werden von einem Sturm entwurzelt. Seine Landschaftsradierungen und -zeichnungen zeigen dagegen hingehauchte Eindrücke und Stimmungen. Rembrandt verfolgte die Amstel mit dem Zeichen- und Radierstift genauso künstlerisch, wie später, in der Musik, Smetana die Moldau musikalisch begleitete.
- Etwa 1640 wird seine Arbeit nüchterner und zeugt von der Familientragödie, die er erleiden musste. Die Überschwänglichkeit wich tiefen inneren Emotionen. Biblische Szenen stammten nun häufiger aus dem Neuen und weniger aus dem Alten Testament. Die Bilder wurden wieder kleiner. Eine Ausnahme ist Rembrandts größtes Gemälde, die so genannte Nachtwache, die er am 9. Februar 1642 vollendete. Die dunklen Kräfte der Natur wichen nun mehr und mehr ruhigen holländischen Szenen. In dieser Zeit entstanden auch viele Gemälde, die das Thema der "Heiligen Familie" verbildlichen. Sie veranschaulichen Rembrandts Sehnsucht nach einer "kompletten" Familie, aber auch seine Sehnsucht nach Ruhe und Zurückgezogenheit.
- In den 1650ern änderte sich Rembrandts Stil erneut. Die Bilder wurden wieder größer, die Farben und Pinselstriche wurden kräftiger. Durch diese Veränderungen distanzierte sich Rembrandt von seinen früheren Arbeiten. Über die Jahre wurden zwar immer noch biblische Szenen gemalt, allerdings verlagerte sich der Schwerpunkt von dramatischen Gruppenszenen zu einfühlsamen Porträts.
- In den letzten Jahren seines Lebens malte Rembrandt einige seiner besten Selbstporträts, die ein Gesicht voller Leid und Trauer zeigen, aber trotz allem noch viel geistige Lebendigkeit ausstrahlen. Sein schönstes Werk aus dieser Zeit ist das heute im Mauritshuis in Den Haag befindliche letzte Selbstbildnis von 1669, das ein schlichtes Menschenantlitz mit einem ruhigen Blick aus den warmen Augen zeigt.
Bis zu seinem Tod war Rembrandt ein geistig beweglicher Mensch, der vor allem seinen Schöpfungen im Alter viel Atmosphäre und Wärme einzugeben vermochte.
Werke (Auswahl)
- 1634, Flora (Sankt Petersburg, Eremitage)
- 1635, Das Opfer Abrahams (Sankt Petersburg, Eremitage)
- ohne Jahr, Danae (Sankt Petersburg, Eremitage)
- 1642, Die Nachtwache (Amsterdam, Rijksmuseum)
- 1654, Bürgermeister Jan Six (Amsterdam, Six Sammlung)
- ca. 1665, Juno (Los Angeles, UCLA Hammer Museum)
- 1651, Noli me tangere (Braunschweig, Herzog-Anton-Ulrich-Museum)
Literatur
- H.Perry Chapman "Rembrandt's self-portraits" Princeton 1990
- Fritz Erpel "Die Selbstbildnisse Rembrandts", Berlin 3.Aufl. 1973
- D.M. Field "Rembrandt" Kent 2003 (engl.)
- Wilhelm Pinder "Rembrandts Selbstbildnisse" Königstein i.T. 1943
- Simon Schama "Rembrandts Augen" Berlin 2000 (gibt es auch in englisch)
- Christian Tümpel "Rembrandt - Mythos und Methode" Königstein i.T. 1986
- Christian Tümpel "Rembrandt" Hamburg 9.Aufl. 2002
- Christopher White "Rembrandt as an etcher" London 2.Aufl. 1999
- Christopher Wright "Rembrandt: self-portraits" London 1982
- Ausstellungskatalog "Rembrandt Rembrandt" (Städelsches Kunstinstitut) Frankfurt am Main 2003
- Ausstellungskatalog "Rembrandt" (Albertina) Wien 2004
- Katalog "Rembrandts Selbstbildnisse" Stuttgart 1999
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rembrandt Harmensz van Rijn |
| ALTERNATIVNAMEN | Rembrandt [verkürzt] |
| KURZBESCHREIBUNG | niederländischer Maler |
| GEBURTSDATUM | 15. Juli 1606 |
| GEBURTSORT | Leiden |
| STERBEDATUM | 4. Oktober 1669 |
| STERBEORT | Amsterdam |
--InfoG 16:30, 24. Mär 2005 (CET)
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