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Tempelberg

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Der Tempelberg (das vornehme Heiligtum) ist ein Hügel im Ostteil der Jerusalemer Altstadt. Die zwei ursprünglichen Jerusalemer Tempel standen an dieser Stelle; neben dem Felsendom gibt es dort die Al-Aqsa-Moschee des Islam. Der Tempelberg ist einer der umstrittensten heiligen Orte der Welt.

Inhaltsverzeichnis

Historische und religiöse Bedeutung

Vor 3000 Jahren errichteten die Juden den ersten Tempel an dieser Stelle, die den heiligsten Ort im Judentum bildet. Der Tempel war das Zentrum des jüdischen Gottesdienstes. Die Zerstörungen beider Tempel im Abstand von 500 Jahren bilden zentrale Punkte in der jüdischen Geschichte. Der Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem war zentrales Anliegen der jüdischen Gebete in den letzten 2000 Jahren. Die Westmauer, die Klagemauer, ist ein Überrest der ursprünglichen Tempelmauer. Viele Juden verrichten dort Gebete und hinterlassen sie häufig auf Gebetszetteln in den Mauerspalten.

Nach der muslimischen Eroberung von Jerusalem im Jahre 638, wurde der Tempelberg von den Muslimen der Haram al-Sharif (das große Heiligtum) genannt. Für den Islam gilt der Tempelberg als eine der drei Heiligsten Stätten des Islam. Gemäß der islamischen Überlieferung soll der Prophet Muhammad eine nächtliche Traumreise (Koran Sure 17) zu der "fernen Kultstätte" unternommen haben, zu der Stelle an der, nach der Überlieferung, Abraham seinen Sohn zu opfern bereit war.
Caskel schreibt: "Viel später begann sich eine Legende zu formen, die den Propheten von dem Felsen zum Himmel aufsteigen ließ."
Beide Religionen sind dahin einig, dass der Felsen der heilige Ort ist, und nicht die Gebäude.

Der Tempelberg ist somit die heiligste Stätte der Juden, die drittheiligste des Islam und auch für das Christentum von hoher Bedeutung.

Geschichte

Muslime, Christen und Juden verbinden den Tempelberg mit vielen bedeutenden Ereignissen in ihren religiösen Überlieferungen. Für Juden und Christen und Muslime ist dies auch der Platz der Opferung Isaaks.

In der Bibel ist Aron der Jebusiter erster Besitzer des Tempelbergs (2. Samuel 24,18-25) oberhalb Jerusalems, den König David ihm abkaufte, um einen Altar zu errichten. Da er seine Hände mit Blut besudelt hatte, war ihm ein Tempelbau verwehrt, so dass sein Sohn Salomon diese Aufgabe ca. 950 v. Chr. erfüllte. Dieser Tempel wurde 586 v. Chr. durch Nebukadnezar und die Babylonier zerstört, ab 521 v. Chr. - nach Ende der babylonischen Gefangenschaft - mit persischer Hilfe wieder aufgebaut und 516 v. Chr. fertiggestellt.

Nach späterer rabbinischer Auffassung hat Gott an dieser Stelle die Erde entnommen, aus der er Adam formte (einige Christen haben sie später nach Golgota verlegt). Hier hätten Adam, später Kain, Abel, Melchisedech und Noach ihre Opfer gebracht.

Der oströmische Kaiser Justinian ließ hier eine Marienkirche bauen, die Al-Walid (705 - 715) zur Al-Aqsa-Moschee umbaute.

Nach der islamischen Eroberung von Palästina wurden an dieser Stelle der Felsendom (691), später die Al-Aqsa-Moschee errichtet. Während der Kreuzzüge war der Tempelberg von 1099 - 1187 im Besitz der Kreuzfahrer, die den Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee plünderten. Die gegenwärtige Gestalt rührt aus den Umbauten Saladins und seiner Nachfolger, nach der Rückeroberung 1187.

Im Israelischen Unabhängigkeitskrieg (1948) wurde der Tempelberg von Granaten teilweise zerstört, in den folgenden Jahren durch technische und finanzielle Hilfe aus Jordanien, Saudi Arabien und Ägypten wieder aufgebaut.

Im Sechs-Tage-Krieg (1967) gelangten israelische Soldaten an die Klagemauer (Westmauer des Herodes), die seit dieser Zeit für Juden wieder zugänglich ist. Der Tempelberg wird durch den Waqf verwaltet, dem nahezu vollständige Autonomie bewilligt wurde.

Kontroverse

Viele Israelis lehnen die in ihren Augen arabische "Besetzung" des Tempelberges ab. Eine kleine extremistische Gruppe, Gläubige Bewegung Tempelberg und Eretz Israel befürwortet den Abbau des Felsendoms und der Al-Aksa-Moschee und ihre Verlegung nach Mekka, da sie diese als Zeichen "der islamischen Eroberung und der Herrschaft" ansehen. Diese Gruppe wird nur von einer Minderheit der israelischen Öffentlichkeit unterstützt.

In den letzten Jahren sind von muslimischer Seite zahlreiche Proteste gegen Schachtarbeiten im Tempelberg laut geworden. Viele Archäologen fürchten, dass die Arbeiten zur Destabilisierung des Tempelbergs und der Klagemauer führen.

Man unterstellt den Palästinensern, sie entfernten absichtlich bedeutende archäologische Zeugnisse über die jüdische Vergangenheit des Heiligen Ortes. Durch den Waqf wurden Überprüfungen dieses Bereichs durch jüdische Archäologen verboten.

In Herbst 2002 wurde eine Beule von ungefähr 70 cm im südlichen Mauerteil des Komplexes festgestellt. Man fürchtete Schäden oder einen Einsturz des Mauerteils. Da der Waqf keine eingehende israelische Kontrolle erlaubte, kam es zu einer Vereinbarung mit Israel, dass eine Gruppe jordanischer Ingenieure die Mauer im Oktober untersuchen konnte. Nach ihrem Gutachten erfolgten Mitte 2003 die entsprechenden Reparaturen.

Literatur







Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Tempelberg aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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