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Terrorismus

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Mit Terrorismus (lat. terror: Furcht, Schrecken) wird die Ausübung von Terror und Gewalt bezeichnet. Terrorismus wird in der Regel mit einer Ideologie begründet, die der jeweils terrorisierten Gesellschaft entgegensteht und mit friedlichen Mitteln nicht durchsetzbar ist oder scheint. Die Gesamtheit der Personen, die Terrorakte verüben, wird ebenfalls als Terrorismus bezeichnet ("der internationale Terrorismus"). Terrorismus ist weltweit verbreitet und ein sehr altes Phänomen.

Die Gewalt des Terrorismus richtet sich zwar physisch gegen bestimmte Opfer, das eigentliche Angriffsziel des Terrorismus sind jedoch nicht in erster Linie die Opfer selbst, sondern die nicht unmittelbar Betroffenen, die das Gefühl entwickeln sollen, dass auch sie persönlich jederzeit Opfer des Terrorismus werden könnten. Um dies zu vermeiden, so die Logik des Terrorismus, würden sie ihr Verhalten in gewünschter Weise ändern. Terroristen verfolgen je nach politischer Umgebung sehr unterschiedliche Ziele.

Abgrenzung: Von Widerstandsbewegungen, Guerillas oder nationalen Befreiungsbewegungen unterscheidet sich der Terrorismus weniger durch die Wahl seiner Waffen, sondern in der Wahl seiner Gegner: Eine nationale Befreiungsbewegung oder Widerstandsbewegung richtet sich strikt gegen die bewaffneten Kräfte des Gegners oder gegen für die Unterdrückung Verantwortliche. Der Terrorismus dagegen richtet seine Gewaltakte gezielt gegen unschuldige Dritte. Wenn eine Widerstandsbewegung nicht zwischen bewaffneten Kräften des Gegners und unschuldigen Dritten differenziert, wird sie in diesem Fall (nicht generell) als terroristisch bezeichnet.



Inhaltsverzeichnis

Begriffsgeschichte

Das Wort Terrorismus (lat. terror: Furcht, Schrecken) (sowie Terrorist und terrorisieren), wurde erstmals zur Bezeichnung einer gewaltsamen Regierungsmaßnahme im 18. Jahrhundert verwendet. Im Zusammenhang mit der französischen Revolution wurde der "Terror des Konvents" von 1793 bis 1794 ausgerufen, als die Regierung alle als konterrevolutionär eingestuften Personen hinrichten oder inhaftieren ließ. Dabei wurden unter anderem guillotiniert: Ludwig XVI., Marie Antoinette und Gräfin Dubarry. 1796 fand es Eingang in den deutschen Sprachgebrauch.

Nach dem 11. September 2001 wurde der Begriff Krieg gegen den Terrorismus (war on terrorism) geprägt.

Die Arten von Terrorismus

Sturz der eigenen Regierung

Ein Ansatz besteht darin, den Sturz des bestehenden eigenen Staatsapparates zu betreiben. Beispiele sind die deutsche Rote Armee Fraktion oder rechtsextremistische Terroristen in den USA. Dabei geht es auch oftmals darum, eine Gegenreaktion des Staates zu provozieren, die im Gegenzug oft auch Unbeteiligte trifft. Die vorher Unbeteiligten sollen dann an der Reaktion des Staates dessen "wahren Charakter" erkennen. Dabei geht es häufig darum, dass eine andere Staatsform (Kommunismus) oder eine Anarchie als Gesellschaftsform gewünscht werden.

Befreiung von einer als Fremdherrschaft empfundenen Regierung

Hier wird versucht, eine als Besatzung oder eine als Fremdherrschaft empfundene Regierung zu vertreiben und (zumindest in den Augen der Terroristen) erstmalig einen eigenen Staatsapparat zu errichten. Die baskische ETA und die irische IRA verfolgen beispielsweise diesen Ansatz, auch Al-Qaida verfolgt dieses Ziel (Vertreibung des westlichen Einflusses, Aufbau eines islamistischen Systems). Die Hisbollah hat dies im Libanon erfolgreich gegenüber der israelischen Besatzung durchgeführt. Die USA erlebt nach ihrer Militäraktion 2003 ähnliches im Irak. Die Abgrenzung zwischen Terroristen und Freiheitskämpfern ist in derartigen Fällen besonders vom jeweiligen Standpunkt abhängig.

Staatsterrorismus

Ob man dies unter dem Begriff "Terrorismus" fassen kann, ist umstritten. Gehen staatliche Armeen oder zumindest informell staatlich kontrollierte paramilitärische Truppen (so genannte Todesschwadrone) gegen Widerstandsbewegungen mit der oben genannten Methode des Terrors vor, vor allem, um die nicht direkt Betroffenen (Verhaftete, Verdächtige) einzuschüchtern, so spricht man immer häufiger von Staatsterrorismus.

Historisch gab es in der Französischen Revolution die Terrorherrschaft Robespierres und in der entstehenden Sowjetunion den Roten Terror Lenins, einen staatlich organisierten Terror, der die Herrschaft der Revolutionäre absichern sollte.

Auch der Faschismus Benito Mussolinis in Italien zwischen 1922 und 1943, der Nationalsozialismus unter Adolf Hitler in Deutschland zwischen 1933 und 1945 sowie andere rechtsdikatorische Regime werden häufig als Beispiele für Staatsterrorismus angeführt.

Der Einsatz von Folter durch Militär und Geheimpolizei auch gegen nur unter Verdacht stehende auch potenzielle politische Gegner, willkürliche Erschießungen u.a. Hinrichtungen zum Zweck der Abschreckung, - oft auch ohne vorherigen jurististischen Prozess-, sind einige Kennzeichen für entsprechende staatsterroristische Diktaturen.

Im Nationalsozialismus gilt insbesondere die Verkehrung von (individueller) moralischer Rechtschaffenheit (die oftmals kriminalisiert wurde) und staatlich organisierten Straftaten (die, bezogen auf einzelne Bevölkerungsgruppen, Gesetzeskraft erlangte), - im Prinzip krimineller Willkürherrschaft -, als besonders eklantantes Exempel für die Methodik des Staatsterrorismus. Dies gilt vor allem für die Verfolgung und die massenhafte Ermordung von politischen Gegnern sowie ethnischen und religiösen Minderheiten, allem voran der industriell organisierte Völkermord an den europäischen Juden ("Holocaust"), der etwa 6 Millionen Menschen mosaischen Glaubens das Leben kostete.

Terrorismus als Kriegsform

Auf deutschem Boden zählen nach geltender verfassungsrechtlicher Ordnung terroristische Angriffe nicht als militärische oder kriegerische Handlungen. Daher ist für die Abwehr entsprechender Gefahren die Polizei zuständig und nicht die Bundeswehr. Allerdings kann die Bundeswehr im Wege der Amtshilfe die Polizei anlaßbezogen unterstützen.

Im unsachlichen Sprachgebrauch eventorientierter Medien und Politiker wird aber im Zusammenhang mit dem Terrorismus oft von "Krieg" gesprochen und auch die vom Grundgesetz eng begrenzte Einsatzmöglichkeit der Bundeswehr im Inneren gefordert.


Charakteristika des Terrorismus

Terrorismus kann im Sinne des Verhältnisses von Aufwand und Ergebnis eine sehr effektive Form der Kriegsführung sein. Wenige entschlossene Terroristen können mit wenig Aufwand und ohne große Ausrüstung sehr großen Schaden anrichten. Beispiel WTC Musterbeispiele für erfolgreiche volkswirtschaftliche Schäden sind die hohen Investitionen in die innerdeutsche Sicherheit in Folge der Aktionen der RAF oder die nach dem 11. September in den westlichen Ländern entstandenen Kosten durch militärische Operationen und nationale Investitionen in Sicherheit.

Terrorismus ist Bestandteil jedes Guerillakriegs, kann aber auch ohne reguläre Truppen dauerhaft als Krieg geführt werden. Bei innerstaatlichen Konflikten, so lange nur ein Mindestmaß an Unterstützung bei Teilen der Bevölkerung vorhanden ist, wie dies bei der ETA und IRA gegeben ist. Als Bestandteil des Guerillakriegs richtet sich Terror meist gegen offizielle Vertreter des Gegners, es werden jedoch auch zunehmend weiche Ziele, wie beispielsweise in Beslan, angegriffen, da diese nicht geschützt sind und die Sicherheitskosten des Gegners in die Höhe treiben. Terrorismus ist stets ein Mittel der Wahl, wenn kleine, organisierte Kräfte gegen etabilierte große organisierte Kräfte vorgehen.

Terrorismus bedeutet mit wenigen Mitteln maximale Schockwirkung in der zu treffenden Zielgruppe, auch über die Medien, zu erzielen und den Krieg in das vermeintlich sichere Hinterland des Feindes zu tragen. Ziel ist es, die eigenen Vorstellungen, durch Verbreitung von Unsicherheit und Chaos, durchzusetzen und zur Annahme der eigenen Kriegsziele zu zwingen. Für den Guerillakrieg gilt die Faustregel, dass ein reguläres Heer etwa zehnmal so groß wie die feindliche Guerillaarmee sein muss, um Siegeschancen zu haben. Ein wesentlicher Grund dafür ist die hohe Beweglichkeit der Guerillatruppen sowie ihre voneinander weitestgehend unabhängigen Operationen. Terroristen sind noch beweglicher und operieren als Terrorzellen taktisch vollkommen unabhängig voneinander, sodass sie als Einheiten nicht angreifbar sind und jeder Terrorist letztendlich einzeln gejagt werden muss. Der taktische Vorteil einer Terrorzelle ist, dass sie autonom entscheidet, wann sie die Initiative ergreift, und der Feind ihr keine Entscheidung aufzwingen kann. Die Gruppe kann Zeit, Ort und Angriffsziel unbeeinflusst vom Feind wählen, der Feind kann dagegen nur alle vorstellbaren Ziele permanent schützen. Heute sind manche Länder, wie beispielsweise die USA auch dabei, Spezialeinheiten wie Delta Force guerillataktisch zu formieren um die gleiche Effizienz und Anonymität in der Ausführung zu erreichen.

Eine reguläre Armee kann wenig gegen paramilitärisch organisierte Terrorzellen ausrichten. Somit ist in erster Linie die Ursache des Terrors zu klären, um eigene Defizite auszuschließen. Die einzigen Möglichkeit Terrorismus einzudämmen besteht darin, dass entweder für die Terroristenarmee kein Nachwuchs mehr rekrutiert werden kann infolge gesellschaftlicher Veränderungen oder jeder Terrorist einzeln eliminiert wird, wie dies bei der RAF der Fall war, oder dass die Terroristen ggf. durch politische Zugeständnisse wie in jüngerer Zeit in Nordirland zur Entwaffnung und schließlich Kapitulation bewegt werden.

Zitate

Siehe auch

Literatur

Weblinks



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Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Terrorismus aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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