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Tischtennis

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Tischtennis wird gerne als die "schnellste Ballspielart der Welt" bezeichnet. FĂŒr die AusĂŒbung benötigt man neben einem Tischtennistisch auch pro Spieler einen SchlĂ€ger sowie einen Tischtennisball. Das Ziel des Spieles besteht darin, möglichst viele Punkte zu erzielen, indem man den Ball hin- und herspielt, dabei möglichst eigene Fehler vermeidet und durch geschickte Spielweise Fehler des Gegners herbeifĂŒhrt. Unter "Fehler" versteht man hierbei, wenn der Gegner den geschlagenen Ball nicht mehr vorschriftsmĂ€ĂŸig zurĂŒckschlagen kann.


Gespielt wird Tischtennis seit Ende des 19. Jahrhunderts, als es in England erfunden wurde. Zu dieser Zeit verwendete man noch den Namen "Ping Pong". Dieser wurde aber 1901 als kommerzielle Marke geschĂŒtzt und darf seitdem nicht mehr frei verwendet werden. "Ping Pong", eine Bezeichnung, die bei uns heute beinahe ausschließlich im Hobbyspielerbereich anzutreffen ist, wird aber in China weiterverwendet, wo der Sport offiziell "Ping Pong Ball" heißt und bereits vor vielen Jahren zum Volkssport Nr. 1 avancierte.

Gespielt wird traditionell auf dunkelgrĂŒnen Tischen mit weißen BĂ€llen, insbesondere aber bei LĂ€nderspielen oder internationalen Turnieren werden in den letzten Jahren verstĂ€rkt auch blaue Tische verwendet (siehe Bild). Teilweise kommen hier dann auch orangefarbene BĂ€lle zum Einsatz.


Inhaltsverzeichnis

Grundregeln im Einzelwettkampf

Im Einzelwettkampf spielen zwei Spielerinnen oder Spieler gegeneinander. Im Folgenden sind mit dem Begriff "Spieler" sowohl Spieler als auch Spielerinnen gemeint.

VorschriftsmĂ€ĂŸiger Aufschlag

Ein vorschriftsmĂ€ĂŸiger Aufschlag sieht nach den zurzeit gĂŒltigen Internationalen Tischtennisregeln (Teil A) (siehe Weblinks) folgendermaßen aus (in Klammern der maßgebliche Punkt der Internationalen Tischtennisregeln):

  • Falls der Schiedsrichter Zweifel an der ZulĂ€ssigkeit eines Aufschlages hat, kann er beim ersten Vorkommnis dieser Art auf Let (Wiederholung) erkennen und den AufschlĂ€ger verwarnen (6.5.1).
  • Bei jedem folgenden zweifelhaften Aufschlag dieses Spielers oder seines Doppelpartners erhĂ€lt der RĂŒckschlĂ€ger einen Punkt (6.5.2).
  • VerstĂ¶ĂŸt der AufschlĂ€ger jedoch eindeutig gegen die Bestimmungen ĂŒber einen vorschriftsmĂ€ĂŸigen Aufschlag, so wird nicht verwarnt, sondern der RĂŒckschlĂ€ger erhĂ€lt den Punkt (6.5.3).


Anmerkungen: Ein korrekter Aufschlag erfolgt also immer hinter dem Tisch (der so genannten Grundlinie). AnfĂ€nger beugen sich oft ĂŒber den Tisch und schlagen kurz vor dem Netz auf, dies ist aber nicht zulĂ€ssig. Hinter dem Tisch legt der AufschlĂ€ger den Ball in den Handteller der ruhig gehaltenen freien Hand (seit der Saison 2003/2004 muss die Hand nicht mehr flach sein) und wirft ihn mindestens 16 cm hoch.

Die Regel, dass der Ball in jeder Phase des Aufschlags sowohl fĂŒr den Gegenspieler als auch fĂŒr den Schiedsrichter oder den Schiedsrichter-Assistenten (sofern vorhanden) sichtbar sein muss, wurde in der Saison 2003/2004 eingefĂŒhrt, um verdeckte AufschlĂ€ge zu verhindern, bei denen der RĂŒckschlĂ€ger den dem Ball mitgegebenen Schnitt nicht erkennen kann.

BerĂŒhrt der Ball das Netz, sind aber sonst alle Kriterien eines korrekten Aufschlags erfĂŒllt, wird der Aufschlag wiederholt. Bei anderen Aufschlagfehlern, wenn der Ball z. B. das Netz nicht passiert, erhĂ€lt der Gegner den Punkt. Im Gegensatz zum Tennis hat man hier keinen zweiten Versuch.

Ballwechsel

Ein Ballwechsel wird eingeleitet mit einem Aufschlag. Danach muss man den Ball immer direkt ĂŒber das Netz (oder um die Netzgarnitur herum) spielen, so dass er auf der TischhĂ€lfte des Gegners aufspringt oder sie berĂŒhrt. Der Gegner lĂ€sst den Ball genau einmal aufspringen und spielt ihn dann ĂŒber das Netz auf die andere Seite zurĂŒck. Der Ball muss also auf jeder Seite genau einmal aufspringen.

Ein Ballwechsel ist beendet, wenn einem der Spieler ein Fehler unterlÀuft, indem er den Ball


Wenn einem Spieler ein Fehler unterlĂ€uft, dann wird fĂŒr den Gegner ein Gewinnpunkt gezĂ€hlt.

Ferner wird ein Ballwechsel beendet, wenn

Wechsel des Aufschlagrechts

Das Recht zum Aufschlag wechselt jeweils nach zwei Punkten. Muss ein Satz verlÀngert werden, schlagen die Spieler nach jedem Punkt abwechselnd auf.

Der Satz

Ein Satz endet, wenn ein Spieler elf Gewinnpunkte erreicht hat und dabei mindestens zwei Punkte Vorsprung hat, zum Beispiel 11:9, 12:10, 13:11 usw. Beim Stand von 10:10 geht der Satz in die VerlÀngerung. Dabei wechselt das Aufschlagsrecht nach jedem Punkt. Der Satz endet dann, wenn sich ein Spieler zwei Punkte Vorsprung erkÀmpft hat.

Das Spiel

Ein Spiel besteht aus mehreren SĂ€tzen. Bei MannschaftskĂ€mpfen sind in der Regel drei GewinnsĂ€tze vorgeschrieben. Das heißt, das Spiel endet, wenn einer der Gegner drei SĂ€tze gewonnen hat. Dies ist nach höchstens fĂŒnf SĂ€tzen der Fall (3:2). Nach jedem Satz werden die Seiten gewechselt. Im entscheidenden letzten Satz, also zum Beispiel bei einem Stand von 2:2, werden die Seiten gewechselt, sobald ein Spieler fĂŒnf Punkte erreicht hat.

Zeitspiel (Wechselmethode)

Das Zeitspiel setzt ein, wenn ein Satz nach zehn Minuten noch nicht beendet ist, es sei denn, beide Spieler haben bereits neun Punkte oder mehr erreicht. Beim Zeitspiel wechselt das Aufschlagsrecht nach jedem Punkt. Der Gewinnpunkt wird wie beim normalen Spiel vergeben, mit einer Ausnahme: Wenn der Gegner des Aufschlagenden 13 mal den Ball erfolgreich zurĂŒckgespielt hat, erhĂ€lt er den Punkt. Das heißt, bei einem Ballwechsel wird der Ball maximal 13 mal hin- und hergespielt. Sind noch weitere SĂ€tze zu spielen, dann werden diese auch im Zeitspielmodus durchgefĂŒhrt.

Das Zeitspiel wurde eingefĂŒhrt, um die Dauer eines Spieles zu begrenzen. Insbesondere wenn zwei Spieler sehr vorsichtig oder passiv spielen, kann es vorkommen, dass ein Zeitspiel erreicht wird. Bei der Tischtennisweltmeisterschaft 1936 war im Spiel zwischen Aloizy Ehrlich und Farkas Paneth erst nach 130 Minuten der erste Ballwechsel entschieden. Der Ball ging dabei rund 10 000 mal ĂŒber das Netz. Im gleichen Turnier hatte ein MĂŒnzwurf das Spiel zwischen Marian Goldberger und Michel Haguenauer entschieden, weil beide nach siebeneinhalb Stunden vor dem fĂŒnften Satz stehend k. o. waren. Daraufhin wurde 1937 das Zeitspiel eingefĂŒhrt – die Dauer eines Satzes wurde auf eine halbe Stunde begrenzt.

Grundregeln beim Doppelwettkampf

Beim Doppel spielen je zwei Spieler gegeneinander. Es gelten die gleichen Grundregeln wie beim Einzel mit den folgenden Besonderheiten.

Ballwechsel

Beim Ballwechsel mĂŒssen die Spieler – anders als beim Tennis – abwechselnd den Ball spielen.

Beispiel: A und B spielen gegen X und Y. Dann wÀre ein korrekter Ballwechsel A, X, B, Y, A, X, B, Y. Im zweiten Satz wÀre die Aufstellung so zu Àndern, dass Y, B, X, A, Y, B, X, A ein korrekter Ballwechsel wÀre. Die Aufstellung wechselt nach jedem Satz.

Im Doppel endet ein Ballwechsel aus den gleichen GrĂŒnden wie beim Einzel, aber auch dann, wenn ein Spieler den Ball zwei mal hintereinander spielt.

Eine Ausnahme von der Regel, dass die Spieler eines Doppels den Ball abwechselnd spielen mĂŒssen, gilt fĂŒr einen Doppelwettkampf, an dem ein oder mehrere Rollstuhlfahrer beteiligt sind. In diesem Fall darf der Rollstuhlfahrer alle BĂ€lle zurĂŒckschlagen, die auf seine Seite gespielt werden (also auf die TischhĂ€lfte links oder rechts von der Mittellinie, je nachdem, wo er mit seinem Rollstuhl gerade steht).

Aufschlag

Im Doppel wird diagonal aufgeschlagen von der eigenen rechten in die gegnerische linke Seite.

Regeln vor 2001/2002

Die geschilderten Regeln wurden zum Teil im Jahre 2001/2002 eingefĂŒhrt. Vorher galten unter anderem folgende abweichende Bestimmungen:

Durch die neuen Regeln soll der Sport vor allem fĂŒr den (TV-)Zuschauer interessanter werden: die kurzen SĂ€tze sollen mehr Spannungsmomente durch hĂ€ufigere Entscheidungsphasen erreichen, die großen BĂ€lle durch weniger Rotation und Geschwindigkeit den Sport besser beobachtbar machen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Ziele erreicht werden.

Gremium fĂŒr RegelĂ€nderungen

ZustĂ€ndig fĂŒr die Regeln ist der ITTF-Kongress ("Annual General Meeting"). Dieses Gremium tritt normalerweise bei den Tischtennisweltmeisterschaften zusammen und berĂ€t ĂŒber RegelĂ€nderungen. Der Deutsche Tischtennisbund DTTB ist nicht Mitglied dieses Gremiums.

Spielweisen und Spieltaktik

Man kann auf verschiedene Weisen versuchen, Gewinnpunkte zu erkĂ€mpfen. Prinzipiell kann man offensiv oder defensiv spielen. Eine Mischung von Offensiv- und Defensivspiel nennt man Allroundspiel. Heute haben wir es meist mit Offensivspielern zu tun: Man versucht den Gegner mit unterschiedlichem Anschneiden des Balles (Spin: Topspin, Sidespin â€Š) und mit SchmetterbĂ€llen unter Druck zu setzen. Ist dieser auch offensiv eingestellt, dann versucht er ein Gegenspiel durch Blocken (Wilfried Lieck war hierin ein Meister), Gegenspin oder SchmetterbĂ€lle zu organisieren. Nur noch selten sieht man heute rein defensiv eingestellte Spieler oder Abwehrspieler. Oft spielen diese weit hinter dem Tisch und bringen den Ball mit Unterschnitt oder auch Ballonabwehr zurĂŒck. LegendĂ€r war hier in den sechziger Jahren Eberhard Schöler. Bei den Weltmeisterschaften 2003 in Frankreich trat der Koreaner Joo Se-Hyuk mit einer explosiven Mischung aus aggressivem Angriffsspiel und recht spektakulĂ€rer Defensive auf. Er verlor erst im Finale gegen den Österreicher Werner Schlager. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Spielweise gegen das vorherrschende Angriffspiel behaupten kann.

Spieltechniken

Spielbetrieb

Tischtennis wird sowohl hobbymĂ€ĂŸig zu Hause in Garten, Garage, Keller usw. als auch verbandsmĂ€ĂŸig organisiert innerhalb von Vereinen gespielt. Die Spieltechnik der Hobbyspieler unterscheidet sich hauptsĂ€chlich infolge des unterschiedlichen SchlĂ€germaterials deutlich von der Technik der "Profis".

Deutschland

Dem Deutschen Tischtennisbund gehören mehr als 10.000 Vereine mit rund 850.000 Mitgliedern an. Gespielt werden Damen- und Herreneinzel, Damen- und Herrendoppel sowie gemischtes Doppel.
Nationale MannschaftskÀmpfe werden in verschiedenen Spielklassen organisiert, innerhalb derer man auf- oder absteigen kann. Deren Einteilung und Wertung in den unteren Klassen obliegt jedoch dem zustÀndigen Landesverband, so dass wegen der unterschiedlichen Spielerzahl und SpielstÀrke nicht alle Ligenbezeichnungen aller VerbÀnde miteinander verglichen werden können.

Die Bundesliga in Deutschland gilt als die stÀrkste Liga der Welt, im wesentlichen wegen der Gastspieler und der höchsten Anzahl Welt-top-100-Spieler.

Folgende Spielklassen gibt es in Deutschland:

Daneben werden auf den verschiedenen Verbandsebenen noch Einzelmeisterschaften organisiert: Kreismeisterschaft, Bezirksmeisterschaft, Landesmeisterschaft, Deutsche Meisterschaft.

Außerdem gibt es, ebenfalls auf den verschiedenen Ebenen, die sog. "Ranglistenturniere" und Pokalspiele.

International

Historisches

Internationale Geschichte des Tischtennis

Ursprung

Über den Ursprung des Tischtennis gibt es verschiedene Meinungen. Einige sehen die AnfĂ€nge am Ende des 19. Jahrhunderts in Indien, von wo aus es sich nach England verbreitete, andere bestreiten dies und halten die EnglĂ€nder fĂŒr die Erfinder, wo es 1874 erstmals schriftlich erwĂ€hnt wurde: Der englische Major Walter Clopton Wingfield machte das "spharistike" (griechisch: "Lass uns spielen") bekannt. Hierbei handelte es sich um einen Holzkoffer, darin enthalten die Spielregeln und das ganze Zubehör vom Hammer bis zu den SchnĂŒren fĂŒr die Befestigung der Netzspannvorrichtung auf englischem Rasen. Das Spiel entwickelte sich aus dem "normalen" Tennis und wurde zunĂ€chst vorwiegend vom englischen Adel im Freien gespielt. Man verwendete einen Gummiball mit FlanellĂŒberzug oder auch eine Kugel aus Kork. SpĂ€ter benannte man das Spiel in Lawn-Tennis (Rasen-Tennis) um.

Wegen des hĂ€ufigen Regenwetters in England verlegte man das Spiel dann in die Wohnung und benutzte dabei normale Esstische; man verlegte das Tennisfeld auf den Tisch. Eine Schnur diente als "Netz", als SchlĂ€ger nahm man FederballschlĂ€ger, BĂŒcher oder gar Bratpfannen. Folgerichtig nannte man das Spiel wieder um in Raum-Tennis. 1875 veröffentlichte der englische Ingenieur James Gibb die ersten Spielregeln.

"Ping Pong"

1891 brachte James Gibb von einer GeschĂ€ftsreise aus den USA bunte Zelluloid-BĂ€lle mit. Von nun an verdrĂ€ngte der Begriff Ping Pong, welcher 1878 erstmals vereinzelt wegen der GerĂ€usche des Balls auftauchte, zunehmend die Bezeichnung Raum-Tennis. Verschiedene Hersteller kreierten weitere Namen, zum Beispiel Gossima, Whiff Waff, Flim Flam und schließlich Table Tennis. Der GeschĂ€ftsmann John Jacques de Croydon, ein Freund von Gibb, meldete 1891 den Begriff "Ping Pong" beim englischen Patentamt zum Patent an und verkaufte die amerikanischen Rechte an die Firma Parker Brothers. In diesen Jahren wurde der SchlĂ€ger weiterentwickelt: Der HolzschlĂ€ger wurde beklebt mit Kork, Schmirgelpapier, Wildschweingewebe. In England wurde 1900 der erste Verein gegrĂŒndet. Schließlich erfand E. C. Goode 1902 den Gummibelag mit Noppen. Im gleichen Jahr wurde in England der nationale Verband "Ping Pong Association" gegrĂŒndet. Dieser musste aber nach weniger als drei Jahren wegen der Namensrechte an "Ping Pong" aufgeben.

Verbreitung außerhalb Englands

In Ungarn fand 1897 die erste nationale Meisterschaft statt. Zwischen 1905 und 1910 stellte Edward Shires, ein Vertreter von Schreibmaschinen, das Spiel in Wien und Budapest vor. 1899 wurde die 1. Berliner Tennis- und Ping-Pong-Gesellschaft (der spĂ€tere Fußball-Bundesligist Tennis Borussia Berlin) gegrĂŒndet, 1900 das erste Ping-Pong-Cafe (Viktoria-Luise-Platz in Berlin) eröffnet. Um 1899 gelangte eine vereinfachte Variante nach Japan. Von hier aus gelangte es nach China, Korea und Hongkong. 1901 fand in Hamburg-Uhlenhorst das erste deutsche Turnier statt. Bis in die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich das Spiel nicht wesentlich weiter, vielleicht wegen der verschiedenartigen und teilweise komplizierten Regeln.

GrĂŒndung von VerbĂ€nden, erste wichtige Veranstaltungen

Nach und nach werden nationale und internationale VerbĂ€nde gegrĂŒndet:

Weitere Entwicklung

Bis zum Zweiten Weltkrieg kamen die besten Tischtennisspieler und -spielerinnen aus Ungarn (Maria Mednyanszky, Victor Barna), Tschechoslowakei und RumĂ€nien. Ab 1953 wurden die japanischen Spieler fĂŒhrend. Sie entwickelten den Penholder-Griff, wobei der SchlĂ€ger zwischen Zeigefinger und Daumen gehalten wurde. Ferner beklebten sie den SchlĂ€ger mit dicken Schaumstoffmatten, was das Spiel erheblich schneller machte. Die Japaner erfanden auch den Topspin. Anfang der 1960er Jahre war Erich Arndt der erste deutsche Spieler, der den Topspin beherrschte. In den nĂ€chsten 30 Jahren kamen fast alle Weltmeister aus Asien. Anfang der 1980er Jahre konnten die EuropĂ€er mit Hilfe von neuen Techniken (Frischkleben) aufholen

Tischtennis und Politik vor dem Zweiten Weltkrieg

Immer wieder versuchte die Politik, Einfluss auf das Sportgeschehen zu nehmen. So durften die deutschen Herren 1934 nicht an der Tischtennis-WM teilnehmen, denn man befĂŒrchtete, dass sich die "ĂŒberlegene nordische Rasse" gegen "minderwertige Völker" blamieren könnte. Auch 1935 verzichtete man auf eine Teilnahme der Herrenmannschaft aus Protest dagegen, dass Irland, Nordirland und Wales mit jeweils eigenen Mannschaften antraten. Erst 1936 entsandte man wieder ein Herrenteam, um fĂŒr die bevorstehenden Olympischen Spiele in Deutschland zu werben.

Tischtennis und Politik im Nachkriegsdeutschland

Nicht immer konnte man Politik und Sport voneinander trennen. Speziell in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg beeinflusste die Politik das Sport-VerhĂ€ltnis zwischen der DDR und Westdeutschland. 1950 stellten der Deutsche Tischtennisbund DTTB und der Tischtennisverband der DDR jeweils den Antrag, in den internationalen Tischtennisverband International Table Tennis Federation (ITTF) aufgenommen zu werden. Dies lehnte die ITTF ab und forderte ein gemeinsames Auftreten der beiden VerbĂ€nde. Daraufhin grĂŒndete man am 8. Juni den Arbeitsausschuss Deutscher Tischtennissport. Dieser beantragte 1951 erfolgreich die Aufnahme "Gesamtdeutschlands" in die ITTF. Bei der Weltmeisterschaft in Wien im MĂ€rz 1951 nahmen dann erstmals nach dem Krieg Deutsche teil. In den folgenden Jahren wurden jeweils gesamtdeutsche Meisterschaften ausgetragen: 1951 in Berlin am Funkturm, 1952 in Ost-Berlin (Deutsche Sporthalle), 1953 in Herford. 1957 trat nochmals eine gesamtdeutsche Mannschaft bei der WM in Stockholm auf; Heinz Schneider (ThĂŒringen) wurde Dritter im Einzel.

Am 2. August 1958 schließlich endeten die Gemeinsamkeiten: DTTB und Tischtennisverband der DDR wurden separat "provisorische Mitglieder" der ITTF. Als der DTTB 1960 beauftragt wurde, die Europameisterschaften im Jahre 1962 auszurichten, legte dieser als Austragungsort West-Berlin fest. Dagegen protestierte die DDR, alle osteuropĂ€ischen LĂ€nder kĂŒndigten einen Boykott der Veranstaltung an. TatsĂ€chlich kam es 1962 zum Boykott mit der BegrĂŒndung, West-Berlin gehöre nicht zur Bundesrepublik. Lediglich Jugoslawien beteiligte sich nicht an dem Boykott. Im November 1964 kam es bei der Europameisterschaft in Malmö (Schweden) zum nĂ€chsten Eklat, weil bei der Auftaktveranstaltung die DTTB-Auswahl das Schild "West-Allemagne" und die ostdeutsche Mannschaft das Schild "DDR" trug. 1965 versuchte man, seitens der Bundesrepublik die Beziehungen wieder zu verbessern: Der DSB bezuschusste den Ost-West-Sportverkehr.

Tischtennis in der DDR zwischen 1958 und der Wende

Ab 1958 versuchte sich die DDR immer mehr von westlichen LĂ€ndern abzugrenzen. 1961 wurde der gesamtdeutsche Sportverkehr "eingefroren". Der Tischtennissport verlor an Bedeutung, insbesondere nach dem "Leistungssportbeschluss" im April 1969, wonach Tischtennis nicht mehr zu den förderungswĂŒrdigen Sportarten zĂ€hlte. 1972 nahm die DDR noch an der Europameisterschaft teil, danach blieb sie aber allen Europa- und Weltmeisterschaften fern. Die Teilnahme an Wettbewerben, an denen nicht-sozialistische LĂ€nder vertreten waren, war verboten.

Ping-Pong-Diplomatie zwischen USA und China

In den 1950er und 1960er Jahren versuchten die USA und die Volksrepublik China mit "normalem" diplomatischen Mitteln die Beziehungen zu verbessern; die sogenannten Warschauer GesprĂ€che brachten aber nicht die erhofften Ergebnisse. Zu Hilfe kamen hier schließlich die Tischtennisspieler. WĂ€hrend der Weltmeisterschaften 1971 in Nagoya (Japan) lud China die amerikanischen TT-Spieler nach Peking ein. Diesem Besuch folgten weitere Treffen von hochrangigen Politikern (Nixon 1972), wodurch Spannungen abgebaut und die Beziehungen verbessert wurden. Diese Ereignisse sind heute unter dem Begriff Ping-Pong-Diplomatie bekannt.

Erfolge deutscher Spieler und Mannschaften

Erfolge internationaler Spieler

Technische Details zu den SpielgerÀten

Der Tisch


Tischtennis-Tisch

Ein wettkampftauglicher Tisch muss eine LĂ€nge von 2,74 m und eine Breite von 1,52 m haben. Die OberflĂ€che muss genau 76 Zentimeter ĂŒber dem Boden liegen. Der Tisch wird mittels eines 15,25 cm hohen Netzes in zwei gleichgroße (1,37 m x 1,525 m) HĂ€lften geteilt. Auf ihm muss ein Tischtennisball, der aus 30 Zentimetern Höhe fallengelassen wird, 22 bis 25 cm hoch springen. Jede HĂ€lfte wird der LĂ€nge nach noch einmal mittels einer 3 mm breiten Linie in zwei HĂ€lften unterteilt. An den Kanten des Tisches verlĂ€uft außerdem noch eine 20 mm breite weiße Linie. Die OberflĂ€che des Tisches muss nicht reflektierend und dunkel sein. GebrĂ€uchlich sind i.d.R. dunkelgrĂŒne und blaue Tische.

Der Ball

Der Ball besteht aus Zelluloid, ist hohl und hat einen Durchmesser von 40 mm. Er ist in verschiedenen QualitĂ€ten erhĂ€ltlich, die durch die Anzahl der Sterne voneinander unterschieden werden. Sie unterscheiden sich im Grad ihrer Rundung und durch die HĂ€rte. BĂ€lle gibt es in verschiedenen Farben. FĂŒr den Spielbetrieb zugelassen sind mattweiße und mattorangene 3***-BĂ€lle. Siehe auch Tischtennisball

Der SchlÀger

Der SchlĂ€ger ist in vielen verschiedenen AusfĂŒhrungen erhĂ€ltlich. Er ist zumeist oval und in der Mitte aus mehrfach geleimtem Holz. Es existieren aber auch Varianten mit z.B. Carbon- oder Kevlarfurnieren. Es gibt vier gĂ€ngige Griffformen: Gerade, konkav, anatomisch und konisch, zudem zwei Griffformen fĂŒr japanischen und chinesischen Penholder.

Jeder SchlÀger muss zwei BelÀge unterschiedlicher Farbe haben: einen roten und einen schwarzen Belag. Dies ist vorgeschrieben, damit der Gegner das Drehen des SchlÀgers bemerkt und somit auf die beiden BelÀge entsprechend reagieren kann. Sofern ein Spieler nur eine Seite des SchlÀgers benutzt (insb. beim klassischen Penholder), muss nur diese Seite mit einem Belag versehen sein (rot oder schwarz). Die andere Seite muss dann jedoch in der anderen Farbe lackiert sein.
Man unterscheidet verschiedene Typen von BelĂ€gen: Noppen innen, kurze Noppen außen, lange Noppen, Noppengummi und Anti-Topspin.


Weitere Details findet man im separaten Artikel ĂŒber TischtennisschlĂ€ger.

TischtennistrainingsgerÀte

TischtennistrainingsgerĂ€te werden unterstĂŒtzend zum Erlernen der GrundschlĂ€ge fĂŒr das wettkampfmĂ€ĂŸige Tischtennisspiel eingesetzt. Je nach Grundschlagart, wie Topspin, Schupfball, Aufschlag u.s.w., werden entsprechende TrainingsgerĂ€tem Vereinstraining angewandt.


Weitere Details findet man im separaten Artikel ĂŒber TischtennistrainingsgerĂ€te.

Trainings- und Freizeitspiele

Tischtennis wird aber nicht nur wettkampfmĂ€ĂŸig gespielt, sondern oft und gern auch in der Freizeit mit abgeĂ€nderten Regeln.

Chinesisch oder Rundlauf

Eine beliebte Variante bei mehr als drei (besser: mehr als fĂŒnf) Spielern ist das "Chinesisch", auch "Rundlauf" genannt. Auf jeder Seite des Tisches stellt sich mindestens ein Spieler auf. Nachdem ein Spieler seinen Schlag fehlerlos durchgefĂŒhrt hat, rennt er auf die andere Seite und stellt sich hier an, um erneut einen Schlag durchzufĂŒhren. Jeder, der einen Fehler macht, scheidet aus. Sind nur noch zwei Spieler ĂŒbrig, wird normal gespielt. Der Sieger bekommt einen Punkt, danach setzen alle wieder ein.

Englisch

FĂŒr drei Spieler gibt es eine Variante, die eine Mischung zwischen Einzel und Doppel ist. Der Spieler, der auf seiner Tischseite allein spielt, darf solange allein spielen, bis er einen Fehler macht. Dann wird gegen den Uhrzeigersinn gewechselt. Punkte sammelt man nur als Alleinspieler. Diese Variante bezeichnet man als Englisch.

High-Level-Spiel

Das High-Level-Spiel wird von mehreren Spielern am Returnboard gespielt. Ziel dieses Spiels ist es, mindestens fĂŒnf "Returns" (RĂŒckschlĂ€ge) erfolgreich hintereinander zu spielen und sich damit fĂŒr das nĂ€chsthöhere Level zu qualifizieren. Jedes Level von 1 bis 21 verkörpert einen entsprechenden Blockwinkel, der mittels der Levelleiste eingestellt wird. Je höher die Level-Zahl, desto kleiner ist der eingestellte Blockwinkel und desto schneller und flacher kommen die geschlagenen BĂ€lle zurĂŒck.


  1. Alle Mitspieler beginnen im gleichen Level (z. B. Level 7). Jeder Spieler, der nach dem Einspielen des Balles weitere 5 Ballwechsel erreicht, indem der fĂŒnfte RĂŒckschlag ĂŒber das Netz zurĂŒckkommt und die eigene TischhĂ€lfte trifft, bleibt im Wettbewerb. DafĂŒr hat jeder Teilnehmer 5 Versuche.
  2. Die im Level 7 erfolgreichen Spieler haben danach im Level 8 wiederum 5 Versuche, um fĂŒnf Ballwechsel zu schaffen.
  3. Mit 5 oder mehr Ballwechseln erhÀlt der Spieler also stets die Berechtigung zum Weiterspielen im nÀchsthöheren Level.
  4. Erreicht ein Spieler 10 oder mehr Ballwechsel, erhĂ€lt er einen Bonus, d. h. er erhĂ€lt fĂŒr das nĂ€chsthöhere Level 3 Zusatzversuche.
  5. Sieger wird derjenige Spieler, der in der Qualifikations-Runde das höchste Level erreicht hat oder der im höchsten Level die grĂ¶ĂŸte Anzahl Ballwechsel spielt.

Beim High-Level-Spiel können die Vorgaben variiert werden:

Bei diesem Spiel wird nicht "wild draufgeschlagen", sondern mit BallgefĂŒhl und gutem Timing ein langer Ballwechsel angestrebt.

Weitere Trainings-Spiele

FĂŒr mehr Abwechslung im Training und fĂŒr spassvolles, spielerisches Erlernen der Ballbehandlung können die Spiele

beitragen, die auf der Seite Returnboardn Bild und Text vorgestellt werden.

Wissenswertes, Kurioses, Rekorde

Literatur

Weblinks











Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Tischtennis aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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