Ritter
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Einordnung: Adelstitel | Mittelalter
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Dieser Artikel behandelt den Ritter als Angehörigen des wehrfähigen Adels im Mittelalter, weiteres siehe: Ritter (Begriffsklärung).
Es war nicht, wie oft fälschlich angenommen wird, die Erfindung des Schießpulvers, die das Ende der militärischen Bedeutung der Panzerreiter eingeläutet hat, sondern die Etablierung gut organisierter Fußtruppen. Die Schlacht von Kortrijk/Courtrai 1302 stellt einen diesbezüglichen Wendepunkt dar: Flandrische Fußsoldaten haben das siegessichere französische Ritterheer vernichtet und ihnen die goldenen Sporen geraubt, weshalb die Ausseinandersetzung auch als "Schlacht der goldenen Sporen" bezeichnet wird. Bei diesem Waffengang haben allerdings noch Landschaft und Witterung die Fußkrieger begünstigt. 1386 bei Sempach jedoch besiegten die Schweizer Gewalthaufen die österreichische Ritterelite auf offenem Felde bei strahlendem Sonnenschein. Die Eidgenossen mit ihren Spießen und Hellebarden sollten in weiterer Folge zu den erbittertsten Gegnern der Ritter werden. Bei Grandson, Murten und Nancy 1476/77 zertrümmerten sie mit Burgund jene Macht, die als Inbegriff des Rittertums galt. Damit war der Kampf um die Vorherrschaft auf dem Schlachtfeld zugunsten der "modernen Infanterie" entschieden. Als das Schießpulver voll zur Geltung gekommen ist, hatten die Panzerreiter ihre ehemals überragende Bedeutung bereits weitgehend eingebüßt. Der Niedergang des Rittertums war jedoch in erster Linie eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung.
Die schwere Reiterei passte sich den im 14. Jahrhundert aufkommenden Feuerwaffen durch noch immer massivere Rüstungen an, mit denen sie auch ihre Schlachtrösser schützte. Als Lanzierer kam den schweren Reitern bis in das 16. Jahrhundert hinein eine wichtige taktische Aufgabe zu.
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Untergang der Ritterschaft
Der Niedergang der Ritterschaft steht im Zusammenhang mit der Verdrängung der Naturalwirtschaft durch die Geldwirtschaft, was auf militärische Verpflichtungen bezogen die Ablösung von feudalen Bindungen durch finanzielle Bindungen zur Folge hatte. Die Fürsten und Könige des Spätmittelalters wollten sich aus der Abhängigkeit von ihren Untervasallen lösen, weshalb sie verstärkt auf Söldnerheere setzten. Dadurch verloren die Ritter stark an Bedeutung, da sie zuvor die wichtigste Stütze der feudalen Heeresaufgebote gebildet hatten.
Die allmähliche Auflösung der Ritterschaft stärkte die Macht der Könige und Kaiser und schwächte mehr und mehr die Ritter und deren Zusammenhalt. Man kann durchaus davon sprechen, dass viele Ritter eine Daseinskrise erlebten. Die Ritterschaft verarmte. Um sich selbst noch Bedeutung zu verschaffen und noch eine Überlebensgrundlage zu erhalten, gingen nicht wenige Ritter zum Raubrittertum über, in dessen Zuge sie andere Adlige und benachbarte Ritter ausraubten und bekämpften. Das Chaos und die innenpolitische Unsicherheit, das die Raubritter damit verbreiteten, besiegelten endgültig den Untergang des Rittertums. Die Truppen des Landesherrn hoben nun ohne Gnade ein Raubritternest nach dem anderen aus. Viele Ritter passten sich den veränderten Gegebenheiten an und traten als hochbezahlte Söldner in eine Lanzierer- oder Kürassier-Einheit ein.
Als letzte Ritterschlacht gilt die Schlacht bei Mühldorf/Ampfing im Jahre 1322.
Die Reichsritterschaft verlor mit dem Ende des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" zwischen 1803 und 1806 ihre Herrschaftsrechte und Privilegien.
In Österreich und in Süddeutschland wurde der Titel eines "Ritters" noch im 19. und frühen 20. Jahrhundert bis 1918 bei Nobilitierungen neu vergeben...
In Großbritannien werden auch heute noch Personen zur Würdigung ihrer Verdienste zum Ritter geschlagen. Sie dürfen dann den Titel Sir tragen. Dieser Titel ist nicht vererbbar.
Geschlechter
Literatur
- Andreas Schlunk, Robert Giersch: Die Ritter. Geschichte - Kultur - Alltagsleben. Theiss, Stuttgart 2003 ISBN 3-8062-1791-2
- Rainer Atzbach: Ritter. Die militia christiana als Lebensform im Mittelalter. In: Ritter, Burgen und Dörfer. Mittelalterliches Leben in Stadt und Land. Ausstellungskatalog, hrsg. vom Gebietsausschuß Fränkische Schweiz, Tüchersfeld 1997 ISBN 3-9803276-6-3; S. 48-51
- Werner Hechberger: Adel, Ministerialität und Rittertum im Mittelalter. (Enzyklopädie deutscher Geschichte; Band 72). Oldenbourg, München 2004 ISBN 3-486-55083-7 (aktueller und umfassender Überblick des derzeitigen Forschungsstandes zum Thema und über 400 Verweise auf weiterführende Literatur)
Weblinks
- weitere Weblinks
- Ausstellung "Die Ritter", Historisches Museum der Pfalz Speyer Ausstellungsbesprechung für die VL Museen von Rainer AtzbachTempus vivit! Veranstaltungshinweise, Informationen, Diskussionen über historische Veranstaltungen
- Suche nach Ritter Infos mit: Yahoo
