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Stimmung (Musik)

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Begriff Stimmung in der Musik. Andere Bedeutungen siehe Stimmung (Begriffsklärung).


Als Stimmung bezeichnet man in der Musik die Art, in der bei einem Musikinstrument die Töne des Tonsystems aufeinander fein-abgestimmt sind. Eine andere Bezeichnung dafür (insbesondere bei Tasteninstrumenten) ist Temperatur.

Jeder Ton hat in jeder Tonleiter eine andere Funktionen, z. B. kann das E der Grundton der E-Dur-Tonleiter, der zweite Ton der D-Dur- oder -Moll-Tonleiter oder die Quinte der A-Dur-Tonleiter sein etc. Für jede der möglichen Funktionen ergeben sich unterschiedliche ideale Frequenz-Verhältnisse der Töne untereinander, die aber wiederum untereinander in Einklang gebracht werden müssen, um auf dem Instrument in mehreren gewünschten Tonarten spielen zu können. Dies bedeutet, Kompromisse einzugehen: je reiner man eine bestimmte Tonart stimmt, umso unreiner sind andere Tonarten.

Inhaltsverzeichnis

1 Siehe auch
2 Weblinks

Überblick

Es gibt eine Vielzahl von Systemen, die Töne des Tonsystems einzustimmen. Die wichtigsten Stimmungssysteme sind:

Die genaue Stimmung beziehungsweise Überprüfung der Frequenzverhältnisse erfolgt unter Zuhilfenahme der Frequenz der Schwebung (An- und Abschwellen der Lautstärke) zwischen zwei gleichzeitig erklingenden Tönen. Die Stimmungen machen nur Aussagen über die Frequenzverhältnisse der einzelnen Töne zueinander. Es wird keine Aussage über die absolute Tonhöhe, d.h. die Frequenz gemacht. Die Frequenzen werden durch die Angabe der Tonhöhe des Anfangstons oder der Frequenz für den Ton a’ festgelegt, beispielsweise als Kammerton a’ mit zur Zeit 440 Hz.

Die Wahl des Stimmungssystems ist davon abhängig, welche Musik zum Erklingen gebracht werden soll. Die heute überwiegend verwendete Gleichstufige Stimmung ist für alle Musik nach 1800 sicherlich ausreichend geeignet. Frühere Musik hingegen lebt sehr stark von der Intonationsreinheit oder verschiedenartigen Tonartcharaktern – beides Forderungen, die durch die Gleichstufige Stimmung nicht bedient werden. Im Rahmen der Historischen Aufführungspraxis Alter Musik werden daher ältere Stimmungssysteme wieder verstärkt erforscht, um adäquate Wiedergaben zu ermöglichen.

Tabelle

Die folgende Tabelle gibt die Dur-Tonleiter verschiedener Stimmungen in Cent (gerundet) an:


Name Prime große Sekunde große Terz Quarte Quinte große Sexte große Septime Oktave
Reine Stimmung 0 204 386 498 702 884 1088 1200
Pythagoräische Stimmung 0 204 408 498 702 906 1110 1200
1/4-Komma-mitteltönige Stimmung 0 193 386 503 697 890 1083 1200
Gleichstufige Stimmung 0 200 400 500 700 900 1100 1200


Stimmen von Instrumenten

Als Stimmen (englisch tuning) von Instrumenten bezeichnet man die Einstellung der Tonhöhe und – bei Tasteninstrumenten und Saiteninstrumenten, bei denen jeder einzelne Ton gestimmt werden kann – der Stimmung (siehe oben) des Instruments. Wenn Musikinstrumente falsch oder schlecht gestimmt sind ("verstimmt sind"), klingen sie "schräg" und unharmonisch.

Die meisten Instrumente lassen sich innerhalb gewisser baulich vorgegebener Grenzen stimmen, aber es gibt auch Instrumente, die aufgrund ihrer Bauweise nicht stimmbar sind. Blasinstrumente sind aus baulichen Gründen nur in einem begrenzem Umfang stimmbar. Beim Stimmen von Instrumenten kann man drei Arten unterscheiden: a) die Stimmung eines Instruments "in sich" (wichtig bei Tasteninstrumenten wie z.B. der Orgel und Saiteninstrumenten wie z.B. dem Klavier oder der Gitarre), b) die Abstimmung mehrerer Instrumente miteinander, c) die Stimmung eines Instruments auf absolute Tonhöhen. Ein "in sich" gestimmtes Instrument klingt für sich allein genommen bereits korrekt. Wenn jedoch mehrere Instrumente zusammenspielen, müssen sie zusätzlich aufeinander abgestimmt sein. Sind alle Instrumente auf dieselbe absolute Tonhöhe gestimmt, so sind sie damit automatisch auch aufeinander abgestimmt.

Wenn zwei Töne zusammen erklingen, deren Tonhöhe um einen kleinen Wert abweicht, entsteht eine hörbare Schwebung. Beim Stimmen nach einem vorgegebenen Ton wird die Tonhöhe verändert, bis keine Schwebung mehr hörbar ist.

Im Orchester werden alle Instrumente nach einem gestimmt, meistens nach der Oboe. Sie gibt einen Ton (z.B. den Kammerton a) vor und alle anderen Instrumente werden auf diesen Ton abgestimmt.

Der manuelle Vorgang des Stimmens ist von Instrument zu Instrument verschieden. Bei den Saiteninstrumenten wird die Spannung der Saiten verändert. Die Spieler dieser Instrumente brauchen ein gutes Gehör, denn häufig werden im Orchester alle Streicher gleichzeitig gestimmt. Den von der Oboe erhaltenen Ton gibt die erste Geige an alle weiter.

Bei Blasinstrumenten wie Trompete oder Klarinette werden die Rohre, aus denen das Instrument besteht, zusammengeschoben oder auseinandergezogen. Dabei verändert sich die Tonhöhe des Instruments. Je länger das Instrument wird, desto tiefer wird der Ton.

Wie im großen Orchester werden auch beim kleineren Ensembles (z.B. Duett, Trio) die Instrumente aufeinander abgestimmt.

Auch wenn nur ein einzelnes Instrument gespielt wird, muss es gestimmt werden. Hierfür wird das Gehör genutzt, eine Stimmgabel, eine Stimmpfeife, ein elektronisches Stimmgerät oder ein bereits gestimmtes Vergleichsinstrument.

Als Notbehelf kann man zum Stimmen auch ein Telefon verwenden: Das Freizeichen hat in Deutschland und Österreich ungefähr den Kammerton a (440 Hertz). Hier gibt es allerdings deutliche Schwankungen (manchmal sogar zwischen zwei verschiedenen Telefonanschlüssen innerhalb derselben Stadt), die bis zu einem Halbton vom Kammerton abweichen können.

Siehe auch

Teiltonreihe, Cent (Musik),
Reine Stimmung, Temperierte Stimmung, Wohltemperierte Stimmung
Gleichstufige Stimmung,
Intervall und
Pythagoräisches Komma (Frequenzverhältnis zwischen zwölf reinen Quinten und sieben reinen Oktaven)
Aulos-Modi

Weblinks









Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Stimmung (Musik) aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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