Rotwein
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Rotwein ist ein aus roten oder blauen Weintrauben hergestellter Wein. Neben der Art der verwendeten Trauben unterscheidet er sich auch im Herstellungsprozess vom WeiĂwein.
Rotwein entsteht durch VergÀrung des Traubensaftes auf der Maische wÀhrend ungefÀhr 2 bis 30 Tagen, wodurch sich die in den Schalen enthaltenen Farbstoffe (Anthocyane) im Alkohol lösen. Einige wenige Rebsorten enthalten die erforderlichen Farbstoffe in ihrem Saft (zum Beispiel Dornfelder oder Dunkelfelder); sie werden daher auch gerne zum Verschnitt (Cuvée) genommen.
Die bekanntesten Rotweintraubensorten (Rebsorten), aus denen weltweit vorzĂŒgliche Rotweine hergestellt werden, sind Cabernet Sauvignon und Merlot (beispielsweise fĂŒr Bordeaux-Weine) und Pinot Noir (zum Beispiel fĂŒr Burgunder-Weine). Es gibt aber weitere Sorten, aus denen in bestimmten Weinanbaugebieten ebenfalls erstklassige Rotweine hergestellt werden können.
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Herstellung
Die wichtigsten Produktionsschritte sind die Maische, die GĂ€rung und das Keltern (das Pressen). Das Fruchtfleisch der meisten Trauben ist fast farblos; die Farbstoffe sitzen nur in den TraubenhĂŒllen, je nach Sorte gelblich, rot oder dunkelblau. Im Unterschied zur WeiĂweinherstellung werden daher beim Rotwein nach dem Quetschen und Rebeln die Schalen nicht vom Most getrennt, sondern er lagert je nach Temperatur (ĂŒblicherweise zwischen 20 und 30 °C) 4-21 Tage auf der Maische. Bei kĂŒrzerer Verweilzeit auf der Maische entsteht ein zarter gefĂ€rbter RosĂ©wein.
Neben den Farbstoffen befinden sich auch GerbsĂ€ure (Tannin) und Aromastoffe in den Beerenschalen; dadurch enthalten Rotweine insgesamt mehr Inhaltsstoffe als WeiĂweine. FĂŒr ein harmonisches Bouquet ist die Reifezeit von Rotwein daher lĂ€nger als die von WeiĂwein; sehr junge, besonders gerbstoffreiche Rotweine wirken oft noch rau und verschlossen. Gleichzeitig wird er durch die Gerbstoffe wesentlich haltbarer.
Um einen krĂ€ftig gefĂ€rbten Rotwein zu erhalten, ist der Winzer bestrebt, möglichst viel roten Farbstoff und die richtige Menge an Gerbstoffen aus den Schalen in den Wein zu bringen. FĂŒr eine möglichst gute Extraktion mĂŒssen die Schalenteile und der Most stĂ€ndig in Kontakt bleiben; die aufschwimmende Maischeschicht wird immer wieder mechanisch eingetaucht. Zuweilen wird die Maische erwĂ€rmt, um diesen Prozess zu beschleunigen. Durch sogenannte FĂ€rbertrauben (Dornfelder, Dunkelfelder, die dem Most zugesetzt werden, kann ein intensiverer Farbton erzielt werden.
Der gĂ€rende rote Saft wird nun mehrfach gekeltert, gegebenenfalls mit Reinzuchthefe versetzt und zum Wein ausgebaut. Dies erfolgt traditionell in EichenfĂ€ssern. Er wird dabei mehrfach umgefĂŒllt und so belĂŒftet (Barrique bedeutet eine besonders lange Extraktion der Holzinhaltsstoffe aus EichenfĂ€ssern). Da HolzfĂ€sser etwa 70 bis 80% ihrer Geschmacksstoffe bereits bei der ersten Benutzung abgeben, sollte ein BarriquefaĂ zur Geschmacksaufwertung nur ca. 3 mal eingesetzt werden. Die meisten Weine gĂ€ren jedoch in Stahl- und Kunststofftanks.
Nach der ersten (alkoholischen) GĂ€rung erfolgt bei hochwertigen Weinen eine zweite (maleolaktische) GĂ€rung, meist bei erhöhter Temperatur. Dies wird auch als âSĂ€ureabbauâ bezeichnet, denn die scharfe ĂpfelsĂ€ure (Apfel = lateinisch malum) wird in die milde MilchsĂ€ure (Milch = lateinisch lac) umgewandelt.
Weinlagerung
Nach der eher kurzen Lagerung (1 bis 8 Jahre) des Rotweines im Fass wird dieser anschlieĂend in Flaschen abgefĂŒllt. Der Weinlagerung wird speziell bei Rotweinen eine groĂe Bedeutung beigemessen. Je nachdem kann ein groĂer Rotwein ĂŒber mehrere Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte gelagert werden. Bis zu einem gewissen Punkt wird dabei die QualitĂ€t des Rotweines laufend verbessert, was aber auch vom Jahrgang mit den entsprechenden KlimaverhĂ€ltnissen abhĂ€ngig ist. Diese Regel gilt aber bei weitem nicht fĂŒr alle Weine. Insbesondere Massenweine erfahren keine QualitĂ€tsverbesserung durch eine lĂ€ngere Lagerung. FĂŒr eine gute Lagerung sollten Temperatur und Luftfeuchtigkeit stimmen. Die ideale Temperatur betrĂ€gt 10 bis 13 Grad Celsius bei relativ hoher Luftfeuchtigkeit und sollte so wenig wie möglich schwanken. Ebenso wirkt sich Licht negativ auf die QualitĂ€tsentwicklung des Weines aus. Diesen idealen Voraussetzung entsprechen Keller, die sich möglichst weit unter der ErdoberflĂ€che befinden und mit Naturboden versehen sind oder KlimaschrĂ€nke. Zu beachten ist auch, dass der Wein möglichst ruhig gelagert werden sollte. So sollte beispielsweise das Bewegen der Flaschen zum AuswĂ€hlen vermieden werden. WĂ€hrend der Lagerung verĂ€ndert der Wein seinen Geschmack und seine Farbe.
Weinflaschen und ihre Bezeichnungen:
- 0,2 Liter: Piccolo oder Viertel-Flasche
- 0,375 Liter: Halbe Flasche
- 0,7 Liter: Normale Weinflasche
- 0,75 Liter: Bocksbeutel
- 1 Liter: Literflasche
- 2 Liter: Doppelliterflasche oder Doppler
- 1,5 Liter und gröĂer: Magnumflasche
- 3 oder 4,5 Liter: Jeroboam (Bordeaux)
- 4,5 oder 5 Liter: Rehoboam
- 6 Liter: Methusalem
- 6,4 Liter: Imperiale (Bordeaux)
- 9 Liter: Salamanzar
- 12 Liter: Balthazar
- 15 Liter: Nebukadnezar
- 18 Liter: Goliath
Farben des Rotweins
Ein Rotwein kann verschiedenste FarbausprÀgungen haben. Sie hÀngen von Faktoren wie Rebsorte, Herkunft des Weines, Verarbeitungsverfahren, Lagerungsart, Jahrgang usw. ab.
Ein paar Farbbezeichnungen fĂŒr Rotweine:
- Bernstein
- Granatrot
- Mahagoni
- Purpur
- Rotbraun
- Rubinrot
- Weinrot
Geschichte des Rotweins
Rotwein ist schon aus der Antike als wichtiges GetrĂ€nk bekannt. Unter anderem wurde er schon 400 vor Christus durch Hippokrates bei Störungen des Herz-Kreislaufsystems verordnet. Als Ă€ltester Hinweis fĂŒr die Herstellung von Wein gilt eine achttausend Jahre alte Pressanlage in der NĂ€he von Damaskus. Weitere Anzeichen stammen aus dem 5. Jahrtausend v. Chr. aus dem Iran und Mesopotamien. Auch im Christentum hatte der Rotwein schon frĂŒh eine besondere Bedeutung. Zur Abendmahlsfeier wird er nach wie vor als Symbol fĂŒr das "Blut Christi" getrunken, obwohl gerade protestantische Gemeinden neuerdings hĂ€ufig zu unvergorenem Traubensaft ĂŒbergehen.
Anbaugebiete
Frankreich
Italien
Spanien
In Deutschland werden Rotweine wieder in allen Anbaugebieten, vor allem aber in Baden, WĂŒrttemberg und an der Ahr angebaut, daneben in zunehmendem MaĂe in Franken und an der Mosel.
Auswirkung auf die Gesundheit
Seit einigen Jahren ist bekannt, dass der moderate Genuss von Rotwein förderlich fĂŒr die Gesundheit ist. Insbesondere Krebs soll dadurch vorgebeugt werden können. Dieser Effekt wird hauptsĂ€chlich dem pflanzlichen Antioxidant Resveratrol zugeschrieben, welches einen Mechanismus einleitet, an dessen Ende Krebszellen zerstört werden. Ein Glas Rotwein 3 bis 4 mal pro Woche wird als optimal wirksame Menge empfohlen. Bei einem weit höheren Konsum verschwindet nicht nur der Nutzeffekt, sondern es steigt sogar das Risiko an Krebs zu erkranken.
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