Rosa Winkel
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Einordnung: Nationalsozialismus | Holocaust | HomosexualitÀt
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Der Rosa Winkel war ein Symbol, das wÀhrend der Zeit des Nationalsozialismus benutzt wurde, um mÀnnliche HÀftlinge in Konzentrationslagern zu identifizieren, die wegen ihrer HomosexualitÀt dorthin verschleppt worden waren. Jeder HÀftling musste eines dieser Abzeichen in den Konzentrationslagern an seiner Jacke tragen, dessen Farbe ihn einer der verfolgten Gruppen zuordnete.
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Schwule als eher verstreute Opfergruppe
Nicht alle HĂ€ftlinge mit einem Rosa Winkel verstanden sich selbst als schwul (manchmal waren sie verheiratet und hatten nur wenige Male Sex mit einem Mann). Und nicht jeder, der nach Paragraph 175 verurteilt wurde, kam spĂ€ter in ein Konzentrationslager (tatsĂ€chlich wurden die meisten "nur" ins GefĂ€ngnis gesteckt). Aber vor allem trugen die meisten Schwulen, die von den Nationalsozialisten gequĂ€lt und ermordet wurden, in Wirklichkeit den gelben Stern (weil sie jĂŒdisch waren). Daher ist es schwierig, eine kohĂ€rente schwule Opfergruppe zu konstruieren und ihren Umfang zu beziffern.
Die HĂ€ftlinge mit dem Rosa Winkel
Aber man kann gleichwohl die Zahl der HĂ€ftlinge mit dem Rosa Winkel schĂ€tzen. Er wurde von ungefĂ€hr 5.000 bis 15.000 MĂ€nnern getragen. FĂŒr Nicht-Juden hatten sie eine ĂŒberdurchschnittlich hohe Todesrate von 60 Prozent. Der Grund hierfĂŒr mag darin liegen, dass sie oft auf sich allein gestellt waren, manchmal sogar gemieden und auf Abstand gehalten wurden, weil sie als "anders" gebrandmarkt waren. (Dies obwohl homosexueller Geschlechtsverkehr in den streng geschlechter-getrennten Nazi-Lagern vorherrschend war.)
Die HĂ€ftlinge mit dem Rosa Winkel sind nie von der deutschen Regierung entschĂ€digt worden. Wenn sie nicht aufhörten, Sex mit anderen MĂ€nnern zu haben, konnten sie immer wieder eingesperrt werden, wie etwa Heinz Dörmer, der insgesamt 20 Jahre HĂ€ftling war – sowohl in einem Konzentrationslager des "Dritten Reichs" als auch in bundesdeutschen GefĂ€ngnissen. Die Nazi-VerschĂ€rfung des Paragraphen 175, die homosexuelle Handlungen von einem Vergehen zu einem Verbrechen machte, blieb auch nach dem Krieg fĂŒr weitere 24 Jahre gĂŒltig.
Heute weiĂ man von weniger als zehn noch lebenden Rosa-Winkel-HĂ€ftlingen. Und erst in jĂŒngster Zeit haben die Menschen angefangen, sie nach ihren Geschichten zu fragen (vor einigen Jahren sicherte der US-amerikanische Film Paragraph 175 ihre mĂŒndlichen Zeugnisse auf Zelluloid).
Der Rosa Winkel als ein Symbol der Schwulenbewegung
Der um 180° gedrehte Rosa Winkel ist zu einem internationalen Symbol der Schwulenbewegung geworden und erst in den letzten Jahren von der Regenbogenflagge verdrĂ€ngt bzw. an PopularitĂ€t ĂŒberholt worden.
Literatur
- Joachim MĂŒller; Andreas Sternweiler: Homosexuelle MĂ€nner im KZ Sachsenhausen. Berlin 2000.
- Gad Beck; Frank Heibert (Hrsg.): Und Gad ging zu David : Die Erinnerungen des Gad Beck. Berlin 1995.
- Andreas Sternweiler: Und alles wegen der Jungs : PfadfinderfĂŒhrer und KZ-HĂ€ftling: Heinz Dörmer. Berlin 1994.
- Pierre Seel; Jean Le Bitoux; Miriam Magall (Ăbers.): Ich, Pierre Seel, deportiert und vergessen. Köln 1996.
Siehe auch: Abzeichen in den Konzentrationslagern, Paragraph 175, Konzentrationslager
Weblinks
- weitere Weblinks
- Das System der Winkel in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern
- Suche nach Rosa Winkel Infos mit: Yahoo
