Schriftlicher Leistungsnachweis in der Schule
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Einordnung: Pädagogik
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Schriftliche Leistungsnachweise in der Schule umfassen Klassen- und Kursarbeiten und andere Lernkontrollen, die als Teil der Leistungsbeurteilung in die Zeugnisse eingehen. Nicht hierunter zählen Tests, wie sie in Folge der herrschenden Evaluationitis zum Beispiel im Rahmen von Schulleistungsvergleichen durchgeführt werden.
Schriftliche Leistungsnachweise unterliegen detaillierten rechtlichen Vorschriften. In Deutschland fallen diese Vorschriften als Teil des Schulrechts, in die Kompetenz der Bundesländer.
Schwierigkeits-Schema
Die Lehrer sind gehalten, in der Prüfungsarbeit Fragen aus unterschiedlichen Schwierigkeitsniveaus zu kombinieren, um über eine reine Abfrage von Wissen hinaus auch allgemeiner die Intelligenz des Schülers einzustufen. Der Grad der Schwierigkeit wird in Bayern (und anderen Bundesländern) dabei durch den Grad der Anforderung an das Abstraktionsvermögen des Schülers bestimmt. So gibt es genau vier verschiedene Abstraktionstypen bei Fragen (von leicht bis schwer, mit dem (Gewichtungs)Anteil in % aller Fragen, den in Bayern Fragen dieses Typs haben sollen):
- Reproduktion (20%). Gelerntes Wissen wiedergeben. In Geschichte z.B. eine Jahreszahl eines Ereignisses nennen.
- Reorganisation (40%). Gelerntes Wissen, aber mit veränderten Parametern wiedergeben. In Geschichte z.B. aus dem Wissen um die europäischen Kolonien in Afrika eine Rangfolge des europäischen Einflusses in Afrika erstellen.
- Transfer (30%). Eine gelernte Methode auf einem neuen Gebiet anwenden (und wissen, welche Methode zur Lösung führen wird). In Geschichte z.B. einschätzen, warum die 1848-Revolution in Deutschland nicht erfolgreich war, und dabei das Wissen um die Gründe, die zur Französischen Revolution geführt haben, verwenden.
- Neues Gebiet (10%). Auf einem neuen Gebiet eine Lösung finden, nur aus den in der Prüfung vorgegebenen Fakten. Hier wird nur die allgemeine Intelligenz und Inspiration, nicht Gelerntes abgefragt.
Die Schwierigkeitstypen werden auch direkt mit den Extrem-Noten korreliert: "Reproduktion" gilt als die "Sechser-Bremse" (wer nur fleissig lernt, bekommt auf keinen Fall eine sechs), "Neues Gebiet" als die "Einser-Barriere" (alleine Gelerntes anzuwenden, reicht nur zur zwei; wer eine eins will, muss individuelle Denkfähigkeit beweisen).
Hessen
In Hessen schreibt die Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses in §§ 21-27 und Anlage 2 folgendes vor:
Arten, Häufigkeit, Umfang und Gewichtung der Leistungsnachweise:
- Klassenarbeiten in der Sekundarstufe I in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen: je nach Jahrgangsstufe und Fach zwischen 4 und 7 Arbeiten pro Jahr, zwischen 1 und 3 Unterrichtsstunden Dauer, machen zusammen die Hälfte der Grundlage der Leistungsbeurteilung aus;
- Lernkontrollen in den übrigen Fächern: eine pro Halbjahr, bis Klasse 7 bis 30 Minuten, bis Klasse 10 bis 45 Minuten; können durch praktische Arbeit ersetzt werden; machen ein Drittel der Grundlage der Leistungsbeurteilung aus;
- Klausuren in der [[gymn Hälfte der Arbeiten so bewertet worden ist, kann der Schulleiter entscheiden, die Arbeit zu werten);
- müssen von Schülern, die die Arbeit entschuldigt versäumt haben, auf Verlangen des Lehrers nachgeschrieben werden, wenn andernfalls eine sachgerechte Leistungsbeurteilung nicht möglich ist.
Siehe auch
Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen (GFS)
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