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Waldorfschule

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Waldorfschulen sind private, zum Großteil vom Staat finanzierte Schulen. Die Eltern beteiligen sich an den Kosten durch ein Schulgeld von zur Zeit durchschnittlich ca. 125 Euro monatlich (Angabe aus dem Jahr 2004). In Deutschland existieren 187 Waldorfschulen, in Europa 632 und weltweit 881.

Sie sind auch unter dem Namen Rudolf-Steiner-Schulen, engl. Waldorf School, franz. Écoles Waldorf, niederl. Vrijeschool bekannt.

Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart als Betriebsschule durch den Direktor der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik Emil Molt gegründet und am 7. September 1919 eröffnet. Von der Zigarettenfabrik erbte die pädagogische Bewegung Rudolf Steiners, der der erste Schulleiter der Astoria-Betriebsschule war, ihren Namen. 1939/40 wurde der Lehrbetrieb an Waldorfschulen in Deutschland bis 1945 verboten.

An Waldorfschulen wird versucht, eine sich weiterentwickelnde Schulform, die auf dem Pädagogik-Verständnis von Rudolf Steiner basiert, anzuwenden. Das Ideal dieser Pädagogik ist der Anspruch, jedes Kind nach seinem altersgemäßen Entwicklungsstand zu fördern. Die Waldorfpädagogik ist die bekannteste praktische Anwendung der von Rudolf Steiner begründeten Lehre der Anthroposophie.

Inhaltsverzeichnis

Waldorfschulen im deutschen Rechtsrahmen

Die Waldorfschulen sind private Ersatzschulen in Elternträgerschaft im Rahmen der Schulgesetzgebung der Bundesländer auf der Grundlage des Grundgesetzartikels 7 (Schulwesen). Die Anerkennung der Waldorfschulen als Ersatzschulen bedeutet einerseits die staatliche Sicherung des finanziellen Grundbedarfs der privaten Waldorfschulen, andererseits darüber hinausgehend auch das Erheben von Schulgeld von den Eltern. Die Waldorfschulen sind durch das Grundgesetz gleichzeitig dazu verpflichtet, bei der Erhebung von Schulgeld dafür zu sorgen, dass keinem Kind aus finanziellen Gründen der Schulbesuch verwehrt wird (Sonderungsverbot).

Lehrformen an deutschen Waldorfschulen

Ab der ersten bis zur achten Klasse (Klassenlehrerzeit) wird der Klassenverband von einem Lehrer geführt, der alle Pflichtfächer gleichermaßen unterrichtet. Der Unterricht erfolgt in Blockform, dem so genannten Epochenunterricht. Mehrere Wochen wird jeden Tag mehrere Stunden das gleiche Fach gelehrt, ergänzt um weitere Fächer außerhalb des Epochenunterrichtes. Zu den Regelfächern wie Deutsch, Mathematik, Geschichte, Biologie, Physik, Chemie, Musik, Religion und Sport wird zusätzlicher Unterricht vor allem im künstlerischen und handwerklichen Bereich angeboten. So gehört neben Handarbeit, Schreinern, Gartenbau, Plastizieren und Malerei auch das Fach Eurythmie zum Lehrplan an Waldorfschulen. Zur jeweiligen Unterrichtsepoche wird von den Schülern ein Epochenheft angefertigt, das nach der Epoche dem Lehrer abgegeben wird und der Leistungsstandskontrolle dient. Bücher für die Schüler sind im Unterricht nicht vorgesehen, werden jedoch häufig in der Regel verwendet. Nach der achten Klasse wird an Waldorfschulen der Blockunterricht beibehalten, der Unterricht jedoch von Fachlehrern übernommen. Ab der ersten Klasse werden den Schülern mindestens zwei Fremdsprachen nahe gebracht. Englisch ist Pflichtfach, oft wird Französisch oder Russisch als Zweitfremdsprache ab der Oberstufe angeboten.

Noten werden an Waldorfschulen bis zur Oberstufe nicht vergeben, stattdessen wird im Zeugnis der jeweilige Leistungsstand und -fortschritt ausformuliert geschrieben (sog. Textzeugnis). Hier sollen individuelle Defizite und Leistungen im Vergleich zu Klassenfortschritt und Lernziel den Schülern und Eltern aufgezeigt werden. Diese Praxis wird bis zur zwölften Klasse beibehalten, jedoch zum Ende der Schulzeit aus Gründen der Vergleichbarkeit und Leistungskontrolle bei Klassenarbeiten aufgeweicht. Eine Nichtversetzung (Sitzenbleiben) ist in der Waldorfpädagogik nicht vorgesehen, jedoch nach Absprache mit den Eltern nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Die Regelschulzeit beträgt zwölf Schuljahre, nach denen die Schüler mit dem Waldorfschulabschluss (Oberschulreife bzw. Fachhochschulreife, ggf. mit Qualifikationsvermerk) die offizielle Waldorfschulzeit beenden. Binnen der Regelschulzeit an Waldorfschulen soll keine Diversifikation aus Leistungsgründen stattfinden, was in der Praxis dennoch meist ab etwa der neunten Klasse - und damit fast fünf Jahre nach der Schullaufbahnentscheidung im dreigliedrigen staatlichen Schulsystem - geschieht. Bestandteil des Waldorfschulabschlusses ist neben den gewöhnlichen schulischen Leistungen und mehreren Praktika auch das Anfertigen der so genannten Jahresarbeit, einer Facharbeit die sich aus theoretischem und praktischem Teil zusammensetzt und für die der Schüler insgesamt ein Jahr Zeit erhält, in der er sich neben dem normalen Schulbetrieb der Jahresarbeit widmen soll. Zusätzlich bieten die meisten Waldorfschulen eine dreizehnte Jahrgangsstufe an, in der die Schüler das Abitur machen können. Dieses wird von externen, von den Landeskultusministern hiermit beauftragten Prüfern abgenommen. In manchen Bundesländern (z. B. Hessen, Baden-Württemberg) erhalten die Waldorfschulen nach einigen Jahren eine Anerkennung, so dass sich das Abitur nicht von der Hochschulreife an einem Gymnasium unterscheidet. Der Preis dafür ist, dass in der 12. und 13. Klasse die Klausuren wie am Gymnasium geschrieben und damit notwendigerweise gewisse Kompromisse eingegangen werden.


Kritik an der Waldorfpädagogik

Waldorfpädagogik ist aus verschiedenen Gründen in der Vergangenheit in die Kritik geraten: So ist das Vokabular Rudolf Steiners und seine dem Zeitgeist entsprechende Weltsicht im Rahmen seiner Anthroposophie-Lehre immer wieder Gegenstand der Kritik geworden.

Die Waldorfschule hat sich vor allem in den letzten Jahren verändert. Es wird versucht, Rudolf Steiner kritisch zu hinterfragen, neue Medien erhalten Einzug in den Unterricht und der Bund der Freien Waldorfschulen ist bemüht, das Image von der Öko-Kuschelpädagogik abzulegen.

In der Vergangenheit wurde oftmals auf Steiners Lehren vertraut, die über die Jahre in vielen Punkten nicht mehr zeitgemäß waren.

Da jede Waldorfschule ein eigenes Unternehmen ist, das sich in freier Trägerschaft selbst verwaltet und bisher nicht von übergeordneter Instanz kontrolliert wird, - wie das bei staatlichen Schulen der Fall ist - kann es Verhalten von Kollegien und einzelnen Lehrern geben, das von der Meinung des Bundes der freien Waldorfschulen oder der Anthroposophischen Gesellschaft abweicht.

Siehe auch

Reformpädagogik – Anthroposophische Gesellschaft

Literatur

positiv wertende Literatur

kritisch wertende Literatur







Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Waldorfschule aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.