Roland Koch
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Einordnung: Mann | MinisterprÀsident (Deutschland) | CDU-Mitglied | Frankfurter (Main) | Geboren 1958
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FĂŒr den gleichnamigen Schriftsteller siehe Roland Koch (Schriftsteller).
Roland Koch (* 24. MÀrz 1958 in Frankfurt am Main) ist seit dem 7. April 1999 MinisterprÀsident des Landes Hessen.
Leben
Nach dem Abitur 1977 leistet Koch zunÀchst seinen Wehrdienst ab und begann dann ein Studium der Rechtswissenschaft, welches er 1981 mit dem ersten und 1985 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. Seit 1985 ist er als Rechtsanwalt zugelassen.
1979 wurde Koch jĂŒngster Kreisvorsitzender der CDU (Kreisverband Main-Taunus). Von 1983 bis 1987 war er stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungen Union Deutschlands. Seit 1998 ist er Landesvorsitzender der CDU in Hessen. Bis 1993 war Koch Mitglied im Stadtrat seiner Heimatgemeinde Eschborn. Er war auĂerdem Mitglied des Kreistages im Main-Taunus-Kreis und dort von 1989 bis 1997 Vorsitzender der CDU-Fraktion.
Seit 1987 ist Koch Mitglied des Hessischen Landtages. 1991 wurde er hier zunĂ€chst Stellvertretender Vorsitzender und 1993 schlieĂlich Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. Koch zĂ€hlte zu Beginn seiner politischen Karriere zu den jungen Wilden seiner Partei, einer Gruppe von Nachwuchspolitikern, die sich gegen den patriarchalischen FĂŒhrungsstil Helmut Kohls auflehnten.
Koch gilt als glĂ€nzender Rhetoriker; Kritiker werfen ihm aber auch Populismus vor, zum Beispiel im Zusammenhang mit einer Unterschriftenkampagne wĂ€hrend des Landtagswahlkampfes 1999, als die CDU eine Unterschriftenkampagne startete, um dem in der Bevölkerung vorhandenen Widerstand gegen die doppelte StaatsbĂŒrgerschaft fĂŒr AuslĂ€nder Ausdruck zu verleihen. Koch konnte sich aber bei der Landtagswahl als Herausforderer des bis dahin amtierenden MinisterprĂ€sidenten Hans Eichel durchsetzen (Eichel wechselte darauf hin als Finanzminister ins Bundeskabinett).
Im Februar 2003 gelang ihm und der CDU Hessen der erneute Wahlsieg bei den hessischen Landtagswahlen. Als GrĂŒnde fĂŒr die Wiederwahl konnte man die bundespolitische Stimmungslage, das hohe Wirtschaftswachstum in Hessen sowie die konsolidierte Haushaltslage nennen. Der CDU Hessen gelang ein Sieg mit absoluter Mehrheit, seitdem regiert sie ohne ihren bisherigen Koalitionspartner FDP.
Anfang 2000 geriet die hessische CDU im Kielwasser der bundesweiten CDU-SpendenaffÀre mit einem GeldwÀscheskandal aus dem Jahr 1983 in die Schlagzeilen. Koch konnte glaubhaft machen, dass er von den siebzehn Jahre alten VorgÀngen erst am 12. Januar 2000 erfahren habe. ZunÀchst gelang es ihm, mit dem Versprechen "brutalstmöglicher AufklÀrung" als Erneuerer der hessischen Landes-CDU Sympathien zu gewinnen. Inzwischen musste er aber zugeben, dass er bereits vor Weihnachten 1999 von dem Schwarzgeld erfahren zu haben.
Die "brutalstmögliche AufklĂ€rung" wurde endgĂŒltig zu einem negativ besetzten geflĂŒgelten Wort, als Koch die so genannte "SternsingerlĂŒge" einrĂ€umen musste. Er hatte am 10. Januar 2000 Journalisten trotz mehrfacher Nachfrage die RĂŒckdatierung eines Kreditvertrags ĂŒber 2 Mio. D-Mark verschwiegen, der GeldflĂŒsse in der Parteibuchhaltung rechtfertigen sollte.
Koch weigerte sich zurĂŒckzutreten und ĂŒberstand diese AffĂ€re vor allem mit Hilfe seines damaligen Koalitionspartners FDP, deren hessischer Landesverband sich gegen das Votum des Bundesvorsitzenden Wolfgang Gerhardt gestellt hatte und unter der FĂŒhrung der Wissenschaftsministerin Ruth Wagner an Koch festhielt.
Am 12. Dezember 2002 warf er ver.di-Chef Frank Bsirske vor, in der Vermögenssteuerdebatte Namen reicher Deutscher genannt zu haben. In Anspielung auf den in der Zeit des Nationalsozialismus eingefĂŒhrten Judenstern Ă€uĂerte er, dies sei "eine neue Form von Stern an der Brust" und "eine schlimme Parallele zu anderen Zeiten", womit er groĂe Aufregung auslöste. Koch hat sich spĂ€ter fĂŒr diesen Vergleich entschuldigt.
Roland Koch ist mit 61,9 % der Stimmen direkt in den Hessischen Landtag gewĂ€hlter Abgeordneter des Wahlkreises 32 (Main-Taunus). Immer wieder war Koch auch als Kanzlerkandidat gehandelt worden. Im MĂ€rz 2004 erklĂ€rte jedoch, dass er bei der Wahl 2006 nicht zur VerfĂŒgung stehe.
Sein Vater Karl-Heinz Koch gehört ebenfalls der CDU an und war von 1987 bis 1991 hessischer Justizminister.
Weblinks
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