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Weltsprache

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Als Weltsprachen werden Sprachen bezeichnet, die weltweit von vielen Menschen verstanden werden. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die englische Sprache die bedeutendste Weltsprache. Die spanische Sprache, die französische Sprache und die russische Sprache sind weitere Weltsprachen. Da die Übergänge von Weltsprachen zu Verkehrssprachen fließend sind, werden weitere verbreitete Verkehrssprachen oft auch als Weltsprachen bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Eine Weltsprache zeichnet sich vor allem durch folgende Merkmale aus:

Abgrenzung

Nicht relevant dagegen ist, in wie vielen Staaten eine Weltsprache Amtssprache ist. Französisch war die wichtigste Weltsprache bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein, aber Amtssprache nur in fünf Ländern (Frankreich, Schweiz, Belgien, Luxemburg, Kanada).

Eine lingua franca muss im Gegensatz zur Weltsprache nur regionale Bedeutung über Sprachgrenzen hinweg haben; daher ist jede Weltsprache auch eine (weltweite) lingua franca, aber nicht jede lingua franca eine Weltsprache. So ist Deutsch in Europa teilweise lingua franca, aber hat außerhalb Europas kaum Bedeutung und ist daher keine Weltsprache.

Die Sprecherzahl der Muttersprachler allein garantiert nicht den Status als Weltsprache. Chinesisch hat mehr Muttersprachler als Englisch Mutter- und Fremdsprachler zusammengenommen, aber hat kaum Zweitsprachler und ist somit keine Weltsprache. Auch Hindi hat mehr Muttersprachler als Englisch, aber ist nur regionale lingua franca in Südasien.

Arabisch und Portugiesisch wiederum sind Sprachen mit großer Sprecherzahl, die aber jeweils auf einen bestimmten Kulturkreis beschränkt sind und außerdem außerhalb der Kulturkreise wenig in internationalen Situationen als Verkehrssprache dienen.

Blutiger Ruhm

Weltsprachen entstanden bisher nicht durch friedlichen Beschluss der Völker. Alle Weltsprachen der modernen Zeit sind ehemalige Kolonialsprachen, die ihre Verbreitung auf anderen Kontinenten vor allem oft brutaler Kolonisation verdanken. Im Grunde hat der Besitz eines großen Kolonialreichs allen Kolonialmächten des 19. und 20. Jahrhunderts fast schon automatisch den Aufstieg ihrer Nationalsprache zur Weltsprache garantiert. Die einzige moderne Ausnahme ist die niederländische Sprache, da die Niederlande in ihrer riesigen Kolonie Indonesien als große Ausnahme eine auf den lokalen Dialekten aufbauende Kunstsprache, Bahasa Indonesia einführten.

In einer umgekehrten Entwicklung verlor Deutsch, das seit etwa 1860 fast neunzig Jahre lang die dominierende Weltsprache in Wissenschaft und Kunst war, diesen Status nicht durch die abnehmende Bedeutung der deutschen Wissenschaftler, sondern durch die Niederlage in den zwei Weltkriegen.

So schwingt in dem Begriff Weltsprache ein gewisser imperialer Anspruch mit, der von Sprechern kleinerer Sprachen als negativ empfunden wird.

Griechisch als Weltsprache der klassischen Antike ist eine rühmliche Ausnahme - es erlangte seinen Status durch den Respekt vor den kulturellen, nicht den militärischen Leistungen der Griechen.

Antike Weltsprachen

In der Antike erhoben vor allem das Griechische, das Lateinische und davor noch das Reichs-Aramäische den Anspruch, Weltsprachen zu sein.

Alternativen

Bestrebungen, Plansprachen wie beispielsweise Esperanto als Weltsprachen oder bedeutende Verkehrssprachen zu etablieren, konnten sich bisher nicht durchsetzen.

Es gibt einige Sprachen mit vergleichsweise wenigen Sprechern und einer geringen geografischen Verbreitung, die aber als traditionsreiche Standard- und Ausbausprachen den so genannten Weltsprachen keineswegs unterlegen sind, zum Beispiel:

Vergleiche dazu auch: Sprachen der Vereinten Nationen

Siehe auch

Weblinks



(englisch)
Die deutsche Sprache in Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa: gestern, heute — und morgen?
Sprachenpolitik – Was ist die deutsche Sprache wert?






Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Weltsprache aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.