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Roulette

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1. Roulette ist ein Fachbegriff aus der Buchherstellung bzw. aus der Grafik. Das Roulette wird bei der Herstellung eines Druckzylinders beim Tiefdruck verwendet. Es ist ein kleiner Zylinder, der mit kegelförmigen Spitzen versehen ist. Diese Spitzen drücken ein Muster in den Druckzylinder.


2. Roulette ist ein Glücksspiel, bei dem üblicherweise in einer Spielbank mit Hilfe einer Kugel in einem rotierenden liegenden Rad (genannt: Kessel) eine Zufallszahl gezogen wird. Die Spieler wetten auf die Zahl oder auf Zahlengruppen (so genannte Chancen), indem sie ihren Einsatz mit Hilfe von Spielmarken (Jetons) auf die entsprechenden Felder des Spieltisches legen. Wird die Zahl gezogen oder ist in der entsprechenden Zahlengruppe, wird ein Vielfaches des Einsatzes als Gewinn ausgezahlt und der Einsatz zurückgegeben. Wird die Zahl nicht gezogen, fällt der Einsatz an die Spielbank.

Die Erfindung des Roulettespiel wird dem französischen Mathematiker Blaise Pascal zugeschrieben. Er soll es zur Berechnung von Wahrscheinlichkeiten entworfen haben. Es wird mit den Zahlen 0 bis 36 gespielt. In manchen Spielbanken, so in Belgien, gibt es auch, zum Vorteil der Spielbank, die Doppelnull. In den USA wird auf einem vereinfachten Tableau mit Doppelnull gespielt.

Die folgenden Aussagen beziehen sich auf französisches Roulette.

Inhaltsverzeichnis

Standardtypen der Wetten

Im Roulettespiel gibt es Standards bei den Wetten. Gewettet werden kann

Generell gilt: Je höher die Gewinnwahrscheinlichkeit, umso geringer die Gewinnausschüttung, und umgekehrt. Die Standardwetten erlauben es den Spielern, mit dem geforderten Minimaleinsatz auf mehr als eine Zahl zu wetten. Darüber hinaus steht es jedem Spieler frei, pro Durchgang seine eigenen Zahlenkombinationen zu bilden, für die er im Allgemeinen dann jedoch mehr als den Minimaleinsatz aufwenden muss.

Spielstrategie

Bezüglich der Gesamtstrategie sind zwei Teilstrategien wichtig:

Auswahl der richtigen Standardwette

Obwohl auf den ersten Blick alle Standardwetten zueinander ein ausgewogenes Einsatz-Gewinn-Verhältnis haben, gibt es auf den zweiten Blick Unterschiede:

Strategisch empfiehlt sich daher am meisten das Wetten auf "einfachen Chancen" und am wenigsten das Wetten auf "Plein" oder "Cheval".

Mehrfaches Spiel

Beim Roulette werden eine Menge unterschiedlicher Strategien empfohlen, wie im Falle eines Gewinnes oder Verlustes weiter verfahren werden soll. Durch mathematische Methoden der Wahrscheinlichkeitsrechnung und unter Berücksichtigung des Einsatz-Gewinn-Verhältnisses läßt sich eindeutig aussagen, dass bei wiederholtem Spiel auch bei optimaler Strategie auf Dauer jeder Spieler Geld verliert.

Es bleibt also höchstens die Frage "Welche Spielweise führt bei wiederholtem Spiel zum geringsten Verlust?" Auch hier liefert die Wahrscheinlichkeitsrechnung eine Antwort: Die vielen Spielern bekannte Progressionsstrategie "Martingale", bei der ein Spieler mit einem Grundeinsatz beginnt und im Verlustfall so oft den Einsatz verdoppelt, bis er gewinnt, führt auf Dauer zwar nicht zu einem Gewinn, aber zum geringsten Verlust, falls der Spieler rechtzeitig aufhört. Wenn der Ausstieg nicht rechtzeitig erfolgt, bringt diese Strategie jedoch hohe Verluste.

Die Strategie des Verdoppelns bei Verlust geht nicht auf, weil zum einen die Einsätze dramatisch schnell ansteigen -- z.B. beträgt der Einsatz bei 10 Euro Grundeinsatz nach dem 9. Verlust in Folge bereits 20480 Euro, zum anderen beim Spiel Einsatzobergrenzen (Limits) gelten, die häufig spätestens nach 10 oder 11 Würfen (Coups) in Folge erreicht sind und ein strategiekonformes Weiterspielen verhindern. Ohne diese Einsatzobergrenzen würde z.B. die Stategie des Verdoppeln bei ausreichendem (unendlich hohem) Kapital in jedem Fall zum Gewinn führen, wenn auch nur in Höhe des anfänglichen Einsatzes, im Beispiel also ein Gewinn von 10 Euro bei mehr als 20.000 Euro Einsatz nach 9 Coups.

Viele Spieler unterschätzen auch, wie häufig z.B. "Serien" von gleichartigen Ergebnissen vorkommen, so beträgt beispielsweise die Wahrscheinlichkeit für das zehnmalige Erscheinen von "Ungerade" oder "Rot" 0,07%, d.h. ungefähr alle 1346 mal kommt es an einem Spieltisch zu diesem Auftreten. Bei einer durchschnittlichen Anzahl von 200 Coups pro Tag und Tisch und einem Betrieb von 7 Tischen also durchschnittlich 1 Mal pro Abend. Überhaupt ist das Ergebnis jeder Ausspielung natürlich völlig unabhängig von allen vorherigen Ergebnissen. Man beobachtet in Casinos oft, dass wenn an einem Tisch zum Beispiel mehrmals hintereinander "Rot" fällt, viele Spieler hohe Summen auf "Schwarz" setzen. Ein solches Verhalten hat keinerlei Basis in der Wahrscheinlichkeitsrechnung.

"Systemspiele" und Progressionen

Beim Roulette ist kein dauerhaftes Gewinnsystem bekannt, und wie oben bereits gesagt, ist sogar mathematisch bewiesen, dass ein solches System an einem richtig funktionierenden Tisch gar nicht existieren kann -- auch wenn selbsternannte "Roulette-Forscher" (oft Spielsüchtige) teilweise fest glauben, solche Systeme entwickelt zu haben.

Hier einige Bespiele für häufig genutzte Progressionen:

Martingale: Es wird immer auf eine Farbe gesetzt, wenn man verliert setzt man immer das Doppelte: 1, 2, 4, 8, usw.

Supermartingale: Es wird bei Verlust immer das Doppelte + 1 Stück gesetzt: 1, 3, 7, 15, usw.

d'Alembert-Progression: Einsatz wird um ein Stück erhöht bei Verlust, Verringerung um 1 Stück bei Gewinn. Höchster Gewinn ist erreicht, sobald man wieder bei 1 Stück angelangt ist:

1, 2, 3, 4, (Gewinn) -> 3 (Gewinn) -> 2 (Gewinn) -> 1 usw.

Weitere Strategien

Neben den oben aufgeführten Strategien versuchen Spieler, bauliche Unregelmäßigkeiten des Kessels für sich auszunutzen. Dies ist die einzige theoretisch haltbare Methode, einen positiven Erwartungswert zu erreichen, also auf Dauer mehr zu gewinnen als zu verlieren.

Die Theorie ist, dass durch mechanische Ungenauigkeiten des rotierenden Rades keine "echten" Zufallszahlen erzeugt werden, sondern manche Zahlen häufiger gezogen werden als andere. Hat der Spieler davon Kenntnis, verschiebt sich das Einsatz-Gewinn-Verhältnis -- wenn auch nur leicht -- zu seinen Gunsten. Man muss jedoch davon ausgehen, dass Spielbanken durch statistische Analysen solche Ungleichheiten ebenfalls erkennen und fehlerhafte Kessel aus dem Verkehr ziehen.

Eine andere Strategie, das sog. "Kesselgucken", versucht eine Beziehung herzustellen zwischen dem Ort, an dem die Kugel in den Kessel gegeben wird und dem späteren Endpunkt, also der möglichen gezogenen Zahl. Ob mit der dem bloßen menschlichen Auge eigenen Beobachtungsgenauigkeit tatsächlich eine solche Beziehung herzustellen ist oder die Kugel durch die im Kessel angebrachten längs- und querstehenden Hindernisse an der Kesselwand nicht vorhersagbar einen Endpunkt einnimmt, ist umstritten.

Ansagen

Bei dem Ansagen in einer Spielbank setzt der Spieler nicht selbst seine Jetons, sondern teilt dem Croupier mit, wohin dieser die Jetons legen soll. Das ist das übliche Vorgehen, wenn der Spieler von seinem Platz aus nicht an die gewünschten Felder herankommt. Das Ansagen ist eine kleine Kunst für sich. Hier einige Beispiele:

Für die oben genannten Beispiele ist es wichtig, dass die Zahlen verbunden sind, was sich durch die Lage der Zahlen auf dem Spieltisch erklärt. Außerdem ist nur ein Jeton notwending.

Für folgende Beispiele müssen die Zahlen nicht verbunden sein, auch benötigt man mehr als einen Jeton:

Spielt eine Zahl, sowie die Nachbarn im Kessel (nicht auf dem Setzfeld!). Soll die 10 und zwei nachbarn links und rechts gespielt werden, so lautet die Ansage 10-2-2. Gespielt werden dabei die Zahlen 10, 24, 5, 23 und 8 (alle Plein), was sich aus der Lage im Kessel ergibt (Abfolge im Kessel 24, 5, 10, 23, 8). Es werden also 5 Jetons benötigt.


Fazit

Die Gewinnpläne beim Roulette sind so ausgelegt, dass von den Einsätzen 36/37stel, also ca. 97 Prozent als Gewinne wieder ausgezahlt werden. Roulette ist daher im Gegensatz zu anderen Glücksspielen relativ fair, bei Zahlenlotto beträgt die Auszahlungsquote z.B. nur 50 Prozent. Dennoch führt dieses Einsatz-Gewinn-Verhältnis im Allgemeinen dazu, dass Spieler bei dauerhaftem Spiel Geld verlieren, das der Spielbank bzw. (in Deutschland) dem Staat zufließt. In Deutschland erhält das Bundesministerium der Finanzen 80% aller erreichten Gewinne der Spielbanken. Dies wird durch Beamte vor Ort überwacht.

Siehe auch: Parolispiel, American Roulette






Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Roulette aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.