Thiamin
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Einordnung: Chemische Verbindung
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| Strukturformel | |
|---|---|
| Allgemeines | |
| Trivialname | Vitamin B1 |
| Summenformel | C12H17ClN4OS·HCl |
| Andere Namen | Thiamin |
| E-Nummer | keine |
| CAS-Nummer | 67-03-8 |
| Dosierung | |
| tÀglicher Bedarf | 1,0-1,2 mg |
| Ăberdosis | nicht bekannt |
| Essentiell | ja |
| Vorkommen (Beispiele) | Weizenkeime, Sojabohnen, Schweinefleisch |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Aggregatzustand | fest, pulverförmig |
| Farbe | farblos |
| Löslichkeit | wasserlöslich |
| Dichte | x g/cmÂł |
| Molmasse | 337,3 g/mol |
| Schmelzpunkt | 248 °C |
| Siedepunkt | - °C |
|
Soweit möglich und gebrÀuchlich, wurden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Normbedingungen. | |
| Inhaltsverzeichnis |
Namen
Thiamin ist der chemische Name von Vitamin B1.
Beschreibung
Vitamin B1 ist ein weiĂes, fast geruchloses, wasserlösliches Vitamin. Es ist unentbehrlich fĂŒr die Funktion des Nervensystems. Wird das Vitamin B1 ca. 14 Tage nicht mehr dem Körper zugefĂŒhrt, dann sind die Reserven zu 50 % aufgebraucht.
Aufgabe/Funktion
Vitamin B1 Nervenvitamin spielt als Coenzym im Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel (Erhaltung von Nervengewebe und des Herzmuskels, Vermittlung der Nervenleitung) eine wichtige Rolle. Als Thiamin-Diphospat (TDP, Coenzym von Decarboxyasen und Transketolase) wirkt es beim Abbau von Kohlenhydraten im Gehirn und in den Muskeln. Auch Kondition und GedĂ€chnis hĂ€ngen von diesem Vitamin ab. Es stĂ€rkt die Blutzirkulation und ist fĂŒr die Produktion von MagensĂ€ure notwendig. Es ist wichtig bei der Umwandlung von Kohlenhydraten in Fett und der damit verbundenen Energiegewinnung aus den Kohlenhydraten. Vitamin B1 ermöglicht die Reizweiterleitung durch das Wirken auf die Nerven.
Vorkommen
- in 100 g Weizenkeime 2 mg
- in 100 g Sojabohnen 1 mg
- in 100 g Schweinefleisch 0,90 mg
- in 100 g Erbsen 0,76 mg
- in 100 g Haferflocken 0,65 mg
- in 100 g WeiĂe Bohnen 0,50 mg
- in 100 g Kartoffeln 0,10 mg
- Bierhefe
- Vollkornprodukte
Bedarf
- Frauen 1,0 mg/Tag
- MĂ€nner 1,2 mg/Tag
Mangelerscheinungen (Hypovitaminose)
Symptome:
- Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels und Nervensystems
- Reizbarkeit und Depressionen
- MĂŒdigkeit, Appetitlosigkeit, KonzentrationsschwĂ€che, Muskelatrophie
- Blutarmut (AnÀmie)
- hÀufige Kopfschmerzen,
- GedÀchtnisstörungen, VerwirrungszustÀnde
- Herzversagen, Ădem, niedriger Blutdruck, Kurzatmigkeit
- Verringerte Produktion von Antikörpern bei Infektionen
- gestörte Energieproduktion
- schwache Muskulatur (besonders die Wadenmuskulatur)
- Krankheit: Beriberi:
Beriberi trat auf, als man den Reis zu polieren begann und dadurch die vitaminreiche Schale entfernt wurde. In Europa tauchte sie auf, als Mehl so fein gemahlen wurde, dass der vitaminreiche Weizenkeim verschwand und man ĂŒber das Brot kein Vitamin B1 mehr aufgenommen wurde. In den LĂ€ndern Ostasiens und Japan, wo Reis als Hauptnahrungsmittel gilt, trat die Krankheit hĂ€ufig auf. Die Krankheit tritt noch heute in LĂ€ndern der Dritten Welt auf. In den IndustrielĂ€ndern finden wir diese Krankheit meist im Zusammenhang mit Alkoholismus oder schwerer FehlernĂ€hrung vor. Symptome bei Beriberi: neurologische Störungen, Muskelatrophie (Muskelschwund) und Herzinsuffizienz
Folgen einer Ăberdosierung (Hypervitaminose)
Erst bei einer Menge von ĂŒber 200 mg reagieren beispielsweise die Nerven ĂŒberempfindlich auf Reize. In einigen FĂ€llen wurden bei intravenösen Verabreichungen schwere allergische Reaktionen festgestellt.
Vitamin B-Gruppe
Hier handelt es sich um eine Sammelbezeichnung wasserlöslicher Vitamine, unterschiedlicher, chemischer Zusammensetzungen. AuĂer den eigentlichen B-Vitaminen, wie B1 Thiamin, B2 Riboflavin, B6 Pyridoxin und B12 Cobalamin rechnet man noch Biotin, FolsĂ€ure, NicotinsĂ€ure und PantothensĂ€ure hinzu. Die Gruppe der B-Vitamine kommt in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor. Ohne die Faktoren der B-Gruppe laufen fast keine biochemischen Prozesse im Körper ab. Vitamine der B-Gruppe stellen keine einheitliche Klasse dar. Sie sind chemisch und pharmakologisch völlig verschiedene Substanzen. Einzelne B-Vitamine kommen in der Natur niemals isoliert vor. Aus diesem Grund wirken sie in der Regel auch im Verbund.
Geschichte
1882: erkannte der Japaner Takaki, dass die schon um 2600 vor Chr. in China bekannte Beriberi-Krankheit, durch zweckmĂ€Ăige ErnĂ€hrung (aus dem Vitamin B-Bereich) geheilt werden kann.
1897: wies der NobelpreistrĂ€ger fĂŒr Medizin/Physiologie (Nobelpreis 1929) Eijkmann den Vitamin B1-Mangeleffekte durch das FĂŒttern von poliertem Reis nach und zeigte, dass durch die VerfĂŒttern der SilberhĂ€utchen des Reises der Mangel behoben werden kann. Anti-Polyneuritis-Vitamin oder Aneurin wurde es zunĂ€chst wegen seiner Wirkung auf die Nerven genannt.
1932: erhielt es dann aber von Windaus wegen seines Schwefelgehaltes die Bezeichnung Thiamin, der heute der einzig zulÀssige Name ist.
1926: wurde das Vitamin erstmalig von Jansen und Donath in kristalliener Farm aus Reiskleie isoliert.
1936: wurde die Struktur von Vitamin B1 etwa gleichzeitig von R.R. Williams und Grewe aufgeklÀrt. Die Synthese erfolgte durch R. R. Williams 1936 und von Andersag und Westphal 1937.
WeiterfĂŒhrende Informationen
Literatur
- Klaus Oberbeil: Fit durch Vitamine. SĂŒdwest-Verlag, 2003, ISBN 3517078247
- Autor unbekannt: Kalorien, NĂ€hrstoffe, Vitamine. Compakt Verlag, 2003,ISBN 3817455143
- Harald Friesewinkel: Das Wichtigste ĂŒber Vitamine. Knauer Verlag, 2004, ISBN 3417247187
Siehe auch:
= Weblinks
- weitere Weblinks
=
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