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Schlacht bei Tannenberg

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Es gab zweimal eine Schlacht bei Tannenberg. Einmal im Mittelalter und dann nochmal im ersten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Mittelalter


In der Schlacht bei Tannenberg wurde am 15. Juli 1410 die Armee des Deutschritterordens von einer Armee aus Polen, Litauern und Tataren unter König Wladyslaw II. Jagiello von Polen und Großfürst Witold von Litauen vernichtend geschlagen. In der Schlacht fiel auch der Hochmeister des Ordens, Ulrich von Jungingen. Diese Schlacht wird von den Polen "Schlacht von Grunwald" genannt und gehört seit dem 19. Jahrhundert zum Nationalmythos Polens. Die Schlacht bei Tannenberg gilt als die größte Schlacht eines mittelalterlichen Ritterheeres.

Die Niederlage in der Schlacht bei Tannenberg bedeutete für den Ordensstaat und den Deutschritterorden das Ende seiner Hochzeit. In Folge der Schlacht von Tannenberg gelang es zwar noch, die Marienburg gegen den Angriff der Polen und Litauer zu verteidigen, aber im Ersten Thorner Frieden mußte der Ordensstaat 100.000 Schock böhmische Groschen Entschädigung zahlen, was ihn finanziell ruinierte und letztlich zum Aufstand der preußischen Landstände und zur Teilung Preußens im Zweiten Thorner Frieden von 1466 führte: damit kam der westliche Teil des Ordensstaates ("Preußen königlichen Anteils") unter die Oberhoheit des polnischen Königs (bis 1772).


Erster Weltkrieg

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges hatte die deutsche Heeresleitung gemäß Schlieffen-Plan, der einen Zwei-Fronten-Krieg verhindern sollte, die Masse des Heeres an der Westfront gegen Frankreich eingesetzt. Wider Erwarten war die Armee des russischen Zaren bereits im August 1914 (auf Veranlassung der Franzosen) in Ostpreußen einmarschiert, obwohl ihre Mobilisierung noch nicht komplett abgeschlossen war. Nach der deutschen Niederlage in der Schlacht bei Gumbinnen, dem heutigen Gusew, plante die deutsche Armee sogar einen Rückzug hinter die Weichsel. Nach Neuformierung und Verstärkung und unter neuer Führung - General Paul von Hindenburg und seinem Stabchef Erich Ludendorff - gelang es zwischen dem 24. und 31. August 1914 jedoch, die russische Narew-Armee unter General Samsonoff zu umfassen und in einer Kesselschlacht zwischen Allenstein und Neidenburg zu besiegen und zu vernichten. Schlüssel zu diesem Erfolg war eine konsequente Funkaufklärung, die der deutschen Armeeführung die geplanten Bewegungen der beiden russischen Armeen in Ostpreußen verriet; außerdem die damals noch unübliche Verwendung der Eisenbahn, um schnelle Truppenverlegungen auszuführen, wodurch die deutschen Soldaten ausgeruht aus den Eisenbahnzügen in den Kampf zogen, während die russischen Soldaten viele Tage anstrengenden Marsch hinter sich hatten; schließlich die erfolgreiche Täuschung der russischen Njemen-Armee unter General v. Rennenkampf, die tagelang untätig blieb, während nur zwei Tagesmärsche entfernt die Narew-Armee eingekesselt und aufgerieben wurde. General Alexander Samsonoff nahm sich am 29. August das Leben. Von seiner Narew-Armee entkamen nur rund 10.000 Mann, fast 50.000 Mann fielen oder waren verletzt. 92.000 Mann gerieten in deutsche Gefangenschaft. Praktisch das gesamte Kriegsgerät der Narew-Armee konnte von den Deutschen erbeutet werden.


In der Folge der Schlacht bei Tannenberg wurde auch die russische Njemen-Armee unter General v. Rennenkampf während der Schlacht an den Masurischen Seen (9. - 14. September 1914) geschlagen, entkam jedoch der Einkesselung und musste sich im Februar 1915 nach der Winterschlacht in Masuren endgültig aus Deutschland zurückziehen. Die Schlacht bei Tannenberg gilt deshalb als Schlüssel zur Befreiung Ostpreußens von den eingedrungenen Russen. Die Schlacht bei Tannenberg war die größte erfolgreiche Kesselschlacht des 1.Weltkrieges.

Nach dem verlorenen Krieg und den für Deutschland harten Friedensbedingungen im Vertrag von Versailles wurde der Sieg von national-reaktionären Kreisen um den späteren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und von Kriegervereinen zum Symbol der Größe Deutschlands hochstilisiert. Am Ort der Schlacht wurde 1927 ein monumentales Denkmal errichtet. Das NS-Regime mißbrauchte das Tannenberg-Denkmal für seine Propaganda und zur Verherrlichung des Krieges. Nach umfassenden Umbaumaßnahmen und unter gewaltigem propagandistischem Aufwand fand dort am 7. August 1934 die Beisetzung des kurz zuvor verstorbenen Reichspräsidenten Hindenburg statt. Aus diesem Anlass ließ Adolf Hitler die Anlage zum "Reichsehrenmal Tannenberg" umbenennen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das monumentale Denkmal vor dem Anrücken der Roten Armee auf Befehl Hitlers gesprengt.

Obwohl der Ort Tannenberg eher am Rande des Kampfgebietes liegt, trägt die Schlacht trotzdem ihren Namen, da Hindenburg so symbolisch die "Scharte von 1410" auswetzen wollte. Auch die Schlacht von 1410 fand nicht tatsächlich im Ort Tannenberg, sondern nur in seiner Nähe statt.

Siehe auch

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