Ronald Reagan
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Einordnung: Mann | US-Amerikaner | Politiker (USA) | Schauspieler (USA) | PrÀsident der Vereinigten Staaten | Filmschauspieler | Reformierter | Geboren 1911 | Gestorben 2004
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Ronald Wilson Reagan [ËreÉȘgÉn] (* 6. Februar 1911 Tampico, Illinois; â 5. Juni 2004 in Bel Air, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, von 1967â1975 der 33. Gouverneur von Kalifornien und von 1981â1989 der 40. PrĂ€sident der Vereinigten Staaten.
| Inhaltsverzeichnis |
Leben
Er stammte aus Ă€rmliche VerhĂ€ltnissen, sein Vater schlug sich mit Gelegenheitsjobs als SchuhverkĂ€ufer durch. Die Highschool und das College verdiente er sich mit BedĂŒrftigenstipendien und Nebenjobs.
Ronald Reagan lernte schon in frĂŒhester Kindheit die Kunst der Schauspielerei, der Improvisation und war ein wahrer Meister am Mikrophon. Als Sportkommentator fĂŒr den Rundfunk in Des Moines hat er in den 1930er Jahren Baseball-Spiele nur anhand von Tickermeldungen kommentiert. 1934 soll ihm das auch wĂ€hrend eines Spiels der St. Louis Cardinals gelungen sein, als die Tickerverbindung zeitweise völlig abgerissen war.
Reagan spielte in mehr als fĂŒnfzig Filmen mit und war von 1981 bis 1989 der 40. PrĂ€sident der USA. Er wurde am 9. November 1992 zum EhrenbĂŒrger von Berlin ernannt. Er war seit 1952 in zweiter Ehe mit Nancy Reagan (geb. Davis), der Tochter eines wohlhabenden Zahnarztes verheiratet. Seine erste Ehe seit 1940 mit Jane Wyman endete 1948 durch Scheidung.
Filme mit Ronald Reagan
- 1964 Der Tod eines Killers
- 1961 Chefarzt Dr. Pearson
- 1957 Die Höllenhunde des Pazifik
- 1956 Todesfaust
- 1955 Königin der Berge
- 1954 Prisoner of War
- 1953 The Orchid Room
- 1953 Tropische Abenteuer
- 1953 Law and Order
- 1952 The Winning Team
- 1953 Hongkong
- 1951 The Big Truth
- 1951 Bedtime for Bonzo
- 1951 Sein letzter Verrat
- 1951 Der Gefangene des Ku-Klux-Klan
- 1950 Alter schĂŒtzt vor Liebe nicht
- 1950 Venus am Strand
- 1943 This Is the Army
- 1942 Sabotageauftrag Berlin
- 1942 Kings Row (sein nach eigenen Angaben bester Film)
- 1942 The World is going down
- 1941 Der Dollarregen
- 1940 Knute Rockne â All American (der Film brachte ihm den Spitznamen âder Gipperâ ein)
- 1940 Land der Gottlosen
- 1940 Ein Bombenerfolg
- 1939 Opfer einer groĂen Liebe
- 1938 Der Kleine Star
- 1938 Das Doppelleben des Dr. Clitterhouse
- 1937 Love Is on the Air
Von 1947 bis 1952 und von 1959 bis 1960 war er PrĂ€sident der Schauspielergewerkschaft (SAG). Nach dem Ende seiner Schauspielerkarriere arbeitete er von 1954 bis 1962 als Gastgeber und Werbevertreter der wöchentlichen Werbesendung General Electric Theater fĂŒr den Elektrokonzern General Electric im MCA-Fernsehen.
Politisches Wirken und Ruhestand
US-PrÀsidentschaft
Ronald Reagan wurde 1962 Mitglied der Republikanischen Partei, nachdem er zuvor eher den Demokraten zugeneigt war. Im PrĂ€sidentschaftswahlkampf von 1964 unterstĂŒtzte Reagan den ultrakonservativen Kandidaten der Republikaner, Barry Goldwater.
Seinen Einsatz wĂŒrdigten kalifornische GeschĂ€ftsleute, indem sie Reagan bei der Wahl zum Gouverneur 1966 unterstĂŒtzten. Reagan unterstĂŒtzte mit seiner Politik die kalifornische Wirtschaft, die in seiner Amtszeit beachtliche Gewinne machte. Da er auch den Haushalt des kalifornischen Bundesstaates ausglich, war seine Wiederwahl 1970 kein Problem.
Er stellte sich einer erneuten Wiederwahl nicht mehr, weil er sich fĂŒr das PrĂ€sidentenamt bewerben wollte. Jedoch scheiterte er mit seiner Kandidatur parteiintern. Er besiegte aber 1980 den glĂŒcklosen amtierenden PrĂ€sidenten der Demokraten Jimmy Carter und wurde am 20. Januar 1981 als 40. PrĂ€sident der Vereinigten Staaten vereidigt. Sein VizeprĂ€sident wurde George Bush Senior.
Sein Amtsantritt löste in der Wirtschaft Optimismus aus. Der Dollar und die Aktienkurse stiegen. Er senkte die Steuern und trat im Ost-West-Konflikt als Hardliner auf. Zuhause predigte er die Ideale der amerikanischen Familie und der Freiheit.
Am 30. MĂ€rz 1981 wurde er bei einem Attentat schwer verletzt (der AttentĂ€ter war ein Stalker, der mit dem Attentat die Schauspielerin Jodie Foster beeindrucken wollte), nahm aber wenige Tage spĂ€ter die AmtsgeschĂ€fte wieder auf. Reagan fand in beiden Parteien AnhĂ€nger und es gelang ihm seine so genannten Reaganomics durch den Kongress zu bringen. Reaganomics hieĂ: Senkung von Steuern, Vereinfachung des Steuersystems, weniger Hindernisse fĂŒr die Industrie, HaushaltskĂŒrzungen bei sozialen Aufgaben, Ausbau der militĂ€rischen RĂŒstung. Ein wichtiges Prinzip hinter seinen Reformen war die âTrickle-Down-Theorieâ. Danach sind Steuersenkungen fĂŒr Reiche besonders wirtschaftsfördernd, da diese ihr Geld dann in die Wirtschaft investieren und so die Arbeitslosigkeit bekĂ€mpfen. Die Theorie ist höchst umstritten, wird jedoch auch vom derzeitigen PrĂ€sidenten George W. Bush vertreten, der damit seine Steuersenkungen begrĂŒndete.
Die Politik zeigte zunĂ€chst unerwĂŒnschte Wirkungen: die Inflationsrate stieg 1982 auf 5,8 %, hohe Zinsen erhöhten die Rezession. Die Arbeitslosigkeit stieg auf 12 Millionen, Unternehmensgewinne gingen zurĂŒck. Doch die Wirtschaft erholte sich, und die Arbeitslosigkeit sank. Trotzdem stieg das Haushaltsdefizit der Vereinigten Staaten an, vor allem durch die extremen MilitĂ€rausgaben.
Die AuĂenpolitik Reagans war nicht nur eine Politik der StĂ€rke, sondern sie war ĂŒberwiegend von seinem Antikommunismus geprĂ€gt. Reagan war beseelt von der amerikanischen Mission, die Welt zu Freiheit und Demokratie zu fĂŒhren. Er konnte telegen und mit herausragender Rhetorik die Herzen und GefĂŒhle vieler Amerikaner erwĂ€rmen, dass er die Sowjetunion, das von ihm damals so bezeichnete âReich des Bösenâ, ideologisch und militĂ€risch herausfordern und den sowjetisch-kommunistischen Einfluss in der Dritten Welt mit allen Mitteln bekĂ€mpfen wĂŒrde.
Er gab die zentrale Voraussetzung der Entspannungspolitik auf, nÀmlich die ungefÀhre militÀrische Gleichheit der SupermÀchte USA und Sowjetunion. Bereits im Wahlkampf forderte er eine Erhöhung der MilitÀrausgaben. Reagan war entschlossen, in der Dritten Welt mit fast jedem Regime zusammenzuarbeiten, das von sich behauptete, Kommunisten zu bekÀmpfen.
In Lateinamerika war es fĂŒr Reagan wichtig, den kommunistischen Einfluss mit militĂ€rischen, wirtschaftlichen und ideologischen Mitteln zu bekĂ€mpfen, um einen âDominoeffektâ zu verhindern. Kritischere Stimmen interpretieren dies eher als Krieg gegen die âGefahr eines guten Beispielesâ. So intervenierte er in Nicaragua und Honduras. FĂŒr ersteren Angriff, die UnterstĂŒtzung von Terrororganisationen in Nicaragua und die Bombardierung dieses Drittweltlandes, wurde die USA 1986 fĂŒr die âungesetzmĂ€Ăige Anwendung von Gewaltâ vom Weltgerichtshof der UNO schuldig gesprochen. Reagan beantwortete die Forderung des Gerichtshofes Reparationen an Nicaragua zu bezahlen, mit einer verstĂ€rkten UnterstĂŒtzung der âContrasâ, welche ihre ĂberfĂ€lle von Honduras aus starteten. Reagan bezeichnete diese 1981 unter groĂer UnterstĂŒtzung der CIA geschaffenen ParamilitĂ€rs als âmoralisch gleich hoch mit unseren GrĂŒndervĂ€ternâ.
1983 besetzten amerikanische Truppen die Karibik-Insel Grenada, um einer angeblichen kubanischen Intervention zuvor zukommen. Seine antikommunistische Haltung hinderte ihn aber nicht, mit der Sowjetunion ein Getreidelieferabkommen zu schlieĂen. Ebenfalls 1983 schlug er die Strategic Defense Initiative (SDI) vor, ein weltraumgestĂŒtztes Raketenabwehrsystem, das aber nicht realisiert wurde.
Ronald Reagan gewann 1984 seine Wiederwahl deutlich gegen den ehemaligen VizeprĂ€sidenten von Jimmy Carter, Walter Mondale. 1985 und 1986 traf sich Reagan mit dem sowjetischen GeneralsekretĂ€r Michail Gorbatschow zu AbrĂŒstungsverhandlungen unter der Bezeichnung START (Strategic Arms Reduction Talks). Doch diese kamen zunĂ€chst nicht voran. 1987 jedoch konnte er mit Gorbatschow den Vertrag zur Abschaffung der amerikanischen und sowjetischen Mittelstreckenrakreten in Europa unterzeichnen. Auf innen- und auĂenpolitische Kritik stieĂen Waffenlieferungen der USA in den Iran und Nicaragua. Eine amerikanische Untersuchungskommission rĂŒgte den PrĂ€sidenten. Mehrere leitende Beamte mussten ihre Stellungen aufgeben (siehe Iran-Contra-AffĂ€re).
1988 schlug Reagan seinen VizeprĂ€sidenten als Nachfolger vor, der die bisherige Politik weiterfĂŒhren sollte. Am 8. November 1988 wurde George Bush zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt.
Seine letzten Jahre
Zuletzt war der Einfluss seiner Alzheimer-Krankheit (bekannt seit 1994) soweit fortgeschritten, dass er nicht mehr in der Lage war, grundlegende TĂ€tigkeiten selbst zu erledigen. Reagan war der erste noch lebende US-BĂŒrger, nach dem ein US-Kriegsschiff benannt wurde. Der Flughafen in Washington D.C. ist nach ihm benannt.
Am 5. Juni 2004 starb Ronald Reagan um 13:09 Ortszeit zu Hause in Bel Air, Kalifornien im Alter von 93 Jahren an einer LungenentzĂŒndung, so das WeiĂe Haus. Er starb genau einen Tag vor dem 60. Jahrestag des D-Day und hinterlĂ€sst drei Kinder (Michael, Patti Davis und Ron; seine Tochter Maureen starb 2001 an Krebs). Seine letzten Worte lauteten: âIch habe den Hund vergessen auszufĂŒhrenâ. Sein Leichnam wurde in einer groĂen Zeremonie im Capitol von Washington D.C. auf einem Katafalk aufgebahrt und spĂ€ter in Kalifornien beigesetzt. Mit 93 Jahren erreichte er das bislang höchste Alter eines PrĂ€sidenten der USA und ĂŒberholt damit John Adams, der 91 Jahre alt wurde. Zudem war er der Ă€lteste PrĂ€sident bei Amtsantritt (70 Jahre).
Staatsverschuldung unter Reagan
Am 30. September 1980 betrugen die Schulden der USA nach der PrĂ€sidentschaft Jimmy Carter der USA 908 Milliarden Dollar. Unter Reagan kletterten sie bis 1989 auf 2,857 Billionen Dollar. Das ergibt nach dem Zinseszinsmodell eine durchschnittliche jĂ€hrliches Schuldenwachstumsrate von 12,73%. Die Schuldenleistung Ronald Reagans betrĂ€gt absolut 1,948 Billionen Dollar. Die durchschnittliche Verzinsung der Fedfunds betrugen ab 1990 bis jetzt 4,4739%. Das ergibt eine jĂ€hrliche Zinslast 87,173 Milliarden Dollar. Dies ergibt bis jetzt, also fĂŒr rund 15 Jahre, 1,307 Billionen Dollar Zinsen (ohne BerĂŒcksichtigung der Inflation).
- Historical Debt Outstanding - Annual 1950 - 2000==Zitate==
Der mit Abstand bekannteste und denkwĂŒrdigeste Satz Reagans ist folgender:
- Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall!
(Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor! Herr Gorbatschow, reiĂen Sie diese Mauer ein!)
Er sprach ihn am 12. Juni 1987 anlÀsslich eines Besuchs von Westberlin vor dem Brandenburger Tor und der Berliner Mauer.
Bekannt ist auch der als Mikrophonprobe gedachte Ausspruch Reagans am 13. August 1984:
- My fellow Americans, I am pleased to tell you I just signed legislation which outlaws Russia forever. The bombing begins in five minutes.
(Liebe Amerikanische MitbĂŒrger, ich habe gerade ein Gesetz unterzeichnet, das RuĂland fĂŒr immer vogelfrei erklĂ€rt. Die Bombardierung beginnt in fĂŒnf Minuten.)
Eine Sammlung von Zitaten Reagans findet sich in Wikiquote.
Literatur
- Ronald Reagan: Erinnerungen - Ein amerikanisches Leben, PropylÀen Berlin 1990, ISBN 3549072279
Weblinks
- weitere Weblinks
--InfoG 17:27, 24. MĂ€r 2005 (CET)
- www.prisma-online.de/tv/person.html?pid=ronald_reagan
- --InfoG 00:03, 27. MĂ€r 2005 (CET)
| VorgÀnger: | PrÀsident der USA | Nachfolger: |
| VizeprÀsident: | ||
George Washington | John Adams | Thomas Jefferson | James Madison | James Monroe | John Q. Adams | Andrew Jackson | Martin van Buren | William H. Harrison | John Tyler | James K. Polk | Zachary Taylor | Millard Fillmore | Franklin Pierce | James Buchanan | Abraham Lincoln | Andrew Johnson | Ulysses S. Grant | Rutherford B. Hayes | James A. Garfield | Chester A. Arthur | Grover Cleveland | Benjamin Harrison | Grover Cleveland | William McKinley | Theodore Roosevelt | William H. Taft | Woodrow Wilson | Warren G. Harding | Calvin Coolidge | Herbert C. Hoover | Franklin D. Roosevelt | Harry S. Truman | Dwight D. Eisenhower | John F. Kennedy | Lyndon B. Johnson | Richard Nixon | Gerald Ford | Jimmy Carter | Ronald Reagan | George H. W. Bush | Bill Clinton | George W. Bush
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Reagan, Ronald Wilson |
| ALTERNATIVNAMEN | Ronald Reagan |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Schauspieler, 33. Gouverneur von Kalifornien, 40. PrÀsident der USA |
| GEBURTSDATUM | 6. Februar 1911 |
| GEBURTSORT | Tampico, Illinois, USA |
| STERBEDATUM | 5. Juni 2004 |
| STERBEORT | Bel Air, Los Angeles, Kalifornien, USA |
--InfoG 16:30, 24. MĂ€r 2005 (CET)
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