Richard Aßmann
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Prof. Dr. med. Dr. phil. Richard Aßmann (*13. April 1845 in Magdeburg; †28. Mai 1918 in Gießen) war Meteorologe und entwickelte das nach ihm benannte Aspirationspsychrometer. Er wirkte für eine Popularisierung der Wetterkunde und gilt als Mitbegründer der Aerologie.
Aßmann, Sohn eines Lederfabrikanten, absolvierte das Magdeburger Domgynasium und studierte ab 1865 Medizin in Berlin. 1868 promovierte er und war von 1870 bis 1879 als praktischer Arzt in Freienwalde/Oder tätig. Hier richtete er sich bereits ein privates meteorologisches Observatorium ein. 1879 ging er als praktischer Arzt zurück in seine Geburtsstadt Magdeburg.
Am 29.Oktober 1880 gründete er gemeinsam mit dem Zeitungsverleger Alexander Faber das Meteorologische Institut der Magdeburgischen Zeitung und übernahm dessen Leitung. Am 12.12.1880 wurde die erste Zeitungswetterkarte Deutschlands in der Magdeburgischen Zeitung veröffentlicht. Aßmann begründete 1881 den Verein für landwirtschaftliche Wetterkunde, 1882 die Monatszeitschrift für praktische Wetterkunde und 1884 die populärwissenschaftliche Monatszeitschrift Das Wetter die er bis zu seinem Tode herausgab. 1885 beendete Aßmann mit einer Promotion sein Zweitstudium an der Philosophischen Fakultät der Universität Universität Halle. 1886 wurde er wissenschaftlicher Oberbeamter am Königlichen Meteorologischen Institut Berlin-Grünau.
1889 wurde auf seine Initiative das Aeronautische Observatorium Reinickendorf errichtet. 1892 entwickelte er das nach ihm benannte Aspirationspsychrometer zur Messung der Temperatur und Luftfeuchte unter Ausschluss der Strahlung. Zeitgleich mit Léon-Philippe Teisserenc de Bort entdeckte er die Temperaturkonstanz oberhalb von 11 km (Stratosphäre).
Am 16. Oktober 1905 wurde als Nachfolgeeinrichtung des Observatoriums in Reinickendorf auf Aßmanns Initiative das Königlich-Aeronautische Observatorium in Lindenberg (Brandenburg) (das heute als Meteorologisches Observatorium des Deutschen Wetterdienstes immer noch existiert) in Anwesenheit des Kaisers Wilhelm II. eröffent. Aßmann war von 1905 bis 1914 Direktor des Observatoriums.
Als Geheimer Regierungsrat schied er 1914 aus dem Amt. Bis zu seinem Tod lehrte er als Honorarprofessor an der Universität Gießen.
Die Grabstätte Aßmanns ist unbekannt. Seine Urne wurde viele Jahre im Aerologischen Observatorium Lindenberg aufbewahrt, gilt aber heute als verschollen.
Seine Heimatstadt Magdeburg benannte eine Straße (Aßmannstraße) nach ihm.
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