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Verney Cameron

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Verney Lovett Cameron (* 1. Juli 1844 in Radipole/Dorsetshire; † 27. März 1894 bei Leighton Buzzard/Bedfordshire) war ein berühmter Afrikareisender.

Der Sohn eines Vikars trat mit 13 Jahren in die englische Marine und verschaffte sich durch Reisen im Mittelmeer, nach Westindien und nach dem Roten Meer nicht nur nautische, sondern auch sprachliche Kenntnisse und wurde 1872 von Sir Bartle Frere zum Führer der Livingstone-Eastcoast-Expedition ausersehen, deren Aufgabe es sein sollte, dem von Stanley wieder aufgefundenen Reisenden David Livingstone neue Hilfsmittel zuzuführen.

Am 18. März 1873 verließ Cameron mit Dillon und Murphy Sansibar und erreichte am 4. August Unianjembe, wo er mit der Leiche Livingstones, welche von dessen Dienern zurücktransportiert wurde, zusammentraf. Während nun Murphy mit der Rückführung der Leiche betraut wurde, drang Cameron weiter vor und zwar mit Dillon, der sich jedoch schon am 17. November in einem Anfall von Delirium erschoss.

Cameron selbst erreichte am 21. Febr. 1874 Udschidschi am Tanganjikasee. Dieser Ort wurde astronomisch bestimmt, die Höhe des Sees rektifiziert und dieser selbst fast ganz umschifft. Darauf sprach Cameron die Vermutung aus, dass der Lukuga ein zum Lualaba führender Zufluss des Kongo, mithin der Tanganjika der Quellsee des Kongo sei. Nach Udschidschi zurückgekehrt, brach er am 20. Mai auf, um durch Afrika hindurch zum Atlantischen Ozean zu gelangen, und erreichte im August Nyangwe am Lualaba. Da Cameron den Lualaba nicht stromabwärts befahren konnte, ging er südwärts zum Lomane und gelangte im Oktober nach Kilemba, der Hauptstadt von Urua. Hier blieb er bis Februar 1875. Von Kilemba machte Cameron einen Abstecher nach SO und entdeckte den Kassali- oder Kikondschasee und nördlich von Kilemba den kleinen See Mohrja mit zahlreichen Pfahlbauten. Darauf setzte er seinen Marsch durch Ussambi, Lunda, Lovale und Bihé fort und erreichte bei Katombela, nördlich von Benguela, am 7. November 1875 den Atlantischen Ozean.

Wenn auch nicht so glänzend in seinen Resultaten wie nach ihm Stanley, hat Cameron doch bei dieser kühnen Durchquerung des afrikanischen Kontinents sich große Verdienste namentlich dadurch erworben, dass er zahlreiche Punkte astronomisch bestimmte und fast 4000 Höhenbestimmungen machte. Von den Londoner und Pariser Geographischen Gesellschaften mit der großen goldenen Medaille ausgezeichnet, hat sich Cameron seitdem wieder dem englischen Marinedienst zugewandt. 1876 wohnte er dem von König Leopold in Brüssel zusammenberufenem Kongress der Afrikareisenden bei.

Seine große Reise beschrieb er in "Across Africa" (Lond. 1876; deutsch: "Quer durch Afrika", Leipz. 1877, 2 Tle.). 1878-79 bereiste er Zypern und das Euphrat-Tigris-Gebiet, um die Möglichkeit einer Eisenbahnverbindung zwischen Indien und dem Mittelmeer zu untersuchen, und veröffentlichte darüber: "Our future highway" (1880, 2 Bde.).

1882 bereiste er zusammen mit Richard Francis Burton die Goldküste.

1894 starb er bei einem Jagdunfall.



Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text („public domain“) aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890. Der Wissensstand von damals kann inzwischen überholt sein.
--InfoG 17:20, 24. Mär 2005 (CET)









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