Sankt-Stanislaus-Orden
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Einordnung: Orden und Ehrenzeichen | Polen | Russland
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Sankt-Stanislaus-Orden (polnisch: Order Å›w. StanisÅ‚awa, russisch: Орденъ Ñ?в. СтаниÑ?лава) war ein russischer, ursprünglich polnischer Verdienstorden, der von 1765 bis 1917 existierte.
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Geschichte
Der Stanislausorden wurde von König Stanislaus II.August als einklassiger Orden am 7. Mai 1765 für 100 Ritter. Diese stipulierte Zahl wurde jedoch bald überschritten, denn König Stanislaus´ Beschützerin, die Zaritza Katharina II. befahl ihm, den Orden an zahlreiche russische Höflinge zu vergeben.
Der Orden wurde nach der 3.Teilung Polens nicht mehr verliehen. Erst König Friedrich August von Sachsen, Herzog von Warschau, verlieh ihn ab 1807 wieder, jedoch mit einer Änderung des Ordensbandes: während der 1. Polnischen Republik trug man den Orden an einem roten Band mit einem weißen Streifen auf beiden Seiten, im Herzogtum Warschau wurde die doppelte weiße Einfassung eingeführt.
Kaiser Alexander I., als König von Polen, erneuerte ihn 1815 und teilte ihn in vier Klassen. Das Band und die Dekorationen blieben unverändert. Kaiser Nikolaus I. verleibte ihn 1831 den russischen Orden ein und beschränkte ihn 1839 auf drei Klassen (die zweite mit zwei Unterabteilungen mit und ohne Krone). Die zweite Klasse (Halsdekoration mit Bruststern) durfte nur an Ausländer verliehen werden. Ab 1855 gab es auch eine Militärabteilung mit Schwertern (sämtliche russische Orden mit Ausnahme des Georgsordens (Russischer Orden des Heiligen Georg) erhielten Schwerter als zusätzliche Dekoration). Dabei gab es zwei Varianten: Schwerter am Ring und Schwerter zwischen den Armen des Kreuzes. Schwerter am Ring bedeuteten, daß man die Militärdekoration zu einem niedrigeren Grade erworben und zum höheren Grade überführen durfte. Ab etwa 1860 wurden die Kreuze und Sterne der 1.und der 2.Klasse auch mit Brillanten vergeben. Ab 1857 versah man die 3.und 4.Klasse des St.Annen- St.Stanislaus- und des Orden des Heiligen Wladimir s und mit Schwertern mit einer Schleife (russisch: lenta s bantom) am Ordensband. Der Stanislausorden kam im Rang nach dem Sankt-Annen-Orden (Russischer Orden der Heiligen Anna) und war also der niedrigste Orden des russischen Ordenssystems.
Insignien
Die Dekoration war ein rot emailliertes achtspitziges Malteser-Kreuz mit goldenen Kugeln und goldenen Halbkreisen zwischen den Spitzen sowie Adlern (bis 1831: weißemaillierten polnischen, ab 1831: goldenen russischen Doppeladlern) in den Winkeln. Das bis um 1860 verwendete russische Modell hatte Zarenadler mit gespreizten Flügeln, die späteren Ausgaben zeigen die mehr rundliche Form des Adlers. Der weiß emaillierte Mittelschild, von grünem Lorbeer eingefaßt,trug in der Zeit von 1765 bis 1831 die gemalte Figur des Heiligen Bischofs-Märtyrers Stanislaus Szczepanowski, an beiden Seiten von den Buchstaben S und S umgeben, und ab 1831 in Rot die Chiffer S. S. (Sanctus Stanislaus). Es existierte auch eine Ausführung für Nichtchristen mit dem Zarenadler statt der Chiffer S.S. im Mittelschild. Diese Auszeichnung wurde nur in der Form des Bruststerns, also ohne Kreuz, vergeben. Der nicht emaliierte goldene Revers trug bis 1831 das königliche Monogramm SAR (Stanislaus Agustus Rex), später ab 1831 die Inschrift SS auf Gold mit weißem Rande. Der achtstrahlige Silberstern (bis 1831: ein gestickter Stern) trug die Devise: "Praemiando incitat" ("Belohnend ermuntert"). Anfänglich bei den zwei höchsten Klassen vorhanden, wurde der Bruststern ab 1839 bei Inländern nur noch bei Großkreuzen verliehen. Die zweite Klasse, Komtur mit Stern, war nur für Ausländer vorgesehen. Der Orden wurde an dunkelrotem Band mit doppelter weißer Einfassung, das Großkreuz von der rechten Schulter zur linken Hüfte getragen. Für eine bestimmte Anzahl von Rittern war eine Pension mit dem Orden verbunden, dessen Fest am 23. April gefeiert wurde.
Letzte Jahre des Stanislausordens
Ab 1915 wurde der Stanislausorden nicht mehr aus Gold, sondern aus vergoldetem Kupfer hergestellt (sog. Kriegsmodell).
Die Kerenski -Regierung verlieh ihn März - Oktober 1917 in veränderter Form, mit ungekrönten Doppeladlern in den Winkeln. Die drei Klassen und die Abteilung mit Schwertern wurden beibehalten, die mit Kronen abgeschafft.
In der nach 1918 wieder entstandenen Republik Polen erwog man seine Neugründung und gab die Pläne später auf. Von den alten polnischen, später russischen Orden wurden nur der Orden vom Weißen Adler und der Orden Virtuti Militari erneuert. Der Stanislausorden wurde durch den 1921 gestifteten Orden Polonia Restituta ersetzt, der an einem roten Band mit einfacher weißer Einfassung getragen wird, also dem Band des Stanislausordens aus der Zeit der 1. Polnischen Republik. Das Tragen des Stanislausordens wurde in Polen verboten und der polnische Staat, als Rechtsnachfolger des russischen, verlangte von den Inhabern die Rückgabe aller Insignien, welches jedoch selten befolgt wurde.
1990 entstand in Großbritannien und Neuseeland eine karitative Vereinigung mit dem Namen "Order of Saint Stanislas", die nachgemachte Insignien des Stanislausordens aus der Zeit der 1.Polnischen Republik verwendet (5 Klassen). Dieser Orden ist eher sogenannten "falschen Ritterorden" zuzuführen, da die Stiftung von keinem Souverän genehmigt worden ist.
Literatur
- W.Boncza-Tomaszewski, Kodeks orderowy, Warszawa 1939;
- Arnhard Graf Klenau, Europäische Orden ab 1700, München 1978;
- Václáv MěřiÄ?ka, Orden und Auszeichnungen, Prag 1969; Faleristik, Prag 1976;
- Zbigniew Puchalski/Ireneusz J. Wojciechowski, Ordery i odznaczenia polskie, Warszawa 1987;
- I.G. Spasskij, Inostrannyje i russkije ordjena do 1917 goda, Leningrad 1963
- Suche nach Sankt-Stanislaus-Orden Infos mit: Yahoo
