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Saarländischer Dialekt

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Als Saarländisch werden die rheinfränkischen, westpfälzischen Dialekte des Westmitteldeutschen sowie die moselfränkischen Dialekte bezeichnet, die innerhalb der Landesgrenzen des Saarlandes gesprochen werden.

Der grobe Verlauf der Sprachgrenzewischen moselfränkischem und westpfälzischem Saarländisch folgt der dat/das-Linie, die sich mitten durch das Land von Völklingen im Südwesten nach St. Wendel/Freisen im Nordosten zieht.

In der Umgebung von Lebach und Schmelz wird ein auffallend andersartiger Inseldialekt gesprochen, der sich vom üblichen saarländischen Dialekt unterscheidet. Die Dialektgrenze macht sich nach Süden an der "Heimläufergrenze" fest, nur südlich davon war es den Bergleuten möglich, vor und nach Schicht ihre Heimatdörfer noch zu Fuß zu erreichen. Das isolierte Gebiet hatte in der Zeit der industriellen Revolution eine eigene, vom übrigen Saarland abweichende Sprachentwicklung. Heute gibt dieser Inseldialekt den Bewohnern des Raumes Lebach-Schmelz eine gewisse, eigene kulturelle Identität gegenüber den übrigen Saarländern.

Außerhalb des Saarlandes werden die rheinfränkischen saarländischen Dialekte, insbesondere das in der Landeshauptstadt Saarbrücken gesprochene "Saarbrigger Platt", als der saarländische Dialekt wahrgenommen. Der saarländische Dialekt wird annähernd klassenübergreifend in allen Schichten des saarländischen Volkes gesprochen, ist daher kein Merkmal für die Zugehörigkeit des Sprechers zu einer sozial niedrigeren Stellung, wie es in vielen anderen Teilen Deutschlands üblich zu sein scheint. Vielmehr gehört dieser Dialekt untrennbar zur saarländischen Identität.

Der Blick über die Grenze nach Luxemburg, wo ein verwandter Dialekt Landessprache ist, wie auch die bundesweit erfolgreichen Fernsehsendungen des saarländischen Komikers Gerd Dudenhöffer, haben in den letzten Jahren zu einer Renaissance der saarländischen Sprache geführt.

"Dialekt ist Sprachbarriere", schreibt der Tübinger Kulturwissenschaftler Hermann Bausinger, "aber es stimmt nicht, dass es sich dabei nur um eine einseitige Barriere handelte, die von außen und oben beliebig übersprungen werden könnte. Es handelt sich auch um einen Schutzzaun gegen allzu alerte Kommunikateure, und hinter diesem Schutzzaun gedeiht nicht nur Rückständigkeit, sondern auch eine eigene Modernität, die Modernität der Provinz, die sich gegen das technokratische Modernitätsmonopol der Zentralen wendet."

siehe auch: Luxemburgisch, Lothringisch, Platt, Westpfälzische Dialektgruppe, Moselfränkische Dialektgruppe

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