Wasserwelle
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Einordnung: Ozeanologie | GewÀsser
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Wasserwellen sind OberflĂ€chenwellen, meist an der GrenzflĂ€che zwischen Wasser und Luft. Die OberflĂ€chenspannung der FlĂŒssigkeit bestimmt die Eigenschaften der sogenannten Kapillarwellen mit WellenlĂ€ngen kleiner 2 cm. Die Gravitation bildet Schwerewellen mit WellenlĂ€ngen von bis zu 1000 km, wenn Wasser durch Einwirkung einer Störung zum Schwingen angeregt wird. Beispiele fĂŒr Störungen sind der Wind, der verantwortlich ist fĂŒr den Seegang auf den Meeren. Ins Wasser geworfene Steine und Hindernisse erzeugen Wellen, fahrende Schiffe begleitet eine Bugwelle. Seebeben rufen Tsunamis hervor.
| Inhaltsverzeichnis |
Struktur und Eigenschaften
Allgemein gilt fĂŒr die Ausbreitungsgeschwindigkeit c von Wasserwellen mit einer WellenlĂ€nge lambda bei einer Wassertiefe von h:
- (1) <math>c=\sqrt{\frac{g\lambda}{2\pi}\left(\tanh\frac{2\pi h}{\lambda}\right)}<math>;
- <math>\pi<math>: Kreiszahl (<math>3,14..<math>)
- <math>g<math>: Erdbeschleunigung (9,81 m/sÂČ)
Eine typische Wasserwelle in tiefem GewÀsser relativ zur WellenlÀnge weist breite WellentÀler und schmale Wellenberge auf, die von lokalen kreisförmigen Strömungen getragen wird. Die Umlauf-Periode der Strömungen entspricht der Periode der Wasserwelle <math>T<math>, siehe Animation rechts. Mit zunehmender Tiefe <math>h<math> nehmen die Radien der Kreisströmungen ab.
FĂŒr GewĂ€sser mit einer Tiefe von mindestens einer halben WellenlĂ€nge <math>\lambda<math> nĂ€hert sich <math>\tanh(x)<math> in (1) dem Wert 1. Die Beziehung fĂŒr die Ausbreitungsgeschwindigkeit <math>c<math> und die Periode <math>T<math> lauten:
- (2) <math>c \approx \sqrt{ \frac{g \lambda }{2\pi }}<math> fĂŒr <math>\lambda < h/2<math>
- (3) <math>T \approx \sqrt{ \frac{\lambda \cdot 2\pi }{ g}}<math>
Wellen mit groĂen WellenlĂ€ngen breiten sich schneller aus und besitzen eine gröĂere Periode als solche mit kleinen WellenlĂ€ngen. Bei einer WellenlĂ€nge von 1 km betrĂ€gt die Ausbreitungsgeschwindigkeit ca. 140 km/h und die Periode 25 s, bei einer WellenlĂ€nge von 100 m ca. 50 km/h und 8 s. Da zusĂ€tzlich die kurzperiodischen Wellen stĂ€rker gedĂ€mpft werden, nimmt man Sturmwellen in entfernten Gebieten als langperiodische DĂŒnung wahr.
Die AbhĂ€ngigkeit der Ausbreitungsgeschwindigkeit von der WellenlĂ€nge heiĂt Dispersion. In der Optik verursacht sie zum Beispiel die Entstehung eines Regenbogens. Sie lĂ€Ăt sich beobachten, wenn man einen Stein ins Wasser wirft. Der Stein erzeugt ein Wellenpaket, das mit gröĂer werdendem Abstand vom Erzeugungsort in periodische Wellen zerflieĂt.
Bei Tiefen, die klein sind gegenĂŒber der WellenlĂ€nge, hĂ€ngt die
Ausbreitungsgeschwindigkeit nur von der Tiefe <math>h<math> ab, nicht mehr von der
WellenlĂ€nge. Da fĂŒr kleine x gilt <math>\tanh (x)\approx x<math>, erhĂ€lt man aus (1):
- (4) <math>c \approx \sqrt{ g h} <math> fĂŒr <math> h < \frac{\lambda}{20}<math>
NĂ€hert sich eine Welle einem langsam ansteigenden Ufer, verringert sich mit sinkender Wassertiefe die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wellenfront. Die nachfolgenden Wellen ĂŒberrollen die Wellenfront, bis auch sie abgebremst werden. Die WellenlĂ€nge nimmt ab, als Folge der Energieerhaltung vergröĂert sich die Höhe der Welle, die Amplitude <math>A<math>. Die Wasserwellen tĂŒrmen sich auf. Sie brechen bei einer mittleren Wassertiefe <math>h<math> von ca. <math>h<math>= 1,3*<math>A<math>.
Besondere Wellen
Tsunamis werden durch Seebeben ausgelöst. Sie zeichnen sich aus durch eine sehr groĂe WellenlĂ€nge und auf hoher See durch kleine Amplituden von weniger als einem Meter. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Tsunamis folgt der Beziehung (4), denn die WellenlĂ€nge von mehreren 100 km ist deutlich gröĂer als die Tiefe der Meere. Tsunamis breiten sich mit einer Geschwindigkeit von 700 km/h aus, woraus sich eine mittlere Meerestiefe von 5 km ergibt. Verheerend sind die SchĂ€den, die sie beim Auflaufen auf flache KĂŒsten hervorrufen.
Neben Luft können auch andere Grenzschichten die WasseroberflĂ€che umgeben. Beispielsweise kann leichtes SĂŒĂwasser auf schwerem Salzwasser geschichtet sein. FĂ€hrt ein Schiff in die Zone ein, kann es bei ausreichendem Tiefgang Bugwellen auf der OberflĂ€che der Salzwasserschicht erzeugen. Die Wasserzone wird als Totwasser bezeichnet. Das Schiff verliert deutlich an Fahrt, ohne dass an der WasseroberflĂ€che Wasserwellen zu erkennen wĂ€ren.
Siehe auch
Welle (Physik), Seegang, Tide, Brandung, Wellenreiten
Weblinks
- weitere Weblinks
- Motion in the Sea -- Wavesin Englisch)
- Water wavesin Englisch)
Literatur
- Pohl, EinfĂŒhrung in die Physik
- Suche nach Wasserwelle Infos mit: Yahoo
