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Tako-ryu-Bushido

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Tako-ryu-Bushido ist eine japanische Kampfkunst der Samurai, deren Wurzeln im 12. Jahrhundert liegen. Der Name könnte sinngemäß mit "Der Weg des Kriegers nach dem Stil des Drachen" übersetzt werden.

Diese Kampfkunst, die waffenlos und mit dem Schwert ausgeübt wird, zeichnet sich durch ihre Vielfältigkeit aus. Die Ausbildung an traditionellen japanischen Holz- und Metallwaffen rundet den Weg ab.

Der Körper wird darauf geschult, sich in der Natur zu bewegen und diese zum Vorteil zu nutzen. Hinzu kommen Elemente aus dem Ninjutsu, Kendo und des Aikido, um den Weg des Samurai durch diese Weiterentwicklung zu ergänzen. Weitere Aspekte der Ausbildung sind die japanische Geschichte, Kultur und Sprache, sowie Inhalte der Heilkunde Shiatsu, in der nur der eigene Körper als Hilfsmittel zur Heilung verwendet wird.

Die Weiterentwicklung des Geistes und die Verbesserung der Selbstdisziplin durch Meditation und Konzentration, sowie die Erweiterung des eigenen Horizontes sind wichtigere Bestandteile als die körperliche Ausübung dieser Kampfkunst. Durch aufmerksames Lernen sind Fortschritte beim Meistern von Alltagssituationen vorprogrammiert. Diese Form der Ausübung ist im Westen weitestgehend neu und gilt in Japan als Lebensphilosophie.

Die offene, ritterliche Kampftechnik des Samurai und der verborgene, aus dem Schatten erfolgende Streich des Ninja sind es in ihrer Einheit, die den Stil des Drachen beschreiben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die genaue Geschichte ist kaum nachvollziehbar, da durch Völkerwanderungen und Kriege viele Aufzeichnungen verloren gingen oder von dem jeweiligen Finder verändert wurden. So gibt nur die Weitergabe der Lehre vom Vater an den Sohn Aufschluss über den Weg des Kriegers.

Im 12. Jahrhundert formte sich die Wurzel des Bushido, was den strengen Kodex von Treue und Ehre bezeichnet, nach welchem die Samurai lebten. Dieser Kodex war nicht nur der Wegbegleiter eines Samurai, er war der Inhalt seines Lebens.

Etwa dreihundert Jahre später, im 15. Jahrhundert, verband ein japanischer Samurai seine Kunst mit der des Ninjutsu. Aus der Synthese dieser Kampfkünste entwickelte er Tako-ryu, den Stil des Drachen, den seine Schule bezeichnete. Er lebte streng nach den Regeln des Bushido. Einer seiner Lehrer nannte diesen Samurai einst Kuro-Tako, was poetisch soviel wie Schwarzer Drache bedeutet. Kuro-Tako gründete darauf die Kuro-Tako-Kazoku, die schwarze Drachenfamilie, einen aufgrund seiner Größe geschichtlich nicht relevanten Clan. Die Schule nahm, nach den Regeln des Bushido, nur Leute nach einer bestimmten Prüfung auf, unter der Bedingung der lebenslangen Treue.

Mit dem Ende der Bürgerkriege in Japan (um 1600) hatte die Kriegerkaste in der Friedenszeit erstmals Gelegenheit ihre Kunst zu perfektionieren und verschiedene Stile konnten sich herauskristallisieren. Einer der berühmtesten Samurai, der Ronin Miyamoto Musashi, prägte die Kunst des Kampfes nachhaltig und hinterließ seine Lehre der 5 Ringe (Elemente), welche auch das Tako-ryu nachhaltig prägen sollte.

Diese 5 Elemente bezeichnen nicht nur die Art zu kämpfen, sondern auch die Weise sein Leben zu gestalten (wobei der Bushido niemals in Frage gestellt wurde). Nach der Kapitulation Japans, welche das Ende des Zweiten Weltkrieges bedeutete, war die Kampfkunst vom Aussterben bedroht (ein Samurai zog den Tod der Niederlage vor).

1975 beschloss man zum ersten Mal auch Nichtjapaner in dieser Kampfkunst auszubilden, am 4. April 1987 wurde in Deutschland die Tako-Kazoku gegründet, als erster Ableger der Kuro-Tako-Kazoku in Europa. Mit der Gründung dieser ersten Schule in Europa wurde der Zusatz "Bushido" an die Bezeichnung des Stils "Tako-ryu" angehängt. Dies geschah, um die Wertigkeit der geistigen Aspekte dieser Kampfkunst der Samurai im modernen Europa zu verdeutlichen.

Am 4. April 1993 wurde die Schule unter die Aufsicht eines nichtjapanischen Meisters dieser Kampfkunst gestellt, welcher mit dieser Verpflichtung den Titel Shihan (Großmeister) verliehen bekam. Seine Kenntnisse in der Kunst des Ninjutsu (4. Dan) und des Aikido (3. Dan) fließen seitdem in die Lehre des Tako-ryu mit ein.

Er trägt den Titel Jion Shihan Shiro Tako.

Dies verdeutlicht, dass eine Kampfkunst sich gemäß den körperlichen Voraussetzungen ihrer Schüler entwickeln soll, um ihren Stil zu verfeinern. Es ist wichtig, auf neue Begebenheiten zu reagieren und beim Erlangen von neuen Erkenntnissen Änderungen, welche sich im Rahmen der Kunst bewegen, in der Ausbildung vorzunehmen.

1995 wurden die ersten europäischen Schüler des Tako-ryu-Bushido zu Übungsleitern ausgebildet.

Am 4. April 1997 wurde der Europäische Dachverband "Tako-ryu-Bushido Organisation" e. V. gegründet.

Entwicklung der Kampfkunst

Mit der Gründung der ersten Schule in Europa wurde der Zusatz "Bushido" an die Bezeichnung des Stils "Tako-ryu" angehängt. Dies geschah, um die Wertigkeit der geistigen Aspekte dieser Kampfkunst der Samurai in Europa zu verdeutlichen. Um den Unterricht an die europäische Mentalität und die körperlichen Voraussetzungen anzupassen, bedurfte es einiger Änderungen in der Ausbildung. Hinzu kommt die Tatsache, dass ein Unterricht in der heutigen Zeit an die gesellschaftlichen Gegebenheiten angepasst werden musste. Früher hatte ein Meister einige Schüler, welche täglich unterrichtet wurden, heute beschränkt sich dies z.B. durch die Arbeitszeiten der Schüler oft auf eine unregelmäßige Unterrichtsteilnahme. Es wurde ein Gürtelsystem entwickelt, um einen Anhaltspunkt für den Wissensstand der einzelnen Schüler zu erhalten. Des weiteren wurde eine neue Methodik der Ausbildung entwickelt, um ein sinnvolles, stimmiges Konzept zu erhalten, welches dem Schüler ein individuelles Vorankommen im körperlichen und geistigen Bereich des Weges der Kampfkunst ermöglicht. Die Grundtechniken wurden strukturiert und bauen aufeinander auf. Mit dem 5. Kyu-Grad hat der Schüler die Grundschule abgeschlossen und besitzt die Voraussetzungen die eigentliche Ausbildung zu beginnen. Mit dem Bestehen der Prüfung zum 1. Dan-Grad ist ein großes Stück Arbeit bewältigt und es liegt ein noch Größeres vor jedem Schüler. Hier wird deutlich, dass eine Kampfkunst sich gemäß den körperlichen Fertigkeiten ihrer Schüler mit entwickeln soll, um den Stil weiter zu verfeinern. Es ist wichtig, auf neue Gegebenheiten zu reagieren und beim Erlangen von neuen Erkenntnissen Änderungen, welche sich im Rahmen der Kunst bewegen, in der Ausbildung vorzunehmen.

Prinzip

Das Tako-ryu-Bushido gründet sich auf den Stil des Drachen, den Tako-ryu, wobei Tako als das alte poetische Wort für Drachen zu verstehen ist. Der Drache ist ein mythologisches Wesen, welches die Eigenschaften der Tiere in sich vereint (die Stärke des Tigers, die Anmut des Kranichs ... ) und diese durch einen überragenden Geist verbindet. Dies ermöglicht es letztendlich, in der Kampfkunst die Elemente, welche Miyamoto Musashi im Gorin-no-sho beschreibt, zu verbinden. Der Drache ist somit in seiner Form als Ideal zu sehen. Die Technik des Tako-ryu ist sowohl hart als auch weich, versucht die Kraft des Gegners zu brechen oder vorbeiziehen zu lassen, sie zu nehmen oder ihr zu begegnen. Hierbei werden die Elemente Chi, Sui, Fu und Ka kombiniert, gewechselt, vereint. Die Kampfkunst soll dem Schüler nicht nur als Abfolge von Bewegungen, sondern als geistiger Weg begegnen. In ihrer Entstehung wurde die Kampfkunst durch die Elemente des Ninjutsu bereichert, es reicht nicht, eine Technik in der Schule vorführen zu können, man muss fähig sein, sie in jeglichem unwegsamen Gelände anzuwenden, sonst ist sie wertlos.

Das Gürtelsystem

Die Gürtelfarben entstanden sehr spät. Früher gab es nur einen weißen und einen schwarzen Gürtel. Da in der Natur trainiert wurde, erkannte man erfahrene Schüler an der immer dunkler werdenden Verfärbung ihres weißen Gürtels. Dies war die Grundlage für den Aufbau eines Gürtelsystems. In den meisten Kampfsportarten sind die Gürtel einfarbig. Im Tako-ryu-Bushido sind die Gürtel für die Kyu-Grade (Schülergrade) zweifarbig mit Ausnahme des ersten Gürtels, dem 9. Kyu-Grad, dieser ist ganz weiß. Die Gürtel haben die Grundfarbe schwarz und werden nur an den beiden Enden farbig gekennzeichnet (jeweils eine Länge von ca. 25 cm).

Die Ausbildung beginnt jedoch mit dem 10. Kyu (kein Gürtel), welcher fast ausschließlich theoretisches Wissen beinhaltet. Dan-Grade (Meistergrade) sind in der Regel schwarz mit roten Schriftzeichen. Zusätzlich wird der Grad des Dan mit roten Streifen kenntlich gemacht.

Die 6 Gürtelgruppen mit insgesamt 20 Gürteln:

1. Grundstufe (10.+9. Kyu)

2. Anfänger (8.-5. Kyu)

3. Fortgeschrittene (4.-1. Kyu)

4. Leistungsgrade (1.+2. Dan)

5. Lehrergrade (3.-5. Dan)

6. Meistergrade (ab 6. Dan)


Kleidung im TRB

Grundsätzlich wird schwarze Kleidung getragen. Bei der technischen Ausbildung trägt man den schwarzen TRB-Gi mit dem jeweiligen Gürtel. Unter dem Anzug darf ein schwarzes T-Shirt getragen werden. Wenn Schuhe getragen werden, dann nur Tabi (Zehenschuhe) und diese nur bei der Ausbildung im Gelände.

Bei der allgemeinen Sportausbildung und beim Konditionstraining trägt man eine leichte Bekleidung, und zwar eine schwarze Hose und ein schwarzes T-Shirt mit dem TRB Wappen (ohne Gürtel). Der 10.Kyu- Grad trägt immer eine schwarze Hose und ein weißes T-Shirt mit dem TRB- Wappen. Ein Schwarzgurt trägt ein rotes T-Shirt mit dem TRB- Wappen.

Ausbildungsinhalte

Die Körperschule, "Tai-ikku", beinhaltet Abwehr- und Angriffstechniken. Diese werden in Block-, Schlag-, Stoß-, Tritt-, Wurf- und Hebeltechniken unterteilt.

Die Waffenschule, "Buki-ikku", vermittelt den Umgang mit Holz- und Metallwaffen. Hierzu gehören: Bo, Hanbo, Tonfa, Nunchaku, Tanto, Sai, Shuriken und Naginata.

Die Schwertschule, "Ken-ikku", ist einer der wichtigsten Bestandteile des Tako-ryu-Bushido. Das Schwert ist die heilige Waffe der japanischen Samurai. Hierbei wird die Ausbildung mit dem Bambusstock (Shinai) begonnen. Schlag-, Stoß- und Abwehrtechniken werden mit dieser Waffe eingeübt und in Partnerübungen umgesetzt. Danach folgt das Üben mit dem Holzschwert (Bokken). Erst nach dieser Ausbildung übt man mit dem eigentlichen Schwert, anfangs mit dem Kurzschwert (Wakizashi) und später mit dem Langschwert (Katana).

Das Lehren von Geschichte und Kultur ergänzt das Hintergrundwissen in dieser Kampfkunst. Insbesondere werden hier historische Entwicklungen Japans und der Samurai behandelt. Wegweisend ist hier auch das Leben des berühmten Schwertkämpfers Miyamoto Musashi. Seine Lehre und das Buch der Fünf Ringe (Gorin-no-sho) begleiten noch heute die Ausbildung und den Geschäftsweg fast aller japanischen Manager und Firmenleiter.

Die japanische Sprache begleitet die Ausbildung durch alle Gürtelgrade. Anfangs erlernt der Schüler nur einzelne Vokabeln, später die einfache Umgangssprache. Er erhält auch Einblicke in die japanische Schrift. Die Ausbildung ist so gestaltet, dass der Schüler bei der Prüfung zum 1. Dan (Schwarzgurt) in der Lage ist, nach Japan zu reisen und sich zurechtzufinden, sowie sich zu verständigen.

Die Ausbildung in der Natur ermöglicht jedem Schüler das Umsetzen der erlernten Techniken unter erschwerten Bedingungen. Zusätzlich erlernt man hier das Bewegen und Tarnen im Gelände. Jede Bewegung wird durch die Strategie beeinflusst. Der Schüler lernt Fehler zu erkennen und selbständig zu beheben. Hierbei ist es wichtig zu lernen, in der Natur zu überleben und sich mit und ohne Hilfsmittel zurechtzufinden.

Die Naturkunde unterstützt die Ausbildung im Wald. In der Natur ist es sehr wichtig zu wissen, welche Pflanzen und Bäume nützlich sind für Kräutersammlung, Waffenbau und Ernährung. Das Wissen über Tiere und ihr Verhalten kann sehr hilfreich sein.

Die Heilkunde gibt die notwendige Hilfe bei Verletzungen und Alltagsbeschwerden. Hier wird das japanische "Shiatsu" eingesetzt, in dem nur der eigene Körper als Hilfsmittel für die Heilung verwendet wird. Hier wird ohne Medikamente eine heilende Wirkung erzielt.

Disziplin, Konzentration und Meditation begleiten stets die Ausbildung und den Alltag. Hier geht es vor allem darum, bestimmte Situationen richtig einzuschätzen und sich entsprechend zu verhalten. Dies kann als Beginn der geistigen Schulung angesehen werden.


Weblinks







Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Tako-ryu-Bushido aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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