Timor-Leste
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Einordnung: Staat | Südostasien | Asien
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Englisch - Französisch - Italienisch - Niederländisch und Schwedisch sowie Spanisch
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Wahlspruch: "Honra, Pátria e Povo" | |||||
| Amtssprache | Tetum und Portugiesisch | ||||
| Hauptstadt | Dili | ||||
| Staatsform | Republik | ||||
| Präsident | Xanana Gusmão | ||||
| Premierminister | Mari Alkatiri | ||||
| Fläche | 15.007 km² | ||||
| Bevölkerung | 924,642 (Stand 2004) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 63 Einwohner pro km² | ||||
| Unabhängigkeitserklärung | 28. November 1975 | ||||
| Anerkennung | 20. Mai 2002 | ||||
| Währung | US-Dollar | ||||
| Zeitzone | UTC+9 | ||||
| Nationalhymne | Pátria | ||||
| Kfz-Kennzeichen | TL | ||||
| Internet-TLD | .tl | ||||
| Vorwahl | +670 | ||||
Die Demokratische Republik Timor-Leste (auch Osttimor) ist ein Inselstaat in Südostasien und besteht aus der Osthälfte Timors, den Inseln Atauro und Jaco sowie der Enklave Oecussi-Ambeno. Der Offizielle Name ist Timor-Leste portugisisch für Osttimor. In der amtlichen Tetum Sprache heißt Osttimor auch Timor Lorosae.
Nach vielen Jahren Kolonialzeit mit Krieg und Teilung der Insel, erfolgloser Unabhängigkeit 1975 und Besetzung von Indonesiens forderte der Konflikt bis zur Vollen Unäbhängigkeit im Mai 2002 mehr als 200.000 Menschenleben.
| Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Ab dem 14. Jahrhundert gehörte Timor zu dem hinduistisch geprägten indonesischen Majapahit-Königreich. 1586 werden Teile Timors zu einer portugiesischen Kolonie (Portugiesisch-Timor). Der Westteil der Insel war ab dem 17. Jahrhundert Teil der niederländischen Kolonie Niederländisch Ostindien und gehört seit der Unabhängigkeit 1946 zu Indonesien.
Die katholische Kirche verfügte durch ein Konkordat von 1940 über ein Erziehungsmonopol. Im Zweiten Weltkrieg wird Timor von den Japanern besetzt. Im Kampf gegen die dort stationierten australischen und niederländischen Soldaten verlieren bis zu 60.000 Leute ihr Leben. 1951 erhält Osttimor den Status eines portugiesischen Überseegebietes. 1972 wird es zur autonomen Region der Republik Portugal; die Einwohner erhalten somit die portugiesische Staatsbürgerschaft.
Am 28. November 1975 erlangte Osttimor als Demokratische Republik Osttimor die Unabhängigkeit. Diese war jedoch nur von kurzer Dauer. Neun Tage später begannen die indonesischen Streitkräfte mit Billigung der USA mit der Invasion der Insel. Dabei kam es zu Massenmorden und Vergewaltigungen, wodurch bis Mitte Februar 1976 60.000 Timoresen ums Leben kamen. Die indonesische Regierung gibt am 13. August 1976 in Jakarta die Annexion der portugiesischen Überseeprovinz Osttimor bekannt. Dies wurde von den UN nie anerkannt. Die UN-Resolution 384 forderte ausdrücklich den Rückzug der indonesischen Truppen aus diesem Territorium. Mitte Dezember wurde 1976 eine provisorische Marionettenregierung eingesetzt.
Der Kampf um die Unabhängigkeit
Verschiedene timoresische Gruppierungen kämpften gegen die indonesischen Besatzer und für ein freies Osttimor. Bei den Auseinandersetzungen kam es zu vielen Gräueltaten und Menschenrechtsverletzungen durch das indonesische Militär. Ein trauriger Höhepunkt war das Massaker an Demonstranten (nach Berichten 250) am 12. November 1991 auf einem Friedhof von Dili. Schätzungsweise wurden insgesamt zwischen 100.000 und 350.000 Menschen getötet - bei einer Gesamtbevölkerung von 800.000. 1996 erhielten die Friedens- und Unabhängigkeitsaktivisten Bischof Carlos Felipe Ximenes Belo und Jose Ramos-Horta den Friedensnobelpreis.
1999 entschied die indonesische Regierung, ein Referendum über die Zukunft Osttimors durchzuführen. Die Volksabstimmung vom 30. August brachte eine klare Mehrheit (78.5%) gegen die Autonomie und für die Unabhängigkeit Osttimors.
Direkt danach eskalierte die Gewalt gegen die Osttimoresen durch die proindonesischen Milizen, und sogar des Indonesischen Militärs selbst. Unter internationalem Druck zog die indonesische Regierung ihre Truppen aus Osttimor ab und stimmte der Stationierung von UN-Friedenstruppen zur Stabilisierung der Region zu.
Nach der Landung der, von Australien angeführten, UN-Truppe begann die UN-Übergangsverwaltung UNTAET (United Nations Transitional Administration for East Timor) ihre Arbeit. Am 30. August 2001 wurden Wahlen für eine verfassungsgebende Versammlung abgehalten, die ihre Aufgabe im Februar 2002 beendete. Formell wurde Osttimor am 20. Mai 2002 unabhängig und der frühere Rebellenführer Xanana Gusmão zum Präsident gewählt. Am 27. September 2002 wurde Osttimor Mitglied der UN. Seit dem Jahre 2002 überwacht die UNMISET-Friedensmission den Demokratieprozess.
Politik
Der Präsident von Timor-Leste wird alle fünf Jahre gewählt und hat mehr symbolische Befugnisse, er besitzt aber ein Vetorecht bei der Gesetzgebung. Nach den Parlamentswahlen bestimmt der Präsident einen Premierminister, der die Mehrheit einer Partei oder Koalition hat. Als Kopf der Regierung sitzt er dem Kabinet vor.
Das Parlament (Parlamento Nacional) umfasst mehrere Kammern. Seine Mitglieder werden alle fünf Jahre in freien Wahlen bestimmt. Die Anzahl der Sitze kann zwischen 52 und 64 variieren. Während der laufenden (2005) Wahlperiode wurden ausnahmsweise 88 Sitze vergeben, weil es die erste Regierungszeit überhaupt ist. Die Verfassung wurde nach portugiesischem Vorbild entwickelt.
Provinzen
- ist in 13 Administrative Districte aufgeteil
- sind in 67 Ortschaften und in 2,336 Dörfer aufgeteilt
| Adminitrativer Destrict | HASC | Einwohner | Fläche in km² | Hauptstadt |
|---|---|---|---|---|
| Aileu | TP.AL | 32,500 | 729 | Aileu |
| Ainaro | TP.AN | 44,100 | 797 | Ainaro |
| Ambeno (Ambino) | TP.AM | 54,500 | 815 | Pante Macassar (Pante Makasar) |
| Baucau (Baukau) | TP.BC | 97,600 | 1,494 | Baucau (Baukau) |
| Bobonaro | TP.BB | 90,700 | 1,368 | Maliana |
| Cova Lima (Kova-Lima) | TP.CL | 63,900 | 1,226 | Suai |
| Dili | TP.DL | 179,600 | 372 | Dili |
| Ermera | TP.ER | 89,500 | 746 | Ermera |
| Lautem | TP.BT | 52,100 | 1,702 | Los Palos |
| Liquiça (Likisia) | TP.LQ | 54,800 | 543 | Liquiça (Likisia) |
| Manatuto | TP.MT | 34,900 | 1,706 | Manatuto |
| Manufahi | TP.MF | 37,200 | 1,325 | Same |
| Viqueque (Vikeke) | TP.VQ | 59,600 | 1,781 | Viqueque (Vikeke) |
Geografie
Die Insel gehört zum zum östlichen Teil des indonesischen Archipels und zu den Kleinen Sunda-Inseln. Im Nordenwesten der bergigen Insel befindet die Sawusee, nördlich sich die Bandasee umd südlich dehnt sich die Timorsee 500km bis nach Australien aus. Die höchste Erhebung Osttimors ist der Mount Tatamailau mit 2,963 Meter.
Das lokale Klima ist tropisch, im allgemeinen heiss und schwül und wird von einer ausgeprägten Regen- und Trockenzeit charakterisiert. Die größte Stadt ist die Hauptstadt Dili, die zweitgrößte das östlichgelegene Baucau.
Wirtschaft
Vor und während der Kolonisation war Timor für sein Sandelholz bekannt. Bis Ende 1999 wurden ungefähr 70% der ökonomischen Infrastruktur durch umherstreifende proindonesiche Millizen und Millitärs verwüstet und über 260.000 Menschen mussten nach westen fliehen. Während der folgenden 3 Jahre wurde das Gebiet, durch ein massives internationales Hilfsprogramm unter Führung der UN mit zivilen Beobachtern, einer 5000 Mann starken Friedenstruppe (in Sitzenzeiten bis 8000) und 1300 Polizisten, wieder aufgebaut. Bis Mitte 2002 sind alle 50.000 Flüchtlinge wieder zurückgekehrt. Das Land steht immernoch vor einer großen Herausforderungen im Aufbau der Infrastruktur und der in der Verbesserung der Lebensverhältnisse der Bevölkerung.
Ein vielversprechendes Projekt könnte die Nutzung von Erdgas und Erdöl sein. Zur Zeit indonesicher Besetzung wurde ein Ölfeld in der Timorsee, zwischen der Insel und Australien, entdeckt und am 11.12.1989 Vertrag zwischen diesen Regierungen geschlossen. Aber erst im Mai 2004 hat die Australische Regierung die Gültigkeit des Vertrages bestätigt, der die Seegrenze, und damit auch die Rohstoffe, zu Gunsten Australiens verschoben hat. [ Eine Fährgesellschaft stellt inzwischen eine Verbindung zu der Enklave Oecussi her und ein Mobilfunkunternehmen hat ein GSM Netz aufgebaut.
Bevölkerung
97% Katholiken, protestantische, islamische und buddhistische Minderheiten
Etymologie
Das Wort Timor kommt aus dem malaiischen und bedeuted Osten. Leste ist portugiesisch und heißt Orient, was wiederum in latein Osten heißt. In der amtlichen Tetum Sprache ist Osttimor auch als Timor Lorosae oder ost Timor bekannt. Der Offizielle Name der Insel ist Timor-Leste. Bei dem Nachbarn Indonesien ist oft als bekannt als Timor Timur, aber der Name wird gewöhntlich zu Tim-Tim abgekürzt.
Literatur
- José Ramos-Horta: Funu. Ost-Timors Freiheitskampf ist nicht vorbei! Ahriman-Verlag Freiburg 1997. ISBN 3-89484-556-2
Australien | Cookinseln | Fidschi | Föderierte Staaten von Mikronesien | Indonesien | Kiribati | Marshallinseln | Nauru | Neuseeland | Niue | Palau | Papua-Neuguinea | Philippinen | Salomonen | Samoa | Timor-Leste | Tonga | Tuvalu | Vanuatu
Andere Gebiete: Amerikanisch-Samoa | Französisch-Polynesien | Guam | Hawaii | Midwayinseln | Neukaledonien | Nördliche Marianen | Norfolkinsel | Osterinsel | Pitcairninseln | Wallis und Futuna
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