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Stern der Weisen

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Dieser Artikel scheint thematisch einem anderen zu gleichen.

Der Doppeleintrag befindet sich unter [[Stern von Betlehem]]. – 09:55, 6. Jan 2005

--InfoG 17:00, 24. Mär 2005 (CET)

Dieser Artikel beschäftigt sich vornehmlich mit einer (in sich schlüssigen) Deutung des Berichts. Schwerpunkte sind demnach die Personen der "drei Weisen" und die am häufigsten vertretene Theorie der "Großen Konjunktion" (Jupiter und Saturn). Andere Aspekte bleiben nicht außer Betracht, sollen das "Gesamtbild" jedoch nicht "zerfasern".


Der Bericht vom "Stern der Weisen" ist einer der schönsten und weitreichendsten der Bibel. Ob man nun lieber an "Könige" denkt, an "Priester-Astronomen", an Sterndeuter oder einfach an drei reiche Philantropen - die Geschichte gibt der spätweihnachtlichen Zeit ein besonderes Gepräge.

Inhaltsverzeichnis

Eine weitreichende Geschichte

Einige Weise (gelehrte Priester, "Magoi", vielleicht auch Königs-Berater oder adelige Minister) kommen aus einem fernen Land im Osten nach Jerusalem - auf der Suche nach einem verheißenen König. Was sie damit ins Rollen bringen, ist unglaublich - und bewegt die Gemüter vieler Menschen bis heute:

Die Weisen folgen einem STERN - durch lange Wochen, über tausend oder mehr Kilometer. Was waren ihre Motive? Welcher Stern war es überhaupt? Sterne finden sich als Symbol überall, wo es menschliche Kultur gibt - wofür ist also dieser Stern Symbol? Wer sich von einer Idee unübersehbar leiten lässt, von dem sagen wir: er "folgt seinem Stern". Hat der "Stern der Weisen" mit ihrer Sehnsucht nach etwas Höherem zu tun?

Der halbseitige Bericht des Matthäus hat etwas faszinierendes an sich. Trotz knapper Zeilen ermöglicht er viele Gedanken und Ausschmückungen - ja er fordert sie geradezu heraus:

Aus all diesen Aspekten kann nun

  1. ein dem Christentum fernstehender Skeptiker den Schluss ziehen, dass an dem ganzen Bericht und Getue nicht viel dran sei -
  2. während viele Gläubige im Bericht ein unübersehbares Zeichen Gottes sehen - voll von anregenden, interessanten Aspekten.
  3. Historiker, Archäologen und Soziologen gibt der Bericht die Gelegenheit, geschichtliche Spuren zu verfolgen und Deutungen über Politik, Wirtschaft oder die Weltanschauung der "Magoi" zu versuchen,
  4. während Astronomen den naturwissenschaftlichen Hintergrund "ausleuchten"
  5. und Theologen eine Synthese aller möglichen Ansätze versuchen.

Der Bericht selbst - in zwei Übersetzungen

Das Neue Testament enthält viele Berichte, die den äußeren Rahmen eines Geschehens nur knapp beschreiben, um seinen religiösen Sinngehalt umso deutlicher hervorzuheben. Doch selten wird so viel in so wenigen Worten mitgeteilt
wie im 2. Kapitel des Matthäusevangelium - in den entscheidenden Versen 1-2, 7-9 und 12:

Matthäus' Bericht in der Einheitsübersetzung

Das Evangelium nach Matthäus, Kapitel 2

Die Huldigung der Weisen (griech. "Magoi", Sterndeuter)

  1. Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter¹ aus dem Osten nach Jerusalem
  2. und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.
  3. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem.
  4. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle.
  5. Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten:
  6. Du, Betlehem im Gebiet von Juda, / bist keineswegs die unbedeutendste / unter den führenden Städten von Juda; / denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, / der Hirt meines Volkes Israel.
  7. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war.
  8. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.
  9. Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.
  10. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.
  11. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.
  12. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Die Flucht nach Ägypten

13. Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten.
14. Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten.
15. Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.

Kindermord in Bethlehem / Rückkehr aus Ägypten

16. Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig und er ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte.
17. Damals erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden ist:
18. Ein Geschrei war in Rama zu hören, / lautes Weinen und Klagen: / Rahel weinte um ihre Kinder / und wollte sich nicht trösten lassen, / denn sie waren dahin.

19. Als Herodes gestorben war, erschien dem Josef in Ägypten ein Engel des Herrn im Traum
20. und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und zieh in das Land Israel; denn die Leute, die dem Kind nach dem Leben getrachtet haben, sind tot.
21. Da stand er auf und zog mit dem Kind und dessen Mutter in das Land Israel.
22. Als er aber hörte, dass in Judäa Archelaus an Stelle seines Vaters Herodes regierte, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und weil er im Traum einen Befehl erhalten hatte, zog er in das Gebiet von Galiläa
23. und ließ sich in einer Stadt namens Nazaret nieder. Denn es sollte sich erfüllen, was durch die Propheten gesagt worden ist: Er wird Nazoräer genannt werden.

Zur Wortwahl: Magier, Sterndeuter, Weise

¹) Die Einheitsübersetzung des griechischen Urtextes nennt die Μαγοι απο ανατολων (Magoi apo anatolôn) nicht mit dem verwandten Wort "Magier", weil dieses im Laufe der Zeit die Bedeutung "Zauberer" o.ä. angenommen hat. Doch statt "Sterndeuter" sei hier - dem Wikipedia (bzw. www.infos-aus-germanien.info)-Prizip des Neutralen Standpunktes folgend - das sachlichere Wort "Weise Männer" gewählt.

Nach Ansicht vieler Fachleute waren die "Magoi aus dem Osten" eine Art Wissenschafter - die ja in den Augen des Volkes (Matth.2, Vers 2-3) mit "geheimnisvollen Dingen" wie Planetenbahnen und - Schleifen, Stern- und Traumdeutung zu tun hatten.

Die meisten Forscher denken bei der sprziellen Wortwahl des Matthäus-Berichts an Reisende aus dem nördlichen Perserreich (siehe "Anatolon", oder an Priester-Astronomen der Länder um Babylon. Sie deuteten auch Himmelserscheinungen und wurden oft "Chaldäer" genannt.

Für das traditionelle Wort "Weise" sprechen außer vielen Bibelübersetzungen (Luther, Elberfelder usw.) für diesen Artikel auch Überlegungen wie jene von Reinhard Körner, einem Schriftsteller aus dem Kapuziner-Orden. In seinem Buch "Weisheit" – Die Spiritualität des Menschen (Benno-Verlag, 9.90 €) schreibt er:

"Ein Weiser ist nicht, wer sich viel Wissen angeeignet hat, sondern wer sich den Wahrheiten stellen konnte, die das Leben an ihn herangetragen hat". Man kann heraushören, dass es heute oft an Weisheit mangelt, weil es uns als klug gilt, möglichst viel Wissen und fertigkeiten zu erwerben. Wer sich viel angeeignet hat, dem fehlt dann oft die Kraft, sich einer unbequemen Wahrheit des Lebens zu stellen z.B. dem Tod (Symbol Myrrhe).
Wenn man sich um sie herummogelt, wird später im Leben oft klar: weise war das nicht.

Körner ist überzeugt: Die Weisheit spricht tag-täglich zu uns Menschen. Sie fragt nicht nach dem Taufschein. Sie möchte erkannt werden – von allen, die sie suchen.
Solche Sucher können die "drei Weisen" durchaus gewesen sein.

Matthäus in Urtext-naher Übersetzung (Prof. Fridolin Stier)

Mt Kap.2, Verse 1-12 nach - siehe Buch 2003==== Die Huldigung der Weisen ==== {ERGÄNZUNG erfolgt bis etwa 7.Jan. 2004. Alternativ evt. Kö.2005 oder Wir sind gekommen, IHN anzubeten ...

Flucht nach Ägypten / Kindermord

Eine kurze Meditation zum Weltjugendtag 2005 (vorläufig)

Die Μαγοι - egal ob Priester oder nicht - werden sich wohl mal gefragt haben, ob/wie man mit Gott (einer Gottheit) in Kontakt treten kann. "Ich bin Gott noch nicht begegnet", sagt mancher Zeitgenosse und fügt vielleicht hinzu: "falls es ihn denn überhaupt gibt". Eine der zentralen Fragen unseres Lebens - der heute viele ganz oder in eine Art Esoterik ausweichen. Eine Vorlage für das Kölner Jugendtreffen im August meint:

Wie anders ist da die Einstellung der Drei Weisen aus dem Morgenland, von denen das Matthäus-Evangelium in seinem 2.Kapitel berichtet: Sie orientieren sich am Himmel, deuten seine Zeichen, sie fragen und suchen und machen sich auf den Weg. So finden sie schließlich Gott in ganz überraschender Gestalt: als Kind, in einer Krippe, in Bethlehem (nicht reich, nicht in der Hauptstadt). Ihre Gottesbegegnung steht nicht am Beginn des Weges, sie ist am Ende gleichsam seine Frucht.

Einen Stern führten zur Zeitenwende viele Könige im Wappen - nicht nur Herodes, Nero oder die Perserkönige. Die "Drei" unterwerfen sich aber nicht der Macht, sie trauen dem Herodes nicht recht, und werden schließlich fündig. Ob nun der STERN über dem Ort Jesu "stillstand" oder in seiner jährlichen Planetenschleife am Himmel, ist für die Geschichte nicht so wichtig - doch für Menschen in Zeiten der Raumfahrt wohl schon.

Astronomische Theorien zum "Stern der Weisen"

Zahlreiche Astronomen haben versucht, das Phänomen naturwissenschaftlich zu erklären. Dabei neigt eine deutliche Mehrheit jener These zu, die bereits von Johannes Kepler (1571 bis 1630) vermutet wurde: die seltene "Große Konjunktion" zwischen Jupiter und Saturn. Diese Begegnung im selben Sternbild tritt zwar alle 30 Jahre ein, aber nur alle 600 Jahre dreimal hintereinander.

Überblick der wichtigsten Theorien

Die Erklärungsversuche sind äußerst unterschiedlich. Hier sind sie nach ihrer derzeit angenommenen "Wahrscheinlichkeit" gereiht {ANMERKUNG: eine detailliertere Darstellung der Theorien und einige Skizzen werden noch folgen}.

Generell müßte man statt des üblichen "vor Christus" eigentlich das in DDR-Zeiten verwendete "v.u.Z." {vor unserer Zeitrechnung} schreiben, da ja Jesus mit Sicherheit "vor Christus" geboren ist.

  1. Jupiter und Saturn: enge Dreifach-Begegnung im Sternbild Fische im Jahr 7 v. Chr. und zu Jahresbeginn 6 v. Chr.. Jupiter galt damals als Königsstern (gold-ähnlicher Glanz, langsam-"majestätische" Bewegung usw. Der Planet Saturn (griech. "Chronos") hingegen als Stern Israels (wird teilweise bestritten) und der (neuen und zu Ende gehenden) Zeit, sowie der Gerechtigkeit. Konjunktion bedeutet Verbindung dieser Aspekte, was auf einen Messias zweifellos zutrifft. Ferner fanden die 3 Begegnungen in den Fischen statt - jenem Sternbild, das der Region von Palästina bis gegen den Nil hin zugeordnet wurde. Im Detail sind zu unterscheiden:
    1. Neuere Theorie von Konradin Ferrari d'Ochieppo ab 1960, sehr detailliert ab etwa 1885
    2. Ältere Theorie von Kepler mit kleinen Varianten bis etwa 1950. Kepler beobachtete eine weniger enge Konjunktion Ende 1603, sowie 1604 auch den Mars und eine nahe Supernova.
    3. Alternativen mit einer Mondbegegnung (englische Astronomen 2003)
    4. zusätzliche Begegnung mit [Mars (Planet)|Mars]], allerdings bei schon größerer Distanz Jupiter-Saturn
  2. Die Venus im Jahr 4 v. Chr., evt. mit Mars
    1. Alternativen: Konjunktion Venus-Jupiter in den Jahren 3 und 2 v. Chr. In beiden Jahren waren die Begegnungen sehr eng (unter 0,1°). Sie waren auffällig, verschmolzen fast miteinander und waren teilweise auch tagsüber sichtbar. Doch findet ein solches Zu- und Auseinanderwandern bei Venus so rasch statt, dass die Zeitabläufe nicht gut zum Bericht passen. Außerdem war Herodes d.Gr. damals schon tot.
  3. Ein heller Komet - von dem allerdings keine Chroniken berichten - wie es Origenes angenommen hat. Dennoch bevorzugten z.B. viele Maler dieses Motiv, z.B. Giotto im 13. Jahrhundert.
  4. eine Supernova wie jene zu Zeiten Tycho de Brahe (15..) und Johannes Keplers (1604). Eine solche Erscheinung wäre spektakulär genug, um auch fast jedem Laien aufzufallen. Dagegen spricht jedoch die fehlende Erwähnung in Chroniken - z.B. in Astronomischen Ephemeriden aus Babylon oder Tagebüchern in China
  5. "Exotische" Erklärungen mit kosmischen Explosionen, Meteoriten, Zodiakallicht usw.

Einwände gegen diese Theorien

Einwände gibt es gegen jede dieser Möglichkeiten. Ein genereller Einwand besagt, dass man auch OHNE astronomische Erklärung auskommt: der "Stern der Weisen", der sie nach Jerusalem führte (und nach Wiederaufnahme der Reise in Bethlehem "stehenblieb") kann ein Bezug auf den "Stern aus Jakob" sein, der laut AT einst aufgehen solle. Der "neue König" würde nicht grausam herrschen - wie die "Kontrastperson" Herodes - sondern mit Milde. Auch die Angst des Königs wäre erklärbar, wenn die Weisen aus Persien stammten: das persische Reich war ein ständiger Gegner der Römer, und jeder Konflikt der Großmächte könnte die dazwischen siedelnden Juden zerreiben.
Die meisten dieser "symbolischen" Argumente passen freilich ebenso zu einer naturwissenschaftlichen Erklärung - und eine solche liegt uns heute näher als in der Antike.

In jedem Fall kann ein STERN als Symbol des Messias als Gegenentwurf zur brutalen Gewalt jener Machthaber gelten.

Große Konjunktion Jupiter-Saturn

Dieser Theorie sprechen die meisten Astronomen und Theologen die größte Wahrscheinlichkeit zu ("Optimisten" bis zu 90%). Manchen Widersprüchen zu historischen Aspekten wird teilweise mit neu berechneten Details entgegnet.

Die wichtigsten Gegenargumente sind {wird noch ergänzt}:

Dass der Stern zuvor am Hof von Herodes nicht auffiel und dieser dann - durch die Fremden aufmerksam gemacht - nicht selbst nachforschte, um seinen Konkurrenten direkt auszuschalten, erscheint weiterhin unglaubwürdig, da keine außerbiblische Quelle davon berichtet. Dies spricht eher dafür, dass eine solche Konjunktion, die für Astronomen wie Kepler ein Jahrtausendereignis war, für Nicht-Fachleute kaum bemerkenswert war.

Phänomene mit dem Planeten Venus

{ANMERKUNG: die Details folgen später, ebenso wie zur Supernova-These}.

Die Venus-Theorie hat - wie die Große Konjunktion - viel für sich, passt aber nicht in so vielen Details zum Bericht wie diese (siehe unten). Einer ihrer starken Pluspunkte ist die spätere Datierung der Geburt Jesu, wenn sich das Jahr 4 v. Chr. für Herodes' Tod als zu früh herausstellen sollte.

Kometenerscheinung

Sie wurde erstmals vehement von [Origenes]] postuliert (um 230 n. Chr.), der auch das Argument, ein Komet sei kein Gutes, sondern ein schlechtes Vorzeichen, aus historischer Sicht relativierte.

       =====>

Die "wahrscheinlichste Erklärung: Jupiter und Saturn

Bereits ín den 1960er Jahren wies der Wiener Astronom Konradin Ferrari d' Occhieppo (im folgenden kurz "Ferrari" genannt) auf eine Serie relativ enger Begegnunen der 2 Planeten von Mitte 7 v. Chr. bis Anfang 6 v. Chr. hin. In den 1980ern ersschien ein detaillierteres Buch, und 2003 - anläßlich der alle 30 Jahre stattfindenden "losen" Begegnung - wurde es in 4. Auflage von Ferrari neu bearbeitet: Der Stern von Bethlehem in astronomischer Sicht (ISBN 3-7655-9803-8), Brunnen-Verlag 2003.

Aus der Sicht Ferraris - und vieler anderer Astronomen - passen auffällig viele astronomische Fakten zu dieser Deutung. Eine neuere Alternative (Michael Molnar, GB) versucht, noch eine "Jupiterverfinsterung" durch den Mond hinzu zu nehmen. Doch ist das Abdecken von Jupiter nicht so auffällig wie die Begegnung der hellen Lichtpunkte selbst.

Durch die jährlichen scheinbaren Planetenschleifen am Sternhimmel - eine Folge der (innen) rascher laufenden Erde - kann es vorkommen, dass sich die Planeten nicht nur einmal begegnen, sondern innerhalb von 8 Monaten dogar dreimal. Dies war am 27. Mai, 6. Oktober und 1. Dezember des Jahres 7 der Fall. Die genauen Daten hängen jedoch von der Modellierung der seither aufgelaufenen Bahnstörungen ab und erlauben keine ganz präzise "Rückrechnung".

Im folgenden sind die GUT passenden Fakten angeführt (zu den Gegenargumenten siehe oben):

Es kommen jedoch noch einige Details hinzu:

{ANMERKUNG: zwei Bilder mit dem Himmelsanblick sind in Arbeit.}

Damit ist - bei Zutreffen dieser Deutung - Jesu Geburtstermin für Anfang November am wahrscheinlichsten. Dass die im Lukasevangelium erwähnten Hirten im November noch im Freien wären, ist anzunehmen. Im Dezember jedoch kaum mehr.

Andrerseits spricht wenig dagegen, dass Jesus schon einige Zeit vorher geboren wäre. Falls das Wort "Haus" bei Matthäus wörtlich zu nehmen wäre, müßte die heilige Familie ja vom Stall dorthin übersiedelt sein. Der traditionelle Dreikönigstag ist mit 2 Wochen nach Weihnachten also plausibel placiert. Man kann sich schwer vorstellen, dass Josef nicht versucht hätte, nach der Volkszählung ein besseres Quartier zu finden. Außerdem war er Zimmermann - d.h. ein Holz-Baumeister.

Die Deutung der drei Geschenke

{ANMERKUNG: Ergänzung erfolgt in den nächsten Tagen}

Geschenke als Ausdruck der Verehrung und Hoffnung

Gold, Weihrauch und Myrrhe - Hinweise auf die Heimatländer?

... ...

Gesamtschau

Bei der Deutung und Auslegung von Bibeltexten ist neben den (wie hier) betrachteten "Fakten" auch der Kontext zu beachten. Oft ist er sogar wichtiger - besonders wenn es um starke theologische Aussagen geht.

Die ersten Leser des "Neuen Testaments" sollten über keine astronomische Erscheinung informiert werden, sondern im Glauben und im Vertrauen auf Gott bestärkt werden. Den meisten wäre es wohl egal gewesen, wieweit die astronomischen Aspekte zutreffend geschildert und gedeutet worden wären.

Aus dieser Sicht wäre daher gar keine völlig exakte Schilderung von Fakten zu erwarten - und die eher kurzgefassten Worte sollten nicht auf die "Goldwaage" gelegt werden. Sind daher verschiedene astronomische Deutungsmöglichkeiten gegeben, ist das für die Hauptsache kein Problem. Eine naturwissenschaftliche Mehrdeutigkeit ist zwar für deren Erforscher betrüblich, aber weniger für die Theologen.

Diese Hauptsache des Berichts von Matthäus ist "das Erscheinen des Herrn" vor der Welt - das Fest Epiphanie am 6. Jänner. Jesu kleine Gestalt ist so wichtig, dass ihm weise Leute nachreisen und ihm huldigen. Auch wenn sie ein bestimmter Stern zur Reise motiviert hat, das wesentliche ist ihre Gottesbegegnung. Und dieser Gott ist nicht zum Fürchten wie der despot Herodes, sondern sanft und menschenfreundlich. Ein Bibeltext für Weihnachten lautet daher: "Erschienen ist uns die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes".

Im Buch Numeri (4 Mose), Kap.24, Vers 16-17 heißt es - auf zeitbezogen drastischere Art:
16 Spruch dessen, der Gottesworte hört, / der die Gedanken des Höchsten kennt, / der eine Vision des Allmächtigen sieht, / der daliegt mit entschleierten Augen:
17 Ich sehe ihn, aber nicht jetzt, / ich erblicke ihn, aber nicht in der Nähe: / Ein Stern geht in Jakob auf, / ein Zepter erhebt sich in Israel. / Er zerschlägt Moab die Schläfen ...

Auf diese Stelle - eine für Israel ermutigende, frühe Prophezeiung des Messias - könnte der Stern der Weisen bezogen sein. Dennoch macht es Freude, wenn viele Aspekte auch aus naturwissenschaftlicher Sicht übereinstimmen.

Viele Juden haben aber diesen Retter im eher weltlichen Sinn erwartet, als Befreier von der Unterdrückung durch Rom. Matthäus' Bericht - und noch mehr jener von Lukas und den Hirten - sind hiezu und auch zu manchen hart klingenden Stellen im Alten Testament ein deutliches Gegengewicht. Doch stärkt es das Gottvertrauen, wenn sich die Evangelisten auf die alten Verheißungen (wie oben) berufen können.

Der "neue König", auf den hin die Magoi die "Große Konjunktion" gedeuten konnten, symbolisiert einen Abschied von Gewalt (Pharao, Herodes) und Unrecht (Saturn). So können die Fremden ganz bewusst die Knie beugen und sich auf diese neue Sicht von Herrschaft einstellen. David, in dessen Stadt Jesus geboren wurde, hatte mehrmals solche Wendungen zu ertragen oder selbst eingeleitet. Eine Geburt in der Hauptstadt hätte diese Aspekte des "Friedensfürsten" (nach Jesaja) abgeschwächt.

Der "Stern der Weisen" bekommt so eine tiefere Bedeutung - egal ob es Jupiter oder Venus oder ezwas anderes war. Das Bild des ruhig ziehenden Sterns ist entscheidend, nicht "Blitz und Donner". Der neue König vernichtet nicht, sondern baut auf, und die Sterne umrahmen diese Situation nur.

Ein etwas seltsamer Gedanke steckt aber noch im Stern der Weisen - jener vom Wert oder Unwert der Astrologie. Im Orient wurde damals wurde der Lauf der Planeten als Willensäußerungen von Gottheiten gesehen - man sah in den Gestirnen Götter und Dämonen. Doch in Israel war es verpönt, Sterndeuterei zu betreiben.
Nun sind es ausgerechnet Sterndeuter, die als erste Fremde auf diese Art zu Jesus finden. Gott schreibt - wie es in der Literatur heißt - gerade auch auf krummen Zeilen. Die Weisen verbeugen sich nicht vor dem Himmel, sondern dem Kind; die Sterne dienen nur der Orientierung. Die Männer deuten ihre Zeichen, sie fragen an der Wegkreuzung Jerusalem und suchen den weiteren Weg. So finden sie schließlich Gott in überraschender Gestalt: als Kind, in einer Krippe, im kleinen Bethlehem. Ihre Gottesbegegnung steht nicht am Beginn des Weges, sie ist am Ende gleichsam seine Frucht.

ÃŽ
 (vu)






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