Sulików
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Einordnung: Ort in Polen | Ort der Woiwodschaft Niederschlesien
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Sulików (deutsch Schönberg) ist ein Ort mit 1.900 Einwohnern im Südwesten Polens. Es liegt 9 km südöstlich von Görlitz am Rothwasser (Czerwona Woda) und gehört dem Powiat Zgorzelecki in der Woiwodschaft Niederschlesien an.
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Geschichte
Um 1230 entstand westlich des Schönberges (295 m) das Städtchen Schönberg. Als Gründer der Stadt werden die Herren von Schönburg vermutet. Gleichzeitig mit der Stadt wurde auch das unterhalb gelegene Dorf Halbendorf (Mała Wies Dolna) angelegt, das später den Zusatz Nieder Halbendorf erhielt. Oberhalb der Stadt schloss sich am Rothwasser das Dorf Kuhzagel an, welches seit 1570 als Ober Halbendorf (Mała Wies Dolna) bezeichnet wurde. Die Pfarrkirche ist vor 1234 entstanden und im Jahre 1268 besaß Schönberg bereits Stadtrechte, besaß jedoch zu keiner Zeit eine Stadtbefestigung. Als Grundherren von Schönberg wechselten sich bekannte oberlausitzer Adelshäuser, wie die von Gersdorff, Salza, Nostitz und Rechenberg ab, seit der Mitte des 15. Jahrhunderts waren dies auch reiche Görlitzer Kaufleute. Trotz seiner Lage an einer Handelsstraße von Görlitz nach Friedland wuchs die Stadt auf halben Wege zwischen Görlitz und Seidenberg kaum, da sowohl die mächtige Sechsstadt Görlitz als auch das zu der Zeit als Sitz einer ausgedehnten Standesherrschaft bedeutsame Seidenberg wenig Interesse an Konkurrenz in unmittelbarerer Nähe hatte und dies zu verhindern wußten. Im Jahre 1524 erfolgte in Schönberg die Reformation.
Im Jahre 1572 erhielt Schönberg das Privileg zur Abhaltung eines Jahrmarktes, dabei wurden auch die Stadtrechte bestätigt. 1586 entstanden in Schönberg Handwerkerinnungen. Im Dreißigjährigen Krieg gelangte Schönberg als Teil der Oberlausitz aus der böhmischen und die sächsische Landeshoheit. Einen kleineren Aufschwung erlebte die Stadt durch den Zuzug von Glaubensflüchtlingen aus Böhmen und Schlesien nach dem Krieg. Der Grundherr Wolf Albrecht von Loeben gestattete ihnen die Errichtung eines neuen Stadtteils, der Neustadt, die dann Neuloeben genannt wurde.
Im Jahre 1688 vernichtete ein Stadtbrand große Teile der Stadt, in Folge dessen auch die Stadtkirche neu entstand. Zu Beginn der 18. Jahrhunderts wurde die Weberei zum Haupterwerb. Bekannt wurde die Stadt durch das Missolan, ein grobes Leinen- und Wollgewebe, das über Hamburg als Schönberger Zeug in die Welt verschifft wurde. Wenig erfolgreich war ein Erzbergbauversuch aus dem Jahre 1731, der Heiliger Rat und Wille Gottes Erbstolln genannte Vortrieb in den Schönberg wurde schon bald wegen Erfolglosigkeit wieder eingestellt.
Seit der Teilung der Oberlausitz im Jahre 1815 gehörte Schönberg zu Preußen und war von 1816 bis 1945 Teil des Landkreises Lauban. Im 19. Jahrhundert entstanden in der Stadt Teppich- und Baumwollwebereien, auch das Kürschner-, Schuh- und Zigarrenmacherhandwerk erlangte Bedeutung.
Um 1920 wurde der Marktplatz des Stadtteils Neuloeben mit einer Siedlung bebaut.
1921 wurden Teile von Nieder Halbendorf nach Schönberg eingemeindet. Erst 1927 erhielt die Stadt durch eine Zweigbahn von Nikolausdorf (Mikułowa) aus einen Eisenbahnanschluss an die Strecke von Görlitz nach Lauban. Diese Strecke wurde 1948 bis Zawidów (Seidenberg) weitergeführt, um diese Stadt mit dem Schienennetz der PKP zu verbinden.
Im Jahre 1945 kam die Stadt zu Polen und Sulików verlor die Stadtrechte. Die Orte Mała Wies Dolna (Nieder Halbendorf) und Mała Wies Gorna (Ober Halbendorf) wurden eingemeindet.
Im Ort ist eine Pappenfabrik ansässig und auf dem Schönberg erfolgt der Abbau von Basalt.
Sehenswürdigkeiten
Ein besonderes Kleinod von Sulików stellen die Laubenhäuser dar. Diese Fachwerkbauten entstanden nach dem großen Brand rings um den Markt, der eine Ausdehnung von 94 x 53 m hat. Das ältesteste dieser Häuser ist die Scharfe Ecke aus dem Jahre 1688.
Die evangelische Stadtkirche ist ein reich ausgestalteter Barockbau.
Einwohnerentwicklung
1600: 450 Einwohner
1650: 250
1785: 800
1825: 1.035
1905: 1.302
1939: 1.935
1961: 2.000
Gmina
Die Großgemeinde (Gmina) Sulików umfaßt ein Gebiet von 95 km² und auf denen 6.129 Menschen leben. Die Gemeinde gehört der Euroregion Neiße an. Folgende Ortschaften gehören zur Gemeinde:
- Bierna (Berna)
- Miedziane (Küpper)
- Mikułowa (Nikolausdorf)
- Radzimów (Bellmannsdorf)
- Stary Zawidów (Alt Seidenberg)
- Studniska Dolne (Nieder Schönbrunn)
- Studniska Gorne (Ober Schönbrunn)
- Sulików (Schönberg)
- Wrociszów Dolny (Nieder Rudelsdorf)
- Wrociszów Górny (Ober Rudelsdorf)
Söhne und Töchter
- Jakob Böhme (* 1575 in Alt Seidenberg), Naturphilosoph
Weblinks
- weitere Weblinks
- Webseite der Gemeinde Sulików
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