Ruhr (Fluss)
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Einordnung: Fluss in Nordrhein-Westfalen | Fluss in Deutschland | Ruhrgebiet | Sauerland
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Die Ruhr (nicht zu verwechseln mit der Rur) ist ein etwa 217km langer, rechter Nebenfluss des Rheins in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.
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Verlauf
Sie entspringt rund drei Kilometer nordöstlich von Winterberg und rund eineinhalb Kilometer nordwestlich von Elkeringhausen im Hochsauerland. Ihr Quellgebiet liegt etwa auf der Rhein-Weser-Wasserscheide, denn die Orke, die etwas weiter östlich entspringt, fließt über die Eder und die Fulda in die Weser.
Nach der Gesamtlänge von 217 Kilometer und einem auf weiter Strecke Ost-West-Verlauf mündet sie bei Duisburg-Ruhrort in den Rhein. Sie durchfließt dabei die Gemeinden beziehungsweise Städte Winterberg, Olsberg, Bestwig, Meschede, Arnsberg, Ense, Wickede (Ruhr), Fröndenberg, Menden (Sauerland), Holzwickede, Iserlohn, Schwerte, Dortmund, Hagen, Herdecke, Wetter (Ruhr), Witten, Bochum, Hattingen, Essen, Mülheim an der Ruhr und Duisburg.
Geologie und Wasserwirtschaft
in den Rhein. In der Mitte die Skulptur Rheinorange.]]
Die Ruhr entspringt in 674 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Die Mündung in den Rhein liegt auf 17 Metern. Die Ruhr ist ein windungsreicher Fluss, der im gebirgigen Hochsauerland eher als Bach erkennbar ist. Das Verhältnis von Hoch- zu Niedrigwasser liegt bei 1:500, was sich aus der Lage im Rheinischen Schiefergebirge erklärt. Dessen Böden können nur sehr wenig Wasser aufnehmen. Mehrere Talsperren im Sauerland dienen der Trinkwassergewinnung, sowie in geringen Maßen der Abflussregulierung. Fünf Flussstauseen zwischen Dortmund und Essen haben für die Regulierung nur eine geringe Bedeutung.
Nebenflüsse der Ruhr sind unter anderem die Hille, die Neger, der Gierskoppbach, die Elpe, die Valme, der Nierbach, die Henne, die Gebke, die Wenne, die Röhr, die Möhne, die Hönne, der Baarbach, der Elsebach, die Lenne und die Volme.
Das Flusstal wird bis kurz vor seiner Mündung beidseitig von Gebirgszügen des Rheinischen Schiefergebirges begrenzt. Nach Norden hin schließen sich jedoch keine weit ausgedehnten Gebirge an, sondern lediglich schmale Höhenzüge, wie der Haarstrang und das Ardeygebirge, die nach Norden hin in die Westfälische Bucht abfallen, so dass das Einzugsgebiet der Ruhr fast nur südlich von ihr liegt und sich die Wasserscheide unter anderem zum Emschersystem in geringer Entfernung vom Ruhrtal direkt nördlich anschließt.
Bedeutung
Transportweg
bei Herdecke auf einer alten Ansichtskarte um 1900]]
Die Ruhr ist von der Mündung bis hinauf nach Mülheim an der Ruhr über den Ruhrschiffahrtskanal zur Bundeswasserstraße ausgebaut. Weiter flussaufwärts bis Essen-Rellinghausen ist sie als Landeswasserstraße für Fahrzeuge mit einem maximalen Tiefgang von 1,70 m, einer Länge von höchstens 38 m und einer Breite von bis zu 5,20 m befahrbar.
Bedeutung für den Transport erlangte die Ruhr im 18. Jahrhundert für die Kohle. 1770 veranlasste die preußische Regierung unter König Friedrich II. daher eine Studie über einen möglichen Ruhrausbau, der zwischen 1774 und 1780 umgesetzt wurde. Schleusen, Buhnen und der Leinpfad stammen aus dieser Zeit.
Zwischen 1780 und 1801 fuhren Schiffe die Ruhr hinauf bis Fröndenberg-Langschede. In dem kleinen Langscheder Hafen wurden Getreide aus dem Umland und Salz aus Unna-Königsborn verladen. Der nun deutlich vereinfachte Kohlentransport ins Rheinland führte wiederum zu einer höheren Nachfrage. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts verlagerte sich jedoch der Transport auf die Eisenbahn, so dass die Ruhr für den Güterverkehr praktisch bedeutungslos geworden ist.
An der Mündung der Ruhr in den Rhein in Duisburg-Ruhrort liegt dennoch der größte Binnenhafen Europas.
Energielieferant
Die Ruhr wird seit Beginn der Elektrifizierung als Energielieferant genutzt. So gibt es entlang der Ruhr zahlreiche, teils private Wasserkraftwerke, zumeist Laufwasserkraftwerke: zum Beispiel in Wiemeringhausen, Olsberg, Nuttlar, Alfert, Velmede, Eversberg, Heinrichsthal, Stockhausen, Freienohl, Wildshausen, Arnsberg und Westhofen. In Herdecke steht das große Pumpspeicherkraftwerk Koepchenwerk. Desweiteren wird das Ruhrwasser auch als Kühlwasser für thermische (Kohle-)Kraftwerke genutzt.
Wasserversorgung
Über fünf Millionen Menschen beziehen Trinkwasser aus der Ruhr. Das Wasser wird im Kies und Sand des Flussbetts filtriert und in den Wassergewinnungsanlagen von 20 Wasserwerken gefördert. An einigen Stellen wird das Wasser an den Stauwehren zurückgepumpt, um einen ausreichenden Wasserstand für die Wassergewinnung zu gewährleisten.
Insgesamt werden jährlich etwa 510 Millionen Kubikmeter Trinkwasser gefördert.
Das Einzugsgebiet der Ruhr, einschließlich ihrer Nebenflüsse, liegt fast vollständig im Bundesland Nordrhein-Westfalen (4.481 von 4.485 km²), ferner auch in Hessen und Rheinland-Pfalz.
Erholungsraum
Auf der Ruhr in ihrer Rolle als Erholungsgebiet findet jedoch nach wie vor Ausflugsverkehr statt. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang die Ruhrstauseen Hengsteysee, Harkortsee, Kemnader See, Baldeneysee und Kettwiger See, sowie die Stadt Mülheim an der Ruhr, deren Wasserbahnhof Ausgangspunkt der Weißen Flotte, einer Reihe von Ausflugsschiffen, ist. Die Stauseen sind insbesondere im Sommer ein beliebtes Ziel für die Inline-Skater des Ruhrgebietes.
Entlang der Ruhr führt der Ruhrhöhenweg Wanderer von der Quelle bis zur Mündung.
Die Ruhr war schon früh Naherholungsgebiet und die Höhen über dem Fluß Wohngebiet der wohlhabenden Bevölkerungsschicht. So baute zum Beispiel Alfred Krupp seine Villa Hügel 1873 auf den Anhöhen über der Ruhr im Essener Süden.
Die Ruhr hat dem Ruhrgebiet den Namen gegeben. Die Industrialisierung der Region nahm hier ihren Anfang, da die Ruhr sowohl ein schiffbarer Verkehrsweg war als auch südliche Grenze der Kohleflöze des Ruhrgebiets, die um die Ruhr herum an die Oberfläche treten und nach Norden immer tiefer abfallen. So wurden die ersten Zechenbauten in der Nähe der Ruhr angelegt und dem sich entwickelnden Industriegebiet ein Name gegeben.
Die Ruhr ist aber eher der südliche Grenzfluß des sich nach Norden entwickelten Ruhrgebiets. Als die Industrialisierung im Ruhrgebiet in großem Maßstab Mitte des 19. Jahrhunderts begann, hatte sich der Bergbau schon weiter nördlich in Richtung Emscher bewegt. So blieb der Ruhr das Schicksal der Emscher erspart, die erst zur Kloake des Ruhrgebiets gemacht und anschliessend kanalisiert wurde, um die Abwässer der um ein vielfaches angewachsenen Bevölkerung und der Industrie in Richtung Rhein abzuleiten.
Entlang der Ruhr führt der gut 240 km lange Ruhrhöhenweg des Sauerländischen Gebirgsvereins.
Natürliche Grenze
Aufgrund der landschaftlich günstigen Situation und um die Flussübergänge der Nord-Süd-Verbindungen zu sichern, entstanden an den Hängen des Ruhrtales zahlreiche Burgen und Adelssitze. Einige davon gehörten im 13. Jahrhundert zum Erzbistum Köln, zur Grafschaft Mark, zum Herzogtum Berg, oder zur Grafschaft Limburg.
Heute noch genutzt oder als Ruinen erhalten sind zum Beispiel in Arnsberg das Schloss Arnsberg, Haus Opherdicke in Holzwickede, in Dortmund die Hohensyburg, in Hagen das Wasserschloss Werdringen, in Wetter die Burg Wetter und die Burg Volmarstein, in Herdecke das Gut Schede und Haus Mallinckrodt, in Witten das Schloss Steinhausen, die Burg Hardenstein, Haus Witten und Haus Herbede, in Hattingen das Haus Kemnade, die Burg Blankenstein und die Isenburg, in Essen die Burg Altendorf, die Neue Isenburg, Haus Horst und die Vryburg.
Sehenswertes
Oberes Ruhrtal
- Ruhrquelle
- Niedersfeld
- Schloss Wildenberg, Brunskappel
- Grimme-Denkmal, Assinghausen
- Assinghausen
- Schloss Bruchhausen
- Bruchhauser Steine
- Olsberg
- Rittergut-Schloß-Antfeld
- Museum Eversberg
- Hüneburg
- Meschede
- Kloster Galiläa
- Schloss Laer
- Stesser Burg
- Wasserburg Brumlingsen
- Kloster Göslingsen
- Arnsberg
- Schloss Arnsberg
- Neheim
- Kölnische Burg
- Schloss Höllinghofen
- Haus Füchten
- Gut Oevingshausen
- Gut Echthausen
- Wickede_(Ruhr)
- Burg Hünenknüfel
- Fröndenberg
- Burg Ardey
Mittleres Ruhrtal
Unteres Ruhrtal
- Freizeitzentrum Heveney
- Kemnader See
- Haus Kemnade
- Burg Blankenstein
- Burg Rauendahl
- Henrichshütte
- Haus Bruch
- Haus Kliff
- Birschels Mühle
- Hattingen
- Isenburg
- Schwimmbrücke Dahlhausen
- St.-Mauritius-Dom, Niederwenigern
- Burg Altendorf, Burgaltendorf
- Haus Horst, Essen-Horst
- Vryburg
- Ludwig Kessing Park
- Essen-Steele
- Schloss Schellenberg
- Jagdthaus Schellenberg
- Haus Heisingen
- Baldeneysee
- Haus Ruhreck
- Haus Scheppen
- Neue Isenburg
- Schloss Baldeney
- Villa Hügel
- Essen-Werden
- Kloster Werden
- Alteburg
- Kattenturm
- Schloss Oefte
- Kettwig
- Schloss Landsberg
- Schloss Hugenpoet
- St. Laurenzius
- Haus Kron
- Schloss Broich
- Mülheim an der Ruhr
- Schloss Styrum
- Aquarius-Wassermuseum
- Gut Raffelberg
- Haus Ruhrnatur
- Naturdenkmal Ruhrwiesen
- Duisburg
- Duisburger Innenhafen
- Rheinorange, Ruhrort
Literatur
- Naturschutzzentrum Märkischer Kreis e. V. (Hrsg.): Die Ruhr - Elf flußbiologische Exkursionen. Martina-Galunder-Verlag, Wiehl 1998, ISBN 3931251357
- Gustav Adolf Wüstenfeld: Die Ruhrschiffahrt von 1780 bis 1890. G. A. Wüstenfeld, Wetter (Ruhr) 1978. ISBN 392201402X
- Harald Polenz: Von Grafen, Bischöfen und feigen Morden. Klartext-Verlag, Essen 2004. ISBN 3898612600
Siehe auch:
Weblinks
- weitere Weblinks
- www.ruhr.nrw.deLÖBF-Informationssystem Die RuhrBlickpunkt Ruhrprivate Site mit touristischen Hinweisen;
- Bewirtschaftungsplan Ruhr für die EU-WRRLmit Abbildung des Einzugsgebietes;
- Das Schulprojekt Lebensraum RuhrRuhrtal à la KarteWebsite des Ruhrverbands
- Suche nach Ruhr (Fluss) Infos mit: Yahoo
