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Synthesizer

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Ein Synthesizer ist ein elektronisches oder elektronisch gesteuertes GerÀt zur Synthese von Schwingungen.

Inhaltsverzeichnis

LaborgerÀt in der Elektrotechnik

In der Elektrotechnik beschreibt ein Synthesizer eine elektronische Vorrichtung zur Synthese monophoner, hochreiner Schwingungen, wie etwa einer Sinus-, Dreieck- und Rechteckschwingung oder der Erzeugung von Nadelimpulsen. Derartige GerĂ€te, auch als Waveform Generator bekannt, dienen der ÜberprĂŒfung elektronischer Schaltungen, oft von VerstĂ€rkern. Da es sich um LaborgerĂ€te handelt, besitzen diese meist ein extrem niedriges Rauschen und einen an der Grenze der Messbarkeit liegenden Klirrfaktor.

Solche Generatoren, die heute fast ausschließlich mit digitalen Bauelementen realisiert werden, bezeichnet man auch als digitale Oszillatoren.

Elektronisches Musikinstrument

Am hÀufigsten wird als Synthesizer ein Musikinstrument bezeichnet, das auf elektronischem Wege synthetische KlÀnge zum Einsatz in der Musik oder seltener bei Effekten erzeugen kann. Synthesizers erzeugen dabei die KlÀnge durch direktes Erzeugen und VerÀndern von elektrischen Schwingungen (analoger Synthesizer) oder durch mathematische Operationen diskreter Werte durch mathematische Operationen (digitaler Synthesizer). Es kommen verschiedene Synthesearten, auch in gemischter Form, zum Einsatz. GebrÀuchlich sind zur Klangerzeugung die additive, subtraktive, bzw. FM, sowie das Physical Modelling und die Phasenmodulation.

Grundlagen

Synthesizer verwenden verschiedene Syntheseprinzipen zur Klangerzeugung, wobei diese analog oder digital abgebildet werden. Folgende Grundprinzipien sind bekannt:

Geschichte

Erste Entwicklungen

Erste Entwicklungen fĂŒr synthetische Klangerzeugung fanden in den 1930er Jahren statt. Einige Entwicklungen wie das Aetherophon oder das Trautonium erweckten zwar eine gewisse Aufmerksamkeit, setzten sich aber – oft wegen ihrer fĂŒr Musiker ungewohnten Spielweise – nicht großflĂ€chig durch.

1950 produziert RCA experimentelle GerĂ€te zum Erzeugen von Sprache und Musik. Der Mark II Music Synthesizer (1958) konnte nur nach vorheriger kompletter Programmierung ein StĂŒck wiedergeben und musste fĂŒr das nĂ€chste neu programmiert werden. Gesteuert wurde er ĂŒber Lochstreifen.

1958 entwickelte Daphne Oram beim BBC Radiophonic Workshop einen neuartigen Synthesizer der die sog. "Oramics"-Technik verwendetet. Gesteuert wurde der Synthesizer 35mm Film. Er wurde einige Jahre bei der BBC verwendet. Hugh Le Caine, John Hanert, Raymond Scott, Percy Grainger (mit Burnett Cross), und andere bauten in den spÀten 1940er und 1950er verschiedene elektronische Musikinstrumente.

Ab den 1960er war die Entwicklung der Elektronik soweit vorangeschritten, dass KlĂ€nge und Töne in Echtzeit erzeugt werden konnten, doch waren diese GerĂ€te aufgrund ihrer GrĂ¶ĂŸe auf den Studiobetrieb beschrĂ€nkt. Ferner waren diese GerĂ€te meisten modular aufgebaut, so dass die einzelnen Komponenten miteinander von Hand verkabelt werden mussten. Viele dieser ersten GerĂ€te waren experimentelle EinzelstĂŒcke. Donald Buchla, Hugh Le Caine, Raymond Scott und Paul Ketoff waren die Pioniere in den 1960ern, wobei nur Buchla ein kommerzielles GerĂ€t anbot.

Erste kommerzielle Synthesizer (analog monophon)

Den ersten spiel- und konfigurierbaren Synthesizer stellte Robert Moog her und prĂ€sentierte ihn 1964 auf der "Audio Engineering Society convention". Dauerte es zunĂ€chst Stunden den Synthesizer zu konfigurieren und war er mehr eine Spielerei, war bis 1968 die Technik soweit fortgeschritten, dass sie ernsthaft verwendet werden konnte. Bereits wĂ€hrend der Entwicklung konnte er den Musiker Walter Carlos (spĂ€ter Wendy Carlos) fĂŒr das Instrument begeistern (zu hören in der Filmmusik zu A Clockwork Orange), dessen praktische Erfahrungen mit elektronischer Musik in die Weiterentwicklung einflossen. Der neue Klang, wie auf dem sehr erfolgreichen Album "Switched-On Bach" von Walter Carlos 1968 verwendet, war sensationell. In den spĂ€ten 1960ern erschienen nun eine Vielzahl von Aufnahmen, die den neuen Moog Synthesizer Sound verwendeten.

Moog setze zugleich auch die Standards, die das VerknĂŒpfen verschiedener Synthesizer erlaubte, wie z.B. eine Schnittstelle zur externen Ansteuerung ĂŒber eine logarithmische 1-Volt/Oktave Tonhöhensteuerung. Die Ansteuerung der Synthesizer erfolgte normalerweise ĂŒber eine normale Klaviatur oder ĂŒber einen Sequenzer, bei dem man Tonhöhenfolgen zeitlich programmieren konnte und der ĂŒber die genannte Schnittstelle den Synthesizer ansteuerte.

Da das Moog Modular System jedoch fĂŒr den BĂŒhnen- und Live-Einsatz zu groß und zu umstĂ€ndlich zu bedienen war, integrierte Moog die wichtigsten Komponenten seines Synthesizers in ein kompaktes GehĂ€use, das den Namen Minimoog erhielt und 1970 auf den Markt kam. Der Minimoog wurde in den Folgejahren ein von vielen Musikern verwendetes und weit verbreitetes Musikinstrument. Im Laufe der 1970er Jahre kamen verschiedene weitere Unternehmen mit Synthesizern auf den Markt u.a. ARP Instruments, Inc. (von Alan Robert Pearlman), Oberheim (von Tom Oberheim) und Sequential Circuits. Alle Synthesizer hatten jedoch zwei entscheidende Nachteile: zum einen waren sie nur monophon spielbar und zweitens waren sie nicht zu programmieren. Man konnte also keine Einstellungen speichern.

Dennoch spezialisierten sich Gruppen und Musiker wie Kraftwerk, Jean Michel Jarre, Tangerine Dream, Klaus Schulze oder Vangelis auf elektronische Musik und Synthesizer.

Elektrische Orgeln

Alle Orgeln (auch akustische) basieren auf dem Prinzip der additiven Synthese, indem mehrere SinusklĂ€nge zusammgemischt einen komplexen Klang ergeben. In der originalen Hammond Orgel von 1935 wurden die Sinusschwingungen ĂŒber wellengetriebene ZahnrĂ€der erzeugt, die Schwingungen in Tonabnehmer induzierten. FĂŒr jede harmonische Schwingung gab es ein Rad. SpĂ€ter wurden die Schwingung durch elektronische Schaltungen erzeugt. Die von elektronischen Orgeln erzeugten KlĂ€nge waren weit weniger modulierbar als die der Synthesizer, hatten aber den Vorteil polyphon spielbar zu sein.

Mikroprozessor gesteuerte polyphone analoge Synthesizer

Die meisten der ersten Synthesizer waren monophon. Nur wenige waren in der Lage, zwei Töne zur gleichen Zeit zu erzeugen, weder Moog Sonic Six, der ARP Odyssey, noch der EML 101. Echte Polyphonie war zur damaligen Zeit nur ĂŒber das Prinzip der elektrischen Orgel zu realisieren. Der ARP Omni, der Moog Polymoog und der Opus 3 verbanden daher beide Elemente. Erst 1976 kamen die ersten echten polyphonen Synthesizer auf den Markt, wie etwa der Yamaha CS-80 und der Oberheim Four-Voice. Diese ersten Synthesizer waren aber komplex und teuer. Der erste erschwingliche polyphone und zudem Mikroprozessor-gesteuerte und damit programmierbare Synthesizer war 1977 der Prophet-5 von Sequential Circuits. Zum ersten Mal konnten Musiker ihre Einstellungen speichern und per Knopfdruck wieder abrufen. Daneben war er kompakt und leicht.

MIDI

Eine kleine Revolution in der Entwicklung der Synthesizer war die Entwicklung von MIDI einer einfachen digitalen seriellen Standardschnittstelle fĂŒr Synthesizer. Entwickelt wurde sie von den Firmen Roland und Sequential Cirquits und 1983 vorgestellt. Sie hat sich in kĂŒrzester Zeit als Standard-Industrieschnittstelle etabliert. Bis heute ist sie in fast unverĂ€nderter Form in jedem Synthesizer zu finden und erlaubt es einfach verschiedenste elektronische GerĂ€te miteinander zu verbinden. Ende der 1980er erfolgte mit General MIDI (GM) eine Erweiterung des Standards um die Klangbelegung. Damit war z.B. ein Oboenklang immer auf dem gleichen Programmplatz zu finden. Es erlaubte so einfach komplette MusikstĂŒcken mit der richtigen Klangbelegung ĂŒber GM-konforme WiedergabegerĂ€te abzuspielen.

Digitale Klangerzeugung Revolution I: FM-Synthese

Eine wirkliche Revolution war das Aufkommen von Synthesizern mit digitaler Klangerzeugung, zunÀchst per FM-Synthese. Die FM-Synthese wurde in den 1970er entwickelt. Kurz gesagt erzeugen bei der FM-Synthese digitale Oszillatoren (sog. Operatoren) Sinusschwingungen. Komplexe mathematische Verschaltungen der einzelnen Sinusschwingungen ergeben komplexe Wellenformen. Ein Alleinstellungsmerkmal der FM-Synthese zur damals gebrÀuchlichen subtraktiven Synthese war die Möglichkeit, besonders obertonreiche und perkussive KlÀnge zu erzeugen.

Das Patent der FM-Synthese wurde vom japanischen Synthesizerhersteller Yamaha lizenziert. Die ersten Synthesizer, der GS-1 und GS-2 waren schwere und teure GerĂ€te und fanden keine weite Verbreitung. 1983 erschien dann mit dem DX7 der Synthesizer, der den gesamten Markt revolutionieren sollte. Er hatte die GrĂ¶ĂŸe und das Gewicht des Prophet-5 und war im Preis fĂŒr die Masse erschwinglich. Er war DER Synthesizer der 1980er Jahre und man findet kaum eine Pop-Musikaufnahme aus dieser Zeit, worauf kein DX7 zu hören ist. Nach dem Auslaufen des Patentschutzes fand die FM-Synthese weite Verbreitung, wie z.B. in einfachen 4-Operatoren Synthesizer auf PC Soundkarten.

Das Aufkommen des DX7 bedeutete nach relativ kurzer Zeit, dass viele subtraktive analoge Synthesizer altmodisch waren, was das Aus vieler renomierter Firmen wie etwa Moog bedeutete.

Digitale Klangerzeugung Revolution II: Sampling

Eine zweite Revolution, die sich schon 1979 mit dem ersten Fairlight CMI ankĂŒndigte war das Sampling. Beim Sampling werden natĂŒrliche KlĂ€nge digitalisiert. Diese digitalen Wellenformen bilden dann die Grundlage der Klangerzeugung. Mit dem Sampler war etwas möglich, was bisher nur dem altmodischen Mellotron vorbehalten blieb, die "genaue" Wiedergabe natĂŒrlicher Instrumente.

Die ersten Systeme, wie das Fairlight CMI, der Emulator I von E-MU oder spĂ€ter auch das Synclavier von New England Digital waren extrem teure GerĂ€te, die nur den "Großen" der Branche vorbehalten waren. Außerdem waren die technischen Möglichkeiten der Wiedergabe aufgrund geringer Auflösung und SpeicherkapazitĂ€t zunĂ€chst begrenzt. Peter Gabriel und Kate Bush veröffentlichten 1982 die ersten Aufnahmen auf denen "gesamplte" KlĂ€nge zu hören sind. 1985 kam mit dem Mirage von Ensoniq der erste fĂŒr die breite Masse erschwingliche Sampler auf den Markt. Sampling prĂ€gte schon bald das Klangbild der Popmusik der 1980er.

Synthesizer und mehr

1987 brachte Roland mit dem D-50 einen Synthesizer auf den Markt, der besonders aufgrund seines integrierten EffektgerÀtes und der Attacksamples sehr populÀr wurde. 1988 trieb KORG mit der M1 die Integration auf die Spitze. Die M1 reprÀsentierte einen neuen Typus von Synthesizer, die "Workstation". Hier waren zum ersten Mal ein Synthesizer, EffektgerÀt, Drumcomputer und Sequencer in einem GerÀt integriert. Dies erlaubte das Erstellen kompletter Lieder in einem GerÀt, ohne externe Hardware zu verwenden. Die Korg M1 ist nach dem Yamaha DX7 der meistverkaufte Synthesizer.

Physical Modelling Synthesizer

Anfang der 1990er Jahre kamen die ersten Synthesizer mit einer neuartigen Synthesemethode, dem Physical Modelling (PM) auf den Markt. Bei der PM-Synthese wird versucht anhand von mathematischen Beschreibungen eine "natĂŒrliche" physikalische Klangerzeugnung digital zu simulieren, d.h. man berechnet wie sich etwa Luftschwingungen in einem Saxophon verhalten oder eine Saite einer Gitarre schwingt. Das Prinzip war eigentlich nicht neu. Eine praktische Anwendung kam aber erst in Sicht nach Entwicklung des Karplus-Strong Algorithmus und dessen Verfeinerung, sowie der Verallgemeinerun des Algorithmus in eine "Digital waveguide synthesis" durch Julius O. Smith III et al.. FĂŒr eine Echtzeitberechnung waren natĂŒrlich auch leitungsfĂ€hige DSP-Prozessoren nötig, wie sie erst Ende der 1980er zur VerfĂŒgung standen.

Wie bei der FM-Synthese sicherte sich Yamaha die Rechte und entwickelte ab 1989 mit der Stanford University zusammen die Synthese. Der erste kommerzielle Synthesizer war 1994 der Yamaha VL-1. Interessanterweise versuchte man bald ĂŒber diesen Ansatz die alten analogen Synthesizer mit all ihren klanglichen UnzulĂ€nglichkeiten digital wieder auferstehen zu lassen. Bekanntester Synthesizer hier ist der Clavia Nord Lead. Nach den digitalen SynthesizerklĂ€ngen der 1980er kam es in den 1990er zu eine Renaissancer analoger Synthesizer oder deren KlĂ€nge, insbesondere durch das aufkommen der Techno-Musik. Vormals fast wertlose Synthesizer wie Rolands TB-303 stiegen dadurch wieder erheblich im Wert.

Der moderne Synthesizer

Fast alle heutigen Synthesizer sind komplett digital aufgebaut. Sie verwenden meist spezielle DSP (Digital Signal Processor) Bausteine zur Klangerzeugung, wobei hÀufig verschiedene Syntheseformen wie FM-Synthese, Sampling, subtraktive Synthese usw. gleichzeitig eingesetzt werden.

Ein neuer Trend sind sogenannte native Software-Synthesizer. Aufgrund der LeistungsfĂ€higkeit moderner PCs ist es möglich, eine digitale Klangerzeugung auf unspezialisierten PC-Prozessoren aufzusetzen. Mittlerweile gibt es fĂŒr jede Syntheseform verschiedene Software-Synthesizer, die z.T. Nachbauten bekannter Hardware Synthesizer sind. Auch werden bekannte alte Instrumente wie etwa Fender Rhodes Pianos oder Hammond B3 Orgel simuliert.

Synthesizerhersteller

Liste bekannter Hersteller, die die Entwicklung maßgeblich prĂ€gten:

Weiteres

Siehe auch: Keyboard, Orgel, Vocoder, Sampler, Software-Synthesizer, Musikinstrument, Akustik, Schwingung









Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Synthesizer aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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