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Theobald von Bethmann Hollweg

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Theobald von Bethmann Hollweg (* 29. November 1856 in Hohenfinow/ Brandenburg; † 1. Januar 1921 in Hohenfinow) war ein deutscher Politiker.

Nach dem Jura-Studium trat er in den Staatsdienst ein und war bereits mit 30 Jahren Landrat seines Heimatkreises Oberbarnim. Am 1. Juli 1899 zum Regierungspräsidenten in Bromberg ernannt, wurde er bereits im Oktober 1899 Oberpräsident der Provinz Brandenburg. Von 1905 bis 1907 übte er das Amt des preußischen Ministers des Innern aus und war von 1909 bis 1917 Reichskanzler, preußischer Ministerpräsident und Außenminister. Er führte die Amtsgeschäfte während der ersten Jahre des 1. Weltkrieges, wurde aber unter dem Druck der Militärs (speziell Hindenburg und Ludendorff) von Kaiser am 13. Juli 1917 aus seinen Ämtern entlassen.

Während seiner Kanzlerschaft setzte sich Bethmann Hollweg außenpolitisch vor dem Ersten Weltkrieg für einen Ausgleich mit England ein. Bis 1912 bemühte er sich, durch ein Flottenabkommen mit England ein Neutralitätsabkommen zu erreichen. Als dies 1912 während der Haldane-Mission endgültig scheiterte, setzte er zukünftig auf eine Annäherung zum Inselreich über periphere Fragen. Durch die Einigung über die Bagdadbahn oder ein mittelafrikanisches Kolonialreich sollte das Vertrauen Englands gewonnen werde, um das Blocksystem in Europa aufzulösen. Bis zum Kriegsausbruch hatte Bethmann Hollweg zwar Erfolge, doch der endgültige Durchbruch gelang ihm nicht.

Für seine Politik in der Julikrise war seine Perzeption von Russlands wachsender Macht entscheidend. Er glaubte, dass Russland Europa ab 1917 dominieren würde und eine deutsche Weltpolitik nicht mehr möglich gewesen wäre. Daher suchte er in der Julikrise einen diplomatischen Erfolg für Österreich-Ungarn zu erreichen, damit die Mittelmächte gegenüber dem zukünftigen Hegemon Russland bestehen könnten. Dabei kalkulierte er von Beginn der Krise den allgemeinen Krieg ein.

Im Krieg selber trat Bethmann Hollweg den ausgedehnten Kriegszielen der Alldeutschen und der Militärs entgegen, ohne selber auf Annexionen zu verzichten. Lange Zeit sperrte er sich gegen die Einführung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges, der die Gefahr eines Kriegseintritts der USA heraufbeschwor. Seine durch die Militärs angegriffene Machtstellung ließ ihn 1917 in diesem Kampf scheitern. Kurze Zeit später musste er zurücktreten.

Innenpolitisch versuchte er eine langsame Erneuerung des Deutschen Reiches. Allerdings scheiterte er schnell an der Reformierung des preußischen Drei-Klassen-Wahlrechts. Für die Reichslande Elsass-Lothringen konnte er jedoch eine neue Verfassung durchsetzen, die der Region zusätzliche Rechte gab. Die Zabern-Affäre beweist jedoch, dass er nicht in der Lage war, den dominierenden Einfluss der Militärs im Deutschen Reich zu brechen.

Bei Kriegsausbruch gelang es ihm, den Burgfrieden zu organisieren und die Arbeiterschaft und die SPD in die Kriegsanstrengungen zu integrieren. Damit schaffte er eine wichtige Grundlage für die Akzeptanz der SPD in Teilen des Bürgertums, die ihr am Beginn der Weimarer Republik erlaubte, entscheidenden Einfluss auf die Weimarer Verfassung zu nehmen.

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