Staub
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Staub (Mehrzahl Stäube¹) ist eine Menge kleiner Partikel unterschiedlicher Herkunft, Struktur und Zusammensetzung, die sich als Schwebeteilchen aus der Luft ablagern.
Folgende Stäube sind benannt:
- Hausstaub, oft ein Gemisch aus Mikrofasern, Flugstaub und dem Kot der Hausstaubmilbe (siehe auch Allergie)
- Blütenstaub, die Pollen der Blütenpflanzen
- Gesteinsstaub oder Gesteinsmehl
- Mehlstaub in Bäckereien
- Kohlestaub und Steinstaub in Bergwerken
- Baustaub, der beim Hausbau oder Abriss von Gebäuden anfällt.
Als Feinstaub werden Staubpartikel unter zehn Mikrometer Durchmesser (10 µm = 0.01 mm) bezeichnet.
Wenn die Staubteile kleiner als 5 Mikrometer im Durchmesser sind, können sie die Zellwände der Lunge überwinden. Meist werden Sie dann im Zwischenzellraum abgelagert. Dadurch wird die Diffusionsstrecke für den Sauerstoff verlängert, was zu erschwerter Sauerstoffaufnahme und damit zu Atemnot führt. Die resultierende Erkrankung wird Steinstaublunge oder Kohlestaublunge genannt und ist als Berufserkrankung der Bergleute anerkannt.
Ähnliches gilt auch für die Asbestlunge. Allerdings sind die Asbestnadeln krebsauslösend.
Mehlstaub, Hausstaub oder Blütenstaub können Allergien auslösen.
Größere Mengen feinverteilter, brennbarer Stäube können wegen der großen Oberfläche zu heftigen Explosionen führen, wie beispielsweise bei der Mehlstaubexplosion.
Größere Flocken aus Hausstaub werden auch als Staub- oder Wollmäuse bezeichnet.
Für technische Testzwecke (z.B. Staubsauger oder Filter) existieren auch verschiedene genormte Teststäube wie "AC Fine Test Dust (ACFTD)" oder "ISO Fine Test Dust (ISO FTD)" nach ISO 12103-1, A2.
Staub im weiteren Sinn
Auch im übertragenen Sinn gibt es "Staub":
- Den so genannten Cantor-Staub in der Mathematik - auch Cantor-Menge oder Wischmenge genannt,
- der "aufgewirbelte Staub" durch ein unbedachtes Wort, eine unvorsichtige (manchmal auch geplante) Mitteilung oder Aktion usw.
- der "Staub von gestern" und der Staub, der sich über eine Sache legt, wenn sich die Situation beruhigt hat oder genug Zeit verstrichen ist; im Sinne von "veraltet" oder "altmodisch" können Meinungen und Weltanschauungen als "verstaubt" bezeichnet werden;
- der "Staub" im Überdruck von Pulverschnee-Lawinen
- die technischen Stäube, die meist sehr fein sind, häufig mit künstlichen oder natürlichen Mikrofasern oder mit Aerosolen durchmischt sind und zwar prinzipiell "staubähnlich" sind, aber in der Umgangssprache nicht darunter subsumiert werden,
- der Staub und Staubschweif von Kometen,
- der Staub des Zodiakallichtes und der Mikrometeoriten
- der Gegenstand der "Stardust"-Mission usw.
An der Salzach - zwischen Oberndorf und Laufen - gibt es sogar ein Staubmuseum (Museum of Dust). Sein künstlerisches Ziel ist unter anderem, den entpersönlichten Massen an Staub, die die Welt zusammenhalten, zu einzeln wahrnehmbaren persönlichen Staubpartikelchen zu verhelfen.
Siehe auch
Aerosole, Asbest, Feinstaub, Staub, Staubexplosion, Staublunge, Steinmehl,Goldstaub, interstellarer Staub, Staubfänger, Staubgefäß, Staublawine, Sternenstaub
Weblinks
- weitere Weblinks
- Museum of Dust----
¹) Grammatikalisch hat Staub keine Pluralform. Die oben angeführte Mehrzahl Stäube ist ein Kunstwort, das für den technischen Sprachgebrauch geprägt wurde (siehe Duden p.706). Durch Verwendung im Umweltschutz dringt sie langsam in die Alltagssprache ein. Allerdings gibt es Formen wie Stäubchen, stäuben (zerstieben), stäubern (regional für "Staub entfernen" bzw. staubsaugen oder Stäubling (ein Pilz).
- Suche nach Staub Infos mit: Yahoo
