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Stollen (Bergbau)

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Ein Stollen, auch Stolln in Sachsen, ist im Bergbau ein waagerecht oder nur leicht geneigt von der Erdoberfläche aus in einen Berg (das sogenannte Gebirge) getriebener Gang, meist zum Zwecke des Abbaus von Gesteinen oder Gesteinsbestandteilen, die für eine weitere nützliche Verwendung außerhalb des Stollens geeignet sind (Bodenschätze).

Eine besondere Form des Stollens ist der Erbstollen. Dieser ist innerhalb des zugehörigen Bergwerkes der am tiefsten gelegene Stollen und leitet das in der Grube anstehende Grundwasser mit natürlichem Gefälle an die Tagesoberfläche. Erbstollen können eine erhebliche Länge erreichen, der längste Erbstollen des Ruhrgebietes, der Schlebuscher Erbstollen, erreichte schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Länge von 13 km. Die Erbstollen wurden häufig von einem eigenen Unternehmer betrieben, dem als Gegenleistung für seine Dienstleistung der neunte Teil der gesamten Förderung zustand.

Das bergbauliche Gegenstück zum Stollen ist der Schacht, der senkrecht oder steil geneigt ins Gebirge getrieben (abgeteuft) ist. Häufig werden von einem Schacht ausgehend mehrere abzweigende Strecken angelegt.

Zuweilen werden auch vergleichbare unterirdische Gänge, die jedoch auf natürliche Weise entstanden sind (Gänge in Höhlen), als Stollen bezeichnet.

Einen anderen Zweck haben die Stollen, die der Mineur bei der Belagerung einer Festung anlegt. Diese werden unter das Fundament der Festungsanlagen gegraben, um das Bauwerk mit Sprengladungen zum Einsturz zu bringen oder um sich für einen möglichen Überraschungsangriff unbemerkt einen Zugang in die Festung zu verschaffen.






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