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Stadienbestimmung (Onkologie)

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Als Stadienbestimmung oder „Staging“ (englisch) bezeichnet man in der Onkologie das diagnostische Vorgehen im Anschluß an die Diagnose eines bösartigen Tumors. Es dient der Feststellung des Ausbreitungsgrades und damit als Basis fĂŒr die Entscheidung, zu welcher Therapie dem Patienten geraten wird.

Methoden

FĂŒr die Stadienbestimmung einer Krebserkrankung werden alle Möglichkeiten der Diagnostik herangezogen. Bereits eine körperliche Untersuchung mit einfachen Hilfsmitteln liefert erste Hinweise, zum Beispiel auf die Beteiligung oberflĂ€chlicher Lymphknoten. Besonders wichtig sind beim Staging die bildgebenden Verfahren. Oft werden Biopsien aus dem PrimĂ€rherd, aus Metastasen oder aus verdĂ€chtigen Lymphknoten entnommen. In manchen Situationen kann die Tumorausbreitung nur mit einer diagnostischen (explorativen) Operation (Chirurgie) geklĂ€rt werden. Wird Gewebe gewonnen, kann man zusĂ€tzlich aus der Histologie und der Zytologie auf die biologischen Eigenschaften des Tumors geschlossen werden (Grading).

Systematiken

Verschiedene Systeme sind fĂŒr das Staging entwickelt worden. Solide Tumoren werden normalerweise nach dem TNM-System klassifiziert. Dabei steht T fĂŒr Tumor (dessen lokale Ausbreitung), N fĂŒr node (Lymphknotenbefall) und M fĂŒr Metastasen (Tochtergeschwulste außerhalb des primĂ€r betroffenen Organs). Jedem Buchstaben wird eine Zahl zugeordnet, die den jeweiligen Ausbreitungsgrad angibt. Die Bedeutung der Zahlen ist von der diagnostizierten Erkrankung abhĂ€ngig. Die folgende Aufstellung zeigt als Beispiel die möglichen TNM-Stadien bei einem Karzinom der Prostata.

Tumor

Lymphknoten

Metastasen

(American Joint Committee on Cancer (2002). Prostate. In: AJCC Cancer Staging Manual, 6th ed., pp. 309–316. New York: Springer-Verlag.)

Auf der Basis des TNM-Systems oder aufgrund anderer Kriterien wird die Erkrankung dann einem von vier mit römischen Zahlen benannten Stadien zugeordnet. Auch hier variieren die Kriterien und Konsequenzen entsprechend der Grunderkrankung, aber typischerweise bedeutet Stadium I einen lokalisierten Befund, Stadium II einen ausgedehnteren Befund mit prognostisch gĂŒnstigen Merkmalen, Stadium III einen ausgedehnten Befund mit ungĂŒnstigen Merkmalen, und Stadium IV eine Erkrankung mit Fernmetastasen.

Stadium als Entscheidungsgrundlage

FĂŒr die Behandlung von Krebserkrankungen stehen verschiedene TherapieansĂ€tze zur Auswahl. Die meisten Behandlungsmethoden sind hochwirksam, aber auch mit erheblichen Nebenwirkungen und Gefahren belastet. Die Stadienbestimmung hilft, in der jeweiligen Situation die beste Auswahl zu treffen. In den Stadien I und II ist dies oft ein chirurgischer Eingriff mit Resektion des Tumors oder Entfernung des betroffenen Organs, gelegentlich ergĂ€nzt durch eine lokale Strahlentherapie. Bei weiterer Ausbreitung nĂŒtzt eine Operation oft wenig. Stattdessen kann eine systemische Therapie (Strahlen- oder Chemotherapie) aussichtsreicher sein.

Wenn aufgrund des Stagings feststeht, dass eine Krebserkrankung nicht kurativ (mit Heilungsaussicht) behandelt werden kann, geht der Onkologe zurĂŒckhaltender vor und bietet eine palliative Therapie an, also eine, die die Verbesserung der LebensqualitĂ€t statt der LebensverlĂ€ngerung zum Ziel hat.

Die vorhandenen Stagingsysteme erheben nicht den Anspruch, die Ausbreitung einer Krankheit vollstĂ€ndig zu beschreiben. Sie ermöglichen vielmehr eine grobe Klassifikation, eine EinschĂ€tzung der Prognose und eine systematische Aufzeichnung des Verlaufs einer Erkrankung und des Erfolgs oder Misserfolgs einer Therapie. Der letztere Aspekt ist besonders wichtig, wenn es darum geht, die Erfahrungen an verschiedenen Behandlungszentren zu sammeln (Krebsregister) und fĂŒr einen individuellen Patienten nutzbar zu machen.







Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Stadienbestimmung (Onkologie) aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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