Videorekorder
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Videorekorder (englisch Video Cassette Recorder; VCR) sind GerÀte zur Aufzeichnung und Wiedergabe von Fernsehbildern (Videosignalen) auf magnetisierbaren BÀndern (MAZ, Videokassetten).
| Inhaltsverzeichnis |
Technik
Mechanik
Mechanische Aufzeichnung
Bereits in der Anfangszeit des Fernsehens versuchten Bastler die Sendungen aufzuzeichnen. Dies gelang einigen mit Hilfe von modifizierten Schallplatten. Die geringe Bandbreite, die damaliges mechanisches Fernsehen benötigte konnte so aufgezeichnet werden. Einige Aufnahmen verwendeten sogar noch schmalbandigere Formate, wie beispielsweise 30 Zeilen bei 4 Bildern pro Sekunde.
In den 1970ern startete die Firma Telefunken einen neuen Versuch der mechanischen Aufzeichnung.
Magnetische Aufzeichnung
Mit dem Aufkommen von Drahtrekordern und TonbandgerÀten (beides deutsche Entwicklungen) wurden auch Versuche gemacht, Fernsehbilder auf MagnetbÀndern aufzuzeichnen.
Lineare Aufzeichnung
Der Versuch der British Broadcasting Corporation nannte sich VERA und benutzte 2 Spuren um ein 405-Zeilen Fernsehsignal aufzuzeichnen. Die Bandbreite wurde in 2 Teile aufgeteilt, die auf beide Spuren verteilt wurden. Gleichzeitig wurden in den USA Versuche unternommen, die Bandbreite auf 12 Spuren zu verteilen.
Die Probleme lagen darin, dass die hohe Bandbreite zu sehr kleinen "BandwellenlĂ€ngen" fĂŒhrte. Man musste sehr hohe Bandgeschwindigkeiten erreichen, um diese WellenlĂ€ngen lange genug zu machen. Die Verteilung des Signals auf mehrere Spuren löste zwar dieses Problem teilweise, jedoch traten neue Probleme elektronischer Art auf. Es ist schwierig, ein Signal so aufzutrennen, um es spĂ€ter wieder zusammenzufĂŒgen.
Andere Aufzeichnungsbewegungen
Um das Problem der hohen Bandgeschwindigkeit zu lösen, kam man unabhĂ€ngig voneinander auf die Idee, nicht nur das Band, sondern auch den Aufzeichnungskopf zu bewegen. Dadurch erhöhte sich die relative Geschwindigkeit von Band zu Kopf sehr stark, und die "BandwellenlĂ€ngen" wurden praktikabel groĂ.
Arcurate scan
Eines der ersten Verfahren wurde von der Firma Ampex Anfang der 1950er vorgestellt. Einige experimentelle Rekorder hatten die Köpfe auf den Deckel eines Zylinders montiert. Das Band wurde nun an diesem Zylinder vorbeigefĂŒhrt, so dass der Kopf auf dem Band Kreisbögen beschrieb. Dieses Verfahren funktionierte nicht so gut, da es schwierig war, den Bandkontakt sicher herzustellen.
Transversal scan
Ein weiteres Verfahren montierte die Köpfe auf der MantelflĂ€che eines Zylinders, dessen Rotationsachse in Bandrichtung zeigte. Das Band wurde dann gebogen und an diesem Zylinder vorbeigefĂŒhrt. Dieses Verfahren funktionierte recht gut, und wurde im Quadruplex-Format eingesetzt. Die Spuren standen hierbei fast rechtwinklig zum Band. Pro Spur wurde immer etwa ein Dutzend Bildzeilen aufgezeichnet.
Helical scan (SchrÀgspuraufzeichnung)
Dieses Verfahren zÀhlt wohl zu den heute beliebtesten Verfahren bei Videorekordern. Im Gegensatz zu Transversal scan stand die Rotationsachse des Zylinders senkrecht zur Bandrichtung. Die sich daraus ergebenden Spuren waren viel flacher. Dies ermöglichte lÀngere Spuren, die Halb- oder sogar Vollbilder halten konnten. Dadurch wurde auch der Bildsuchlauf sowie die Zeitlupe möglich.
HĂ€ufig wird werden hier auch mehrere Köpfe verwendet, die gegeneinander etwas verdreht sind. Dies fĂŒhrt zu weniger Ăbersprechen zwischen zwei benachbarten Spuren.
Elektronik
Modulationsverfahren
Magnetische Aufzeichnungen sind hĂ€ufig sehr frequenzunlinear (nicht konstant). Hohe Frequenzen werden stĂ€rker abgespielt als niedrige. Dies muss durch geeignete elektronische Schaltungen ausgeglichen werden. NatĂŒrlich funktioniert dies nur bis zu einem bestimmten VerhĂ€ltnis zwischen höchster und niedrigster Frequenz. Bei TonbĂ€ndern liegt dieses VerhĂ€ltnis bei etwa 1:1000. Im Videobereich mĂŒssen allerdings Frequenzen von wenigen Hertz bis hin zu mehreren Megahertz ĂŒbertragen werden. Dies entspricht einem VerhĂ€ltnis von etwa 1:10.000.000, zu viel fĂŒr die direkte Aufzeichnung.
Amplitudenmodulation
FrĂŒhe Rekorder versuchten dieses Problem mit Hilfe der Amplitudenmodulation (Bearbeitung, d.h. VerĂ€nderung der aufgezeichneten Schwingungen) zu lösen. Durch den immer noch verhĂ€ltnismĂ€Ăig schlechten Kontakt zwischen den Köpfen und dem Band schwankte auch die SignalstĂ€rke, was sich direkt in einem verĂ€nderten Kontrast niederschlug. Eine automatische Nachregelung war sehr schwierig.
Frequenzmodulation
Charles Anderson kam etwa 1954 auf die Idee, das Signal frequenzmoduliert aufzuzeichnen. Dieses Modulationsverfahren ist sehr unanfĂ€llig gegenĂŒber wechselnden Signalpegeln und wird auch heute noch verwendet.
Farbaufzeichnung
Farbfernsehen war noch neu, als die ersten Videorekorder auf den Markt kamen. Deshalb wĂŒrde die Farbe erst einmal ignoriert.
Direktfarbe
SpĂ€ter nutzte man die bereits vorhandene hohe Bandbreite der Videorekorder aus, um das gesamte Fernsehsignal inklusive Farbsignal aufzuzeichnen. Das Problem war hierbei die Wiedergabe. Mechanische Toleranzen lieĂen die Köpfe etwas ungleichmĂ€Ăig gleiten, so dass eine "Ruckelbewegung" entstand. Diese fĂŒhrte zu einer Phasenverschiebung der hochfrequenten Anteile. Diese war beim SchwarzweiĂ-Fernsehen kaum wahrnehmbar, fĂŒhrte jedoch zu deutlichen Farbfehlern. Um diese Probleme zu lösen, wurden so genannte "Timebase Corrector"(en) eingebaut. Dies waren zunĂ€chst Schaltungen aus KapazitĂ€tsdioden und Spulen, die das Signal in einem kleinen Bereich zeitlich variabel verzögern konnten. SpĂ€ter wurde dieses Verfahren durch eine Reihe von Verzögerungsleitungen ergĂ€nzt, die je nach gewĂŒnschter Verzögerung an- oder ausgeschaltet wurden. In den 1970er Jahren wurde dieses analoge Verfahren durch digitale Speicher ersetzt. Direktfarbaufzeichnung war bis vor kurzem im professionellen Umfeld ĂŒblich und findet sich auch heute noch in Laserdisks.
Herabgesetzter FarbuntertrÀger
Da Direktfarbe sehr hochwertige mechanische Bauteile, sowie einen (damals) teueren Timebase Corrector, benötigte, suchte man nach Wegen, Farbe billiger zu realisieren. Eine einfache Möglichkeit war es, den FarbuntertrĂ€ger einfach in seiner Frequenz herabzusetzen. Typischerweise liegt seine Frequenz dann bei etwa 600 kHz. Er wird direkt auf das Band aufgezeichnet, ohne nochmals moduliert zu werden. Durch die niedrige Frequenz werden Störungen aus dem Helligkeitssignal, das weiterhin frequenzmoduliert wird, vermieden. Allerdings neigen solche niedrigen Frequenzen zum Ăbersprechen, weshalb in sehr dicht gepackten Formaten wie VHS standardmĂ€Ăig eine Rauschreduktion integriert ist, die das Farbrauschen minimieren sollte. Diese fĂŒhrt bei mehreren Generationen zu einem "Ausbluten" der Farben. Einige Formate (z.B. S-VHS) verwenden spezielle zusĂ€tzliche Köpfe fĂŒr dieses Farbsignal.
Praktisch alle analogen Farb-Heimvideorekordersysteme benutzen diese Technik.
Sequenzielle Farbaufzeichnung
In einigen professionellen Formaten wie Betacam oder MII werden die beiden Farbdifferenzsignale nacheinander aufgezeichnet. Dazu werden beide Signale in einem CCD-Speicher gespeichert, und dann doppelt so schnell und hintereinander wiedergegeben. Dadurch erreicht man eine höhere BildqualitÀt ohne gegenseitige Störungen durch Farb- und Helligkeitssignal.
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Tonaufzeichnung
UrsprĂŒnglich wurde der Ton auf getrennten linearen Spuren, Ă€hnlich wie bei TonbĂ€ndern. SpĂ€ter zeichnete man den Ton frequenzmoduliert auf mehreren Frequenzen zusĂ€tzlich zu den anderen Signalen auf. Meisten mit speziellen "HIFI"-Köpfen. In Systemen wie Video 8 ist der HIFI-Ton vorgeschrieben, da er die Mechanik deutlich vereinfacht. ZusĂ€tzlich ist hier digitaler Ton auf den schrĂ€gen Spuren definiert.
Digitale Systeme
Digitale Videorekordersysteme, kodieren Bild- und Tonsignale in unterschiedlichen Verfahren. Wird das Signal einfach mit der 4-fachen FarbuntertrÀgerfrequenz mit PCM abgetastet, so spricht man vom "Composite"-Verfahren. HÀufig wird allerdings das Signal bereits vor der Kodierung in RGB oder die Farbdifferenzsignale aufgeteilt. Danach werden in der Regel auch diese Signale als PCM-Signale weiterverarbeitet.
UrsprĂŒnglich wurden die PCM-Signale ohne jedwede Datenkompression aufgezeichnet. Dies fĂŒhrte zu einer (fast) kompromisslos guten QualitĂ€t. SpĂ€ter wurden allerdings allerlei Verfahren angewendet, um die Datenrate um den Faktor 1:2 bis 1:100 zu reduzieren.
Digitale Bandrekordersysteme werden langsam von Festplattenrekordern verdrĂ€ngt, da die Kosten fĂŒr Festplatten deutlich schneller sinken als fĂŒr solche BĂ€nder.
Heimvideorekorder
Die ersten Videorekorder fĂŒr den Heimgebrauch kamen Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts auf den Markt. Ein Beispiel fĂŒr einen frĂŒhen Heimvideorekorder war der Loewe Optacord 500. In Europa wurden die Formate VCR von Philips und Video 2000 von Grundig und Philips entwickelt, in Japan Betamax von Sony und VHS von JVC. Der erste Rekorder mit dem VHS-Aufzeichnungsformat war der HR-3300 von JVC, der Herbst 1977 vorgestellt wurde.
Die europĂ€ischen Formate konnten sich jedoch in den USA und Japan nur schwer durchsetzen. Betamax bot zwar gegenĂŒber VHS eine bessere Bild- und TonqualitĂ€t, scheiterte aber an der zu kurzen Laufzeit der Kassetten. Bis Ende der 1980er Jahre hatte VHS die konkurrierenden Systeme vollstĂ€ndig aus dem EinzelkundengeschĂ€ft verdrĂ€ngt.
Weitere, auch professionelle Formate findet man unter dem Begriff Videoformat.
Siehe auch: Video, Video-Fachbegriffe, Festplattenrekorder (Digitaler Videorekorder), Videoformat
Weblinks
- weitere Weblinks
- Television History - The First 75 Years Videotape Systems Theory Videotape Formats
- Suche nach Videorekorder Infos mit: Yahoo
