Rezeptionsästhetik
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Rezeptions- und Wirkungsästhetik
Hans Robert Jauß stellt 1967 fest, dass in der Textinterpretation bisher eine wesentliche Instanz vernachlässigt wurde: der Leser (Rezipient). Der "ästhetische Gehalt" eines Textes wird erst im Vorgang des Lesens (Wolfgang Iser)hervorgebracht. Daher gibt es kein richtiges oder falsches Verstehen, keinen objektiv-zeitlosen Sinn eines Werkes. Ebensowenig darf aber die völlige Beliebigkeit der Interpretation postuliert werden. Er geht dabei von einem "professionellen Leser" aus. Da es sehr viele Interpretationen gibt, soll man nur jene Interpretationen als Grundlagen berücksichtigen, die als normenbildend anerkannt sind.
Der eher rezeptionsgeschichtlich orientierte Ansatz des Romanisten Hans Robert Jauß und der wirkungsästhetische Ansatz des Anglisten Wolfgang Iser werden oftmals unter dem Begriff der Konstanzer Schule der Rezeptionsästhetik zusammengefasst.
Grundannahmen:
- Bei der Rezeption eines Textes wird er Leser zum Beteiligten am Erzählgegenstand.
- Texte existieren nicht als Objekte, sondern nur im Lesevorgang.
Vorteile/Nachteile:
- Einlesen in Rezeptionsgeschichte des jeweiligen Werkes unbedingt erforderlich
wichtige Publikationen:
- W. Iser: Die Appellstruktur der Texte, in: R. Warning (Hg.): Rezeptionsästhetik, München 41994, S. 228-252.
- H.R. Jauß: Literaturgeschichte als Provokation der Literaturwissenschaft, in: R. Warning (Hg.): Rezeptionsästhetik, München 41994, S. 126-162.
- H. Weinrich: Für eine Literaturgeschichte des Lesers, in ders.: Literatur für Leser, Stuttgart 1970, S. 23-34.
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