Schuh
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Einordnung: FuĂbekleidung
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Dieser Artikel befasst sich mit dem Schuh als FuĂkleidung. Weiteres siehe Schuh (BegriffsklĂ€rung)
Der Begriff Schuh (von althochdeutsch scuoh SchutzhĂŒlle) bezeichnet eine FuĂbekleidung. Ein Schuh ist in der Regel mit einer robusten Sohle mit Profil versehen, die die FuĂsohle vor dem Untergrund schĂŒtzt. Meist hat der Schuh einen Absatz. Der obere Teil besteht meist aus weicherem Material, oft aus Leder oder Stoff.
| Inhaltsverzeichnis |
Unterscheidungen
Man unterscheidet einmal Schuhe hinsichtlich der Lederart. Das wÀren dann
- Rindbox-Schuhe
- Boxcalf-Schuhe und
- Chevreau-Schuhe sowie
- Lackschuhe (Sonderbehandlung des Leders)
Auch bezĂŒglich der Seitenhöhe wird unterschieden. So gehen Halbschuhe, Pumps und Spangenschuhe lediglich bis zum Knöchel. So genannte SchnĂŒrstiefel hĂŒllen den FuĂ bis kurz ĂŒber diesen Punkt vollstĂ€ndig ein. Stiefeletten reichen bis knapp an den Knöchel und LangschĂ€fter gehen gar ĂŒber die Wade. Allgemein bezeichnet man Schuhe mit einem mehr oder weniger hoch den Unterschenkel hinaufreichenden Schaft als Stiefel.
Herstellung
In der vorindustriellen Zeit wurden Schuhe handwerklich, vom Schuster hergestellt. Heute erfolgt die Schuhproduktion zum gröĂten Teil industriell.
Im Grundsatz ist das Herz fast eines jeden Schuhs die Brandsohle, auf deren innerer Seite beim fertigen Schuh der FuĂ steht (sofern nicht noch Einlegesohlen darĂŒber gelegt werden). Sie ist aus Leder oder auch mit einem Metallband versteifftem Karton hergestellt. Aus je nach Modell verschiedenen Leder- oder auch Textilteilen wird dann das Oberleder, also der Oberbau des Schuhs zusammengesetzt. Dies erfolgt zumeist durch NĂ€hen, sehr selten allein durch Kleben. Mit der Brandsohle wird das Oberleder verbunden, das zur Schuhinnenseite zumeist noch ein Futter erhĂ€lt. Die Verbindung kann auf mannigfache Weise geschehen: in der industriellen Fertigung ist heute das Verkleben ĂŒblich, bei manufakturmĂ€Ăig oder doch semi-manufakturmĂ€Ăig hergestellten Schuhen wird sie zumeist an der Risslippe mit der Brandsohle mit gepichtem (in Pech getrĂ€nktem) Garn vernĂ€ht. die Risslippe ist ein um den Rand der Brandsohle auf deren Unterseite verlaufendes Band, das entweder auf die Brandsohle aufgeklebt oder aber aus ihrem Leder herausgearbeitet wurde (mittels einer Art Stemmeisen). Wird die Brandsohle mit dem Oberleder vernĂ€ht, so wird bei diesem Vorgang gleichzeitig der Rahmen mit angenĂ€ht. Der Rahmen ist ein zumeist lederner Streifen, der um den ganzen Rand der Brandsohle herum mit der gleichen Naht, die auch Brandsohle und Oberleder verbindet, mit der Brandsohle verbunden wird. Heute werden vielfach auch "Rahmen" aufgeklebt, diesen kommt aber nicht die funktion des echten â vernĂ€hten â Rahmens zu.
Danach wird die Laufsohle angebracht. Bei geklebten Schuhen wird sie nahezu auf die ganze untere Seite der Brandsohle aufgeklebt, bei Rahmenschuhen nur auf den Rahmen. Bei Rahmenschuhen wird sie zusĂ€tzlich an den Rahmen angenĂ€ht. Der zwischen Brand- und Laufsohle bei Rahmenschuhen notwendig entstehende Hohlraum wird vorher mit einer Einballung aus Kork verfĂŒllt, die es dem FuĂ durch ihre Nachgibigkeit ermöglicht sich mit dem laufen ein eignes FuĂbett zu schaffen. Zum Teil wird auch bei geklebten Schuhen die Laufsohle mit der Brandsohle vernĂ€ht, diese Naht verlĂ€uft dann zumeist innen, sodass man sie auf der Innenseite der Brandsohle und auĂen auf der Laufsohle sehen kann, und nicht â wie beim Rahmenschuh â auĂen, sodass man sie auĂen auf dem Rahmen und auf der Laufsohle sehen kann. Selten sind genagelte Schuhe: hier wird die Laufsohle mit einer Vielzahl von Holz- oder Metallstiften (-nĂ€geln), die durch sie hindurch bis in die Brandsohle getrieben werden, mit der Brandsohle verbunden. Zum Teil wird das Oberleder auch unmittelbar, durch die Brandsohle hindurch mit der Laufsohle verbunden (genĂ€ht, geklebt oder genagelt).
Zuletzt wird der Absatz angebracht, der entweder aus Kunststoff, Holz, Leder oder verschiedenen Schichten dieser Komponenten besteht. Der Absatz wird entweder aufgenagelt oder aufgeklebt. Das Anbringen eines Absatzes entfĂ€llt dort, wo die LaufflĂ€che aus einem, dem Absatz mitumfassenden StĂŒck (zumeist Kunststoff, selten Holz) besteht.
Danach werden die Schuhe noch einmal mit Schuhcreme eingefÀrbt und poliert.
Der Absatz kann mit einem Metallaufsatz verstĂ€rkt sein. Insbesondere bei MilitĂ€rstiefeln und -schuhen war dies ĂŒblich (das âMetall-Uâ auf dem Absatz). MilitĂ€risches und Arbeitsschuhwerk wurde zudem frĂŒher auf der Laufsohle mit Metallzwecken versehen, um einen zu schnellen Abrieb zu verhindern. Das Beschlagen der Laufsohlen mit Metallzwecken wurde schon im römischen Heer, das vor allem aus Infanterie bestand, praktiziert. Heute finden sich noch auf die Spitze der Laufsohle aufgebrachte Metallscheiben um einen Abrieb zu verhindern.
Historisches
Die ersten Schuhe bestanden aus einfachen TierhĂ€uten, Fellen oder Holz. In wĂ€rmen Regionen waren Schuhe meist einfache StĂŒcke (wie z. B. Holzsandalen), wĂ€hrend in kĂ€lteren Klimazonen gefĂŒtterte Schuhe bevorzugt wurden. Aufgrund der komplizierten Herstellung waren Schuhe anfĂ€nglich Luxusartikel.
In der Antike wurden dann einfache Schuhe Allgemeingut. So finden sich auf vielen Wand- und Tonmalereien Hinweise auf die mannigfaltige Schuhmode, die in den verschieden Regionen getragen wurde; berĂŒhmt sind hier insbesondere die römischen Sandalen.
Im Mittelalter trug das einfache Volk Holzschuhe oder simple Felle oder Stoffe (Fusslappen), die um die FĂŒĂe gewickelt wurden. Nach den KreuzzĂŒgen wurde bei der Oberschicht und dem Adel feines Schuhwerk nach orientalischem Vorbild modern, welches vorne spitz zulief; die LĂ€nge der Spitze kennzeichnete dabei den Stand.
Im 17. Jahrhundert waren die Schuhe in Europa durch hohe AbsĂ€tze gekennzeichnet, sowohl bei den Schuhen fĂŒr MĂ€nner wie bei den fĂŒr Frauen; der Absatz hat sich aber nur bei den Frauenschuhen bis heute erhalten.
Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurden Schuhe in Fabriken gefertigt, so dass gutes Schuhwerk nun fĂŒr alle erschwinglich wurde.
Die im 20. Jahrhundert hĂ€ufig wechselnde Mode hat dann schlieĂlich zu sehr vielen Stilrichtungen im Bereich der Schuhe gefĂŒhrt; immer wieder wurden alte Schuhmoden von neuen Stilrichtungen aufgegriffen â letztmalig in der âRetro-Modeâ, einem Modestil, der die bunte Schuhmode der Siebziger Jahre mit Elementen der Moderne vermischte.
In bestimmten Jugendkulturen wurden Schuhe zum Erkennungszeichen (Punks, Skinheads, Skater), wobei hier jedem Detail, sogar der Farbe des SchnĂŒrsenkels, politische Bedeutung und Aussagekraft zugesprochen wurde.
Hersteller
GröĂere deutsche Hersteller sind oder waren:
- Rieker (Tuttlingen)
- Salamander (Kornwestheim), auch Marken Apollo und Sioux; Fertigung nur noch in Ungarn und Portugal
- Dorndorf (ZweibrĂŒcken)
- Rheinberger (Pirmasens)
- Lloyd, Sulingen
- Ada-Ada Frankfurt
- sowie Romika, Medicus, Icas.
Sportschuhe gibt es von Puma und Adidas, die Fertigung wurde jedoch ins Ausland (meist China) verlagert. Heute kommen die meisten in Deutschland verkauften Schuhe aus Italien und Spanien.
In Pirmasens befindet sich die Deutsche Schuhfachschule die Meister, Betriebsleiter und Modelleure ausbildet. (Deutsche Schuhfachschule
Beispiele fĂŒr Schuhtypen
Beispiele fĂŒr Schuhtypen sind die Sandale, der Flip-Flop, der Sneaker, der Clog, der Mokassin, Chucks, Bootsschuh und der Pumps.
Klassische Herrenhalbschuhe haben ebenfalls Namen fĂŒr die wichtigsten Schnittarten: Oxford, Brogue (Budapester), Derby (Blucher), (Tassel-) Loafer, Norweger und Monk (mit Schnalle statt SchnĂŒrung). Zwischen diesen Stilen gibt es auch Mischformen. AuĂerdem wird bei SchnĂŒrschuhen zwischen der selteneren geschlossenen und der offenen SchnĂŒrung unterschieden.
Lederschuhe sollten mindestens einen Tag trocknen, bevor sie erneut getragen werden. Dabei werden sie möglichst auf Schuhspanner aufgespannt, um Gehfalten zu vermindern.
Anwendung
Museum
Das Deutsche Ledermuseum befindet sich in Offenbach am Main. Es dokumentiert - auch völkerkundlich - die Entwicklung der Schuhmode bis heute:
Deutsches Ledermuseum
Frankfurter StraĂe 86
63067 Offenbach
Telefon: +49-69-8297980
S-Bahn: Ledermuseum
Siehe auch
- Kinderschuhe
- SchuhgröĂe
- SchnĂŒrsenkel (SchuhbĂ€nder)
- BarfuĂlaufen
- Schuster (Schuhmacher)
- Holzschuh
- Schlosspantoffeln
- Reichskleinodien
Weblinks
- weitere Weblinks
- Bilder von Schuhen von 1434 bis heute chinesische Schuhe Das Deutsche Ledermuseum in Offenbach
- Suche nach Schuh Infos mit: Yahoo
