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Stockholm

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Dieser Artikel befasst sich mit der schwedischen Hauptstadt. Für weitere Bedeutungen siehe Stockholm (Begriffsklärung)!


Basisdaten

Bezirk (Län):
Stockholms län
Fläche:
188 km²
Einwohner:
761.721 (2003)
Bevölkerungsdichte:
4.052 Einwohner/km²
Höhe:
15 m ü. NN
Postleitzahlen:
?
Vorwahl:
08
Geografische Lage:
59°19′ n.Br.
18°3′ ö.L.
Gliederung des Stadtgebiets:
18 Stadtbezirke
Webseite:
www.stockholm.seStädtepartnerschaften
Stadt Jahr 1252
?

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ist die Hauptstadt Schwedens und hat 761.721 Einwohner (Stand: 2003). Damit ist Stockholm die größte Stadt Schwedens vor Göteborg und Malmö.

Sie ist Residenz des Königspaares, Sitz einer Universität und mehrerer Hochschulen. In Stockholm befindet sich der Sitz der evangelischen und katholischen Kirche Schwedens.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Stockholm liegt am Ausfluss des Mälarsees in die Ostsee, die dort einen insel- und schärenreichen Meerbusen bildet. In nord-südliche Richtung zieht sich eine eiszeitliche Kiesmoräne, die vom Ausfluss durchbrochen worden war. Die Inseln im Strom sind also Reste dieses Rückens.

Das Landschaftsbild Stockholms hat sich in der Geschichte der Stadt aufgrund der skandinavischen Landhebung stark verändert. Teile, die heute zum Festland gehören, waren vor einigen hundert Jahren noch Inseln. Die Stadt besteht heute aus 14 Inseln die durch 53 Brücken verbunden sind.

Bevölkerung


Ungefähr 80 % der Bevölkerung sind Mitglieder der evangelischen Kirche, die bis vor wenigen Jahren Staatskirche war. Schweden ist ein hochgradig säkularisiertes Land.

Entwicklung der Einwohnerzahl:

Jahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl
1800 76.000 1967 794.000
1850 93.000 1982 649.686
1880 169.000 1993 692.954
1920 419.000 1998 736.113
1930 502.000 2000 750.348
1940 591.000 2002 758.148
1960 870.000 2003 761.721



Stadtgliederung

Stockholm unterteilt sich offiziell in 18 Stadtbezirke (stadsdelsområden):



  1. Bromma
  2. Enskede-Ã…rsta
  3. Farsta
  4. Hägersten
  5. Hässelby-Vällingby
  6. Katarina-Sofia
  7. Kista
  8. Kungsholmen
  9. Liljeholmen
  10. Maria-Gamla Stan (s. auch Gamla Stan)
  11. Norrmalm
  12. Rinkeby
  13. Skarpnäck
  14. Skärholmen
  15. Spånga-Tensta
  16. Vantör
  17. Älvsjö
  18. Östermalm

Geschichte

Die Entstehung der Stadt

Es gibt keine historischen Belege für eine Existenz von Stockholm vor der Mitte des 13. Jahrhunderts. Es gab eventuell ältere Verteidigungsanlagen zur Sicherung der Einfahrt in den Mälarsee, aber eine Besiedlung kann nicht nachgewiesen werden. Stockholm wurde zum ersten Mal 1252 als Ausstellungsort in zwei Urkunden des Jarls Birger Magnusson erwähnt, der manchmal als Gründer der Stadt erwähnt wird. Aber auch dafür fehlen historische Belege. Doch entwickelte sich Stockholm unter der Regierung Birger Magnussons und des Königs Magnus Ladulås in den folgenden Jahrzehnten zu einer wichtigen Handelsstadt, was vor allem durch Verträge mit der Hansestadt Lübeck gefördert wurde. Um 1270 wurde Stockholm in Dokumenten als Stadt bezeichnet und 1289 wurde die Stadt als die bevölkerungsreichste Stadt Schwedens beschrieben. Die ersten gesicherten Annahmen zur Größe der Stadt beziehen sich auf die Mitte des 15. Jahrhunderts, als Stockholm etwa 1.000 Haushalte, also ungefähr 5.000 bis 6.000 Einwohner hatte. Aus demselben Jahrhundert (1436) stammt auch der erste Priviligienbrief.

Der hauptsächliche Grund für die rasche Entwicklung der Stadt war ihre strategische Lage. Stockholm beherrschte die Zufahrt zum Mälarsee, der seinerseits eine aufgrund der Landwirtschaft und Eisenherstellung wirtschaftlich wichtige Region erschloss. Die Ausdehnung der Stadt war zu dieser Zeit auf die Insel Stadsholmen (heute Gamla stan) beschränkt. Die Insel selbst war um ein Drittel kleiner als heute, und die Ströme wesentlicher weiter.

Die Kalmarer Union

Die strategische und wirtschaftliche Bedeutung der Stadt machte Stockholm zu einem wichtigen Machtfaktor in den Auseinandersetzungen zwischen den dänischen Königen der Kalmarer Union und der nationalen Unabhängigkeitsbewegung im 15. Jahrhundert. So erfocht am 14. Oktober 1471 Schweden unter Sten Sture in der Nähe der Stadt am Brunkeberg (heute ein Teil des Stadtbezirkes Norrmalm) mit Unterstützung der Stockholmer Bürgerschaft einen glänzenden Sieg über den dänischen König Christian I. Dessen Enkel Christian II. belagerte die Stadt 1518 vergebens, nahm sie aber 1520 nach einer neuen Belagerung durch Verrat ein. Am 8. November 1520 kam es in Stockholm im Rahmen der Krönungsfeierlichkeiten zu einer Massenhinrichtung von Oppositionellen, dem Stockholmer Blutbad. Dieses Massaker leitete jenen Aufstand ein, der schließlich zum endgültigen Zusammenbruch der Kalmarer Union führte.




Die Wasa-Zeit

Mit dem Einzug Gustav Wasas 1523 und dem Aufbau einer starken Königsmacht entwickelte sich Stockholm auch zu einer wichtigen Residenzstadt. Neben dem Bürgertum begann nun auch der königliche Hof, das Stadtbild zu prägen. Die Stadtinsel bot nicht mehr genug Platz, und 1529 wurden Södermalm und Norrmalm unter die Herrschaft der Stadt gestellt. Die Stadt wuchs und erreichte um 1600 eine Einwohnerzahl von 10.000 Einwohnern.

Das 17. Jahrhundert

Das 17. Jahrhundert sieht den Aufstieg Schwedens zur Großmacht. Dies spiegelte sich auch in der Entwicklung der Stadt wieder. Von 1610 bis 1680 versechsfachte sich die Einwohnerzahl. Ladugårdslandet, das heutige Östermalm, und die Insel Kungsholmen wurden eingemeindet. 1634 wurde Stockholm offiziell zur Hauptstadt des schwedischen Reiches. Nach dem politischen Aufstieg folgte diesem Ereignis bald auch der wirtschaftliche Aufstieg der Stadt. Die Stadt erhielt das Stapelrecht und damit das Monopol für den Handel zwischen dem Ausland und Svealand, Norrland und Österbotten (heutiges Finnland).

In dieser Zeit entstanden auch einige der großartigen Bauten und Paläste, die die Macht des Landes und seines Adels symbolisieren sollten, wie z.B. Riddarhuset, Oxenstiernska palatset und Tessinska palatset und die alte Reichsbank. Auf den eingemeindeten Inseln und in Östermalm entstanden Stadtviertel in einem rechtwinkligen Straßennetz.

Das 18. Jahrhundert

In den Jahren 1713–1714 suchte die Pest Stockholm heim. Nach dem Ende des dritten Nordischen Krieges und den damit verbundenen Gebietsverlusten im Jahre 1721 stagnierte die Stadt. Die Bevölkerung wuchs kaum mehr und die wirtschaftliche Erholung ging nur sehr langsam vor sich. Doch behielt Stockholm seine Rolle als politisches Zentrum des Landes und unter Gustav III. entwickelte es sich auch zum kulturellen Zentrum. Das Stockholmer Schloss und die Königliche Oper sind architektonischer Ausdruck dieser Epoche.

Das 19. Jahrhundert

Am Beginn des 19. Jahrhunderts nahm die wirtschaftliche Bedeutung Stockholms weiterhin ab. Norrköping wurde zur größten Manufakturstadt und Göteborg entwickelte sich aufgrund seiner günstigen Lage an der Nordsee zum wichtigsten Exporthafen Schwedens. Erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts übernahm Stockholm wieder eine führende Rolle in der Wirtschaft des Landes. Einerseits wurde eine Reihe wichtiger Industriebetriebe gegründet, andererseits entwickelte sich Stockholm zu einem wichtigen Handels- und Dienstleistungszentrum sowie zu einem Verkehrsknotenpunkt.

Auch die Bevölkerung wuchs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Zuwanderung stark an. Gegen Ende des Jahrhunderts waren nicht einmal 40% der Einwohner in Stockholm geboren. Die Besiedlung griff über die Stadtgrenzen hinaus und es entstanden eine Reihe von Elendsvierteln, aber auch von Villenvierteln im Grünen und an der Küste.

Stockholm baute auch seine Position als Kulturzentrum weiter aus. Man bemühte sich auch darum, höhere Bildungseinrichtungen nach Stockholm zu bekommen. Im 19. Jahrhundert bekam Stockholm mehrere wissenschaftliche Institute, wie z.B das Karolinische Institut (Karolinska Institutet) und das Technologische Institut, das 1877 eine Technische Hochschule wurde. 1878 wurden auch die ersten Lehrveranstaltungen an der neugegründeten Stockholmer Hochschule abgehalten, aber es sollte beinahe 100 Jahre dauern, bis sie zur Universität erhoben wurde.

Das 20. Jahrhundert

Nach 1910 kam es zur Eingemeindung großer Gebiete, die verkehrstechnisch durch Straßenbahnlinien an die Stadt angeschlossen werden. Im Anschluss daran entstanden Vororte, Gartenstädte und Gebiete mit Freizeithäuschen.

Wirtschaftlich kam es zu einer Umstrukturierung. Arbeitsintensive Unternehmen in Niedriglohnbranchen gingen ein, während kapitalintensive Unternehmen und Unternehmen im Hochtechnologiebereich wuchsen. Ein Beispiel dafür ist der Stadtbezirk Kista, der sich in den 90er Jahren zum IT-Zentrum Schwedens entwickelt hat. Ab den 1950er Jahren nahm die Beschäftigungsquote der Industrie ab und liegt heute bei ungefähr 10%. Dagegen wuchs der Dienstleistungsbereich weiter an.

1950 wurde die erste U-Bahnlinie in Stockholm eröffnet. Längs der U-Bahn-Linien und an deren Endpunkten entstanden in den 50er Jahren sog. ABC-Vororte, wie Vällingby und Farsta, und in den 60er und 70er Jahren die im Rahmen des Millionenprogrammes gebauten Großsiedlungen wie Rinkeby, Tensta u.a. Einige dieser Siedlungen entwickelten sich in den letzten Jahrzehnten zu Ausländerghettos.

Von 1909 an hatten die Sozialdemokraten zusammen mit den Liberalen die Mehrheit im Stockholmer Gemeinderat. In den ersten Kommunalwahlen nach dem allgemeinen Wahlrecht 1919 erreichte die politische Linke eine Mehrheit im Gemeinderat, die sie bis in die 1950er Jahre behielt. Anfang der 20er Jahre erhielt Stockholm eine neue politische Organisation, die in ihren Grundzügen auch heute noch gilt. 1923 übersiedelte die Stockholmer „Regierung“ in das neugebaute Rathaus (stadshuset). 1967 wurde Stockholm in die Verwaltungsprovinz Stockholms län eingegliedert.

Stadtbild

Das Stockholmer Stadtbild und seine Architektur ist geprägt von der besonderen Lage der Stadt an den Ufern des von Westen nach Osten verlaufenden Ausflusses des Mälarsees, dem in nord-südlicher Richtung verlaufenden Höhenrücken der Gletschermoräne und der zentralen Stadtinsel mitten im Strom.

Stadsholmen – Gamla Stan

Die Altstadt auf der Stadtinsel weist noch immer das mittelalterliche Straßennetz mit den von Norden nach Süden über die Insel verlaufenden Straßen (Öster- und Västerlånggatan) und schmalen, zum Wasser abfallenden Gässchen auf. Einen anderen Eindruck machen im Norden der Insel die Paläste der Großmachtszeit wie das Ritterhaus und das bondesche Palais im Norden zum Wasser hin gelegen, das oxenstiernasche Palais und das tessinsche Palais in der Nähe der Storkyrkan, dem Stockholmer Dom, und natürlich das Königliche Schloss, dessen mittlere Achse auf die Norrbro (Nordbrücke) weist, die die Altstadt über die Insel Helgelandsholmen mit Norrmalm, dem nördlichen Ufer, verbindet.

Helgelandsholmen und Riddarholmen

Die Insel Helgelandsholmen beherbergt nur zwei Gebäude, das Mittelaltermuseum und den schwedischen Reichstag. Die Insel Riddarholmen im Osten der Stadtinsel ist heute Justizzentrum des Landes. Im Wrangel’schen Palais und den anderen Gebäuden befinden sich verschiedene Gerichte. Daneben befindet sich auch die Riddarholmskirche, Grabkirche vieler schwedischer Könige.

Norrmalm

Vom Königlichen Schloss aus blickt man über Helgelandsholmen hinweg auf Norrmalm und sieht Rosenbad, den Regierungssitz der schwedischen Regierung, das Sager’sche Palais, die Dienstwohnung des Premierministers, das Palais des Erbfürsten (Arvfurstens palats), heute Außenministerium, und die Oper mit dem berühmten Restaurant Operakällaren. Doch dahinter beginnt die City, das moderne Stockholm, das in den 1950er - 1970er Jahren entstand, nachdem man ganze Stadtteile abgerissen hatte. Das Zentrum der City bildet der Sergels torg (Sergelsplatz), an dem sich das Stockholmer Kulturhaus mit dem Stadttheater befindet.

Östermalm

Östlich von Norrmalm erstreckt sich Östermalm, geprägt vom rechtwinkeligen Straßenentz der schwedischen Großmachtszeit. Vor allem die Wasserfront, der Strandvägen, war und ist Stockholms repräsentativste Adresse, was die Gründerzeithäuser in historistischem Stil zeigen. Wo der Strandvägen beginnt, liegt das königlich-dramatische Theater Dramaten. Vor dem Theater liegt der Berzelius-Park, in dem sich das Berns, Theater und Restaurant, befindet, dessen rotes Zimmer durch Strindbergs Roman Das rote Zimmer berühmt geworden ist. In Östermalm liegen der Östermalms torg (Östermalmsplatz), an dem die Hedvig-Eleonora-Kirche liegt, und der sternförmige Karlaplan.

Djurgården


Vom Karlaplan führt der Narvavägen über die Djurgårdsbrücke auf die Halbinsel Djurgården, die auch heute noch vorwiegend ein Naturpark und Ausflugs- und Erholungsgebiet für die Stockholmer ist. Über die Brücke kommt man entlang dem Djurgårdsvägen zu einer Reihe von Museen, wie z.B. dem Wasamuseum, dem Nordischen Museum und Liljevalchs Kunsthalle, Vergnügungsstätten, wie z.B. Gröna Lund und Circus, und Gasthäusern aus dem 19. Jahrhundert, wie das in der Literatur verewigte Hasselbacken. In der Nähe des Hasselbacken befindet sich auch der Haupteingang zu Schwedens erstem und größtem Freilichtmuseum Skansen. Auf der Waldemarsudde liegt die Villa des Prinzen Eugen, die heute Museum ist und Bilder des Prinzen und seiner Zeitgenossen zeigt und damit einen feinen Überblick über die schwedische Malerei der Jahrhundertwende (1900) gibt. Von Djurgården führt eine Fähre zurück auf die Stadtinsel.

Blasieholmen, Skeppsholmen und Kastellholmen

Zwischen der Stadtinsel und Djurgården liegen Blasieholmen, Skeppsholmen und Kastellholmen. Auf Blasieholmen befinden sich das pompöse Grand Hotel, dessen Hauptfassade zur Stadtinsel weist, und das schwedische Nationalmuseum, Skeppsholmen und Kastellholmen beherbergten früher Einrichtungen der Kriegsmarine, die im 20. Jahrhundert von Museen (z.B. Ostasiatisches Museum, Modernes Museum, Architekturmuseum) übernommen worden sind.

Kungsholmen

Wendet man sich auf der Stadtinsel nach Nordwesten, sieht man den östlichen Spitz der Insel Kungsholmen, auf dem das Stockholmer Rathaus (Stadshuset) steht, in dessen Blauer Halle jährlich das Nobelfest veranstaltet wird.

Södermalm

Am südlichen Ende der Stadtinsel befindet sich Slussen, die Schleuse, über die man mit dem Boot vom Mälaren in die Ostsee kommt. Slussen verbindet auch Stadsholmen mit der Insel Södermalm, die sich hier über 50 Meter aus dem Wasser erhebt. Mit dem 52 m hohen Katarinalift kommt man von Slussen zum Mosebacke torg, an dem sich zwei Theater befinden. In der Nähe liegt die Katarinakirche, ein Meisterwerk aus dem 17. Jahrhundert. Im Osten der Insel auf den Hügeln Åsöberget und Vita bergen mit der Sofiakirche gibt es noch kleine Holzhäuser, wie sie für die Besiedlung des 17. und 18. Jahrhunderts typisch waren.

Das Innere der Insel ist mit Wohnblöcken aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die Jahrhundertwende bebaut, während der südliche Teil Bebauung aus dem 20. Jahrhundert aufweist. Ein völlig neuer und architektonisch interessanter Stadtteil wurde Ende der 1980er Jahre im Gebiet von Stockholm Södra (westlich des Medborgarplatzes) errichtet.

Infrastruktur und Verkehr

Stockholm ist Knotenpunkt des schwedischen Eisenbahnnetzes, hat einen internationalen Flughafen in Arlanda, einen Regionalflughafen in Bromma und ein U-Bahnnetz. Außerdem ist Stockholm eine wichtige Hafenstadt mit Verbindung nach Helsinki, Sankt Petersburg, Turku und Tallinn. Dem öffentlichen Verkehr dienen die U-Bahn Tunnelbana, Vorortzüge, verschiedene Buslinien, einzelne Stadtbahnlinien in den Außenbezirken sowie die Straßenbahn zum Djurgården.

Im Bezug auf den Strassenverkehr kann sich Stockholm mit anderen europäischen Hauptstädten messen. Die Autobahn E4 führt westlich des Stadtzentrums vorbei. Ein großer Teil des Autoverkehrs soll in den nächsten Jahren unter die Erde gelegt werden. So wurde im Oktober 2004 ein 4,5 km langer Tunnel (Södra länken) südlich des Stadtkerns eingeweiht. Ein gleichartiges Projekt ist im Norden geplant. Zur Reduzierung des innerstädtischen Verkehrs wird eine City-Maut diskutiert.

Siehe auch: Stockholmer U-Bahn

Wirtschaft

Stockholm ist Schwedens Dienstleistungszentrum. 85% aller Beschäftigten arbeiten im öffentlichen und privaten Dienstleistungsbereich, aber nur 10% in der Herstellungsindustrie. Dennoch gehört Stockholm zu den größten Industriegebieten Schwedens.

Die steigende Zahl von Unternehmen im Hochtechnologie-Bereich wog in den letzten Jahrzehnten die Abwanderung traditioneller Industriebetriebe auf. Zu den großen Industrieunternehmen in Stockholm zählen heute Ericsson, IBM Svenska AB und Electrolux, die Arzneimittelhersteller Astra-Zeneca und Pharmacia, graphische Betriebe des Bonnier-Konzerns u.a. Im Norden der Stadt (Kista) entstand im letzten Jahrzehnt eines der größten IT-Zentren Europas.

Stockholm ist auch das Medienzentrum des Landes mit 4 überregionalen Tageszeitungen und einer Reihe kleiner Zeitungen, Verlagen (u.a dem Bonnier-Konzern), Sitz für den staatlichen Rundfunk (SR) und die die öffentlich-rechtliche Fernsehgesellschaft SVT sowie weiterer Medienunternehmen.

Auch die schwedischen Banken (wie z.B. Föreningssparbanken, Handelsbanken und Skandinaviska Enskilda Banken, die zu den 10 größten Unternehmen in Stockholm gehören) haben ihren Hauptsitz in Stockholm, wo sich auch die schwedische Börse befindet. Zusammen mit den Hauptsitzen der Versicherungsgesellschaften und von Investment-Unternehmen machen sie Stockholm zum wichtigsten Finanzzentrum Schwedens.

Überhaupt befinden sich die Hauptsitze von über 40% aller schwedischen Unternhemen mit mehr als 200 Angestellten in Stockholm. Aber nicht nur Unternehmenszentralen sondern auch die Zentralbehörden der staatlichen Verwaltung sowie die nationalen politischen Institutionen (wie Regierung und Reichstag) in Stockholm machen die Stadt zum Machtzentrum des Landes.

In den letzten Jahren ist auch der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden. Seit 1991 ist die Anzahl der Übernachtungen mit 80% von 4 auf über 7 Millionen gestiegen. Festivals, wie z.B. Stockholm Waterfestival, und große Sportveranstaltungen, wie z.B. der Stockholm Marathon, sind wichtige Attraktionen.

Damit sich die Wirtschaft präsentieren und weitere Kontakte knüpfen kann, hat Stockholm auch eine Messe (Stockholmsmässan) mit einem dichten Programm.

Bildung und Kultur

In Stockholm gibt es 16 Hochschulen und Universitäten:

Neben den Forschungseinrichtungen der Hochschulen und Universitäten gibt es eine Reihe weiterer staatlicher und privater Forschungsinstitutionen in Stockholm.

Stockholm ist ebenfalls Sitz der Schwedischen Akademie, der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, der Königlichen Akademie für Literatur, Geschichte und Antiquitäten, der Nobelstiftung und weiterer kultureller und wissenschaftlicher Institutionen.

In Stockholm gibt es eine Reihe von Theatern, darunter die Königliche Oper, das Königliche Dramatische Theater (Dramaten) und das Stockholmer Stadttheater (Stadsteatern) sowie Privattheater wie die Volksoper (Folkoperan), das Moderne Tanztheater (Moderna dansteatern), das China-, Göta Lejon-, Mosebacke-, Oscar-Theater und viele andere Bühnen.

Unter den zahlreichen Museen in Stockholm gibt es nationale Museen wie das Architekturmuseum, das Biologische Museum, das Ethnographische Museum, das Historische Museum, das Marinhistorische Museum (Sjöhistoriska museet), das Museum für Moderne Kunst (Moderna museet), das Nationalmuseum, das Naturhistorische Reichsmuseum, das Technische Museum, das Vasamuseum u. a. Die Geschichte und Gegenwart Stockholms wird im Mittelaltermuseum (Medeltidsmuseet), im Stockholmer Stadtmuseum und im Stockholmer Länsmuseum pädagogisch aufbereitet. Im Stockholmer Schloss befinden sich mehrere Museen zur Geschichte der Könige.

Siehe auch







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