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Wiesbaden

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Seit dem 18. Jahrhundert gab es auch vereinzelt wieder katholische Gemeindeglieder in Wiesbaden, die anfangs der Kirche in Frauenstein eingepfarrt waren. Seit 1791 konnten sie auch in Wiesbaden wieder öffentlich Gottesdienst feiern und 1801 erhielten sie ihr eigenes Bethaus. Später bauten sie sich wieder eigene Kirchen. Sie gehören zur Diözese Limburg, die 1827 für das damalige Herzogtum Nassau neu gegründet wurde. Innerhalb des Bistums Limburg gehören die Pfarrgemeinden der Stadt Wiesbaden (mit Ausnahme der ehemals zur Stadt Mainz gehörigen Gemeinden, welche zum Bistum Mainz gehören) zur gleichnamigen Region Wiesbaden.


Inhaltsverzeichnis

Wirtschaft und Infrastruktur

Allgemeines

Wiesbaden als Teil des Rhein-Main-Gebietes ist in erster Linie eine Dienstleistungsstadt, auch aufgrund des hohen Verwaltungsanteils als Landeshauptstadt. Der Anteil der verarbeitenden Industrie ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen, er macht mittlerweile etwas weniger als ein Drittel der Wiesbadener Wirtschaftsleistung aus. Neben den üblichen Landesverwaltungen und Ministerien haben auch das Bundeskriminalamt, das Landeskriminalamt Hessen, das Statistische Bundesamt und die Deutsche Klinik für Diagnostik ihren Sitz in Wiesbaden. Der Tourismus, vor allem im Kurbereich und im Kongressbereich, hat einen nicht unerheblichen Anteil am wirtschaftlichen Leben, ist jedoch kein bestimmendes Element. Insgesamt haben etwa 12.000 Unternehmen vom Handwerksbetrieb bis zu größeren Konzernen ihren Sitz in Wiesbaden, darunter auch so bekannte Firmen wie Abott, Dyckerhoff oder Linde.

Kurbetrieb und Thermalquellen

Wiesbaden ist unter anderem berühmt für seine vielen natriumchloridhaltigen Thermalquellen, die für vielfältige Kuren genutzt werden. In erster Linie werden sie bei rheumatischen Erkrankungen und Katarren der Atmungsorgane eingesetzt. Die Anwendung erfolgt in erster Linie durch Badekuren und Bewegungstherapie sowie durch Trinkkuren und Schwimmen im Thermalwasser.

In der Innenstadt gibt es 26 heiße Quellen mit Temperaturen zwischen 46 und 66°C. Mit einer Ergiebigkeit von etwa 2 Millionen Litern täglich ist Wiesbaden damit das bei weitem ergiebigste deutsche Heilbad (zum Vergleich: an zweiter Stelle steht Baden-Baden mit 800.000 Litern täglich). Schon seit der Zeit der Römer sind in der Stadt Bäder in Betrieb und bis heute sind einige Quellen öffentlich zugänglich, wie zum Beispiel der Kochbrunnen (66°C), der mit alleine fast 500.000 Litern täglich die ergiebigste Quelle ist. Das römisch-irische Kaiser-Friedrich-Bad wird durch die Adlerquelle (64,4°C, 167 l pro Minute) versorgt. Ebenso wird das städtische Thermalbad im Aukammtal aus natürlichen Quellen gespeist. Daneben gibt es private Badehäuser, heute in der Regel Hotels, die Thermalbäder betreiben (Badehaus Rose, Schwarzer Bock, Goldenes Ross, Bären und Nassauer Hof). Neben dem Kochbrunnen gibt es noch einige weitere öffentliche Trinkhallen wie den Bäckerbrunnen (49°C, 65 l pro Minute) und Wiesbadens 27. Quelle, den Faulbrunnen (14°C, 27 l pro Minute), der seinen Namen Schwefelverbindungen mit ihrem typischen Geruch verdankt, aber wegen seiner geringen Temperatur nicht als Therme bezeichnet wird.

Besucher wie Johann Wolfgang von Goethe, Fjodor Dostojewski, Richard Wagner, Alexej von Jawlensky oder Johannes Brahms haben wegen der Quellen in Wiesbaden Station gemacht.

Nach dem Ersten Weltkrieg, als Wiesbaden seinen Ruf als Weltkurstadt verlor, wurde der bis dahin vorherrschende Kurbetrieb als Amüsementbetrieb auf die klinifizierte Kur umgestellt. Heute gibt es zahlreiche Kur- und Spezialkliniken. Die bekannteste ist die Deutsche Klinik für Diagnostik' (DKD).

Wein und Sekt

Wiesbaden liegt in der Weinanbauregion Rheingau, was sich am deutlichsten während der Rheingauer Weinwoche widerspiegelt, wenn der Schlossplatz am alten Rathaus für ein paar Tage zur "größten Weintheke der Welt" wird, wie der dazugehörige Slogan lautet. Auch das städtische Weingut am Neroberg, die vielen mittelständischen Winzer oder Sektkellereien wie Henkell & Söhnlein oder Fürst Metternich belegen dies.

Das kulturelle und vor allem das gastronomische Leben in Wiesbaden wird vom Wein mitgeprägt, was die Stadt in dieser Hinsicht von anderen Großstädten abhebt.

Verkehr

Die Stadt Wiesbaden ist gut an das deutsche Verkehrsnetz angeschlossen. Durch das südliche Stadtgebiet führt in West-Ost-Richtung die Bundesautobahn A 66 in Richtung Frankfurt am Main. Von ihr zweigen in Richtung Süden die A 643 nach Mainz und in Richtung Südosten die A 671 nach Rüsselsheim ab. Im Osten führt die A 3 von Frankfurt in Richtung Köln vorbei. Folgende Bundesstraßen führen durch das Stadtgebiet: B 54, B 262, B 263, B 417 und B 455.


Den öffentlichen Personennahverkehr ÖPNV bedienen Busse der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH (ESWEsowie anderer Unternehmen. Wiesbaden ist an das S-Bahn-Netz Rhein-Main angeschlossen. Der Hauptbahnhof ist Endhaltestelle der S-Bahn-Linien S 1, S 8 und S 9 aus Richtung Frankfurt am Main. Außerdem führt von Wiesbaden aus die rechte Rheinstrecke über Rüdesheim am Rhein bis nach Koblenz sowie die Ländchesbahn über die Vororte Erbenheim, Igstadt und Auringen/Medenbach nach Niedernhausen und von dort aus weiter nach Limburg an der Lahn. Weiterhin ist Wiesbaden seit der Fertigstellung der Neubaustrecke Frankfurt/Rhein-Main - Köln an das ICE-Netz angeschlossen und damit seit 2002 wieder ein Fernbahnhof. Alle Linien im Wiesbadener und Mainzer Stadtgebiet sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbunds zu benutzen.

Vor einigen Jahren wurde eine Wiesbadener Stadtbahn als Ergänzung zum Busliniennetz als Idee eingebracht. Dieses Projekt fand sowohl Befürworter als auch Gegner. Einige Parteien sprachen sich in der Stadtpolitik für dieses Projekt aus. Die Firma ESWE plante, die Stadtbahn bis zum Ende des Jahrzehnts zu verwirklichen. Der momentane Status ist unklar. Einige - nicht unbedingt objektive - Infos zum Thema Stadtbahn gibt es unter www.stadtbahn-ja.de/

Film und Medien

In Wiesbaden haben zahlreiche Medienunternehmen ihren Sitz. Beispielhaft sei hier der Standort Unter den Eichen genannt, an dem von 1964 bis 1974 das ZDF seinen ersten Sitz hatte, bevor es ins benachbarte Mainz umzog. Heute ist hier noch die Taunusfilm GmbH angesiedelt, in der zahlreiche Fernsehproduktionen durchgeführt werden, sowie der Fachbereich 9 der Fachhochschule Wiesbaden, an der man den Studiengang Medienwirtschaft absolvieren kann.

Daneben sind zahlreiche Verlage in der Stadt ansässig (unter anderem Deutscher Genossenschafs-Verlag, Verlag Dr. Th. Gabler, Westdeutscher Verlag und Vieweg)

In Wiesbaden erscheinen die Tageszeitungen "Wiesbadener Kurier" und "Wiesbadener Tagblatt".

Bildung

Wiesbaden besitzt eine Fachhochschule (Fachhochschule Wiesbaden Diese wurde 1971 durch Zusammenschluss von Ingenieurschulen in Geisenheim, Idstein und Rüsselsheim sowie der Werkkunstschule Wiesbaden gegründet und ist eine Fachhochschule des Landes Hessen.

Neben den Universitäten in Frankfurt am Main, Mainz und Darmstadt befindet sich im nahe gelegenen Oestrich-Winkel die renommierte private European-Business-School (EBSsowie in Idstein die Europa Fachhochschule Fresenius.

Das umfangreiche Bildungsangebot zeigt sich neben zahlreichen Grundschulen in 6 Berufsbildenden Schulen, 15 Gymnasien oder Gymnasialzweigen, 10 Realschulen oder -zweigen und 9 Hauptschulen oder -zweigen (insgesamt 7 Gesamtschulen).

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Sehenswürdigkeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten in Wiesbaden zählt unter anderem die evangelische Marktkirche, die im 19. Jahrhundert von Carl Boos erbaut wurde. Sie ist der erste reine Ziegelbau in Nassau, eine neogotische dreischiffige Basilika. Zentral gelegen gehört dieses 92 m hohe, eindrucksvolle Bauwerk zu den Wahrzeichen der Stadt und ist das höchste Gebäude in Wiesbaden. Sie begrenzt den Marktplatz mit dem historischen Marktkeller im Norden. Zwischen dem Marktplatz und dem Schlossplatz liegt das neue Rathaus, das von 1884 bis 1887 nach Plänen von Georg von Hauberrisser gebaut wurde. Die Fassade im Stil der Neorenaissance wurde 1945 durch Bomben zerstört, 1951 wurde das Rathaus in einer schlichteren Version wieder hergerichtet. Im Pflaster des Schlossplatzes vor dem Rathaus ist der Reichsadler eingelassen, flankiert vom nassauischen Löwen und den Lilien Wiesbadens. Am Schlossplatz steht das alte Rathaus, welches jetzt als Standesamt dient, das älteste noch erhaltene Gebäude der Stadt aus dem Jahre 1610. Ebenfalls an den Schlossplatz grenzt das ehemalige Stadtschloss der Nassauer, das jetzt Sitz des hessischen Landtags ist.

Am Rande der Innenstadt liegt der Kurpark, ein sehr schöne Erholungsanlage mit Spazierwegen und Teichen. Neben dem Kurpark erheben sich das Staatstheater mit den Theaterkolonnaden, das Kurhaus (das wohl bekannteste Wahrzeichen der Stadt) mit den Kurhauskolonnaden rund um das Bowling Green, eine Rasenanlage mit mehreren großen Springbrunnen. Das Bowling Green wird häufiger für kulturelle Freiluftveranstaltungen jeder Art genutzt, von großen Feierlichkeiten bis zu Konzerten aus allen musikalischen Bereichen.

Am Rhein befindet sich das Biebricher Schloss, die ehemalige Residenz der nassauischen Fürsten. Hier sitzen das Hessische Landesamt für Denkmalpflege, die Hessische Staatsbäderverwaltung und die Filmbewertungsstelle. Im angrenzenden Schlosspark findet alljährlich an Pfingsten das Internationale Reit- und Fahrturnier statt, auch kurz Pfingstturnier genannt.


Im Norden der Stadt erhebt sich der Neroberg, liebevoll auch der Hausberg genannt, von dort bietet sich ein schöner Blick über Wiesbaden. Zum Neroberg hinauf führt die Nerobergbahn, eine mit Wasserballast betriebene Standseilbahn, die seit 1888 in Betrieb ist. Sie bietet den schönsten Weg nach oben zum Gipfel des Neroberges. Am Hang des Neroberges liegt eine russisch-orthodoxe Kirche, die allgemein nur als die griechische Kapelle bezeichnet wird. Mit ihren goldenen Kuppeln (die mit echtem Blattgold verkleidet sind!), welches aufgrund der Lage weithin sichtbar ist, gehört auch sie zu den Wahrzeichen Wiesbadens. Ebenfalls am Neroberg liegt das städtische Weingut, der Wein wird jedoch nur zu offiziellen Anlässen verwendet und ist nicht im Handel erhältlich.

In Wiesbaden-Dotzheim ist ein Endbahnhof der Nassauischen Touristikbahn, die auf der Strecke der Langenschwalbacher Bahn, auch Aartalbahnenannt, einen Museumsbahnbetrieb unterhält. Die Bahnstrecke von Wiesbaden nach Diez steht als technisches Denkmal unter Schutz und ist mit etwa 60 km wohl das längste Denkmal Deutschlands.

Siehe auch Liste der Sehenswürdigkeiten von Wiesbaden.

Theater

Wiesbaden hat ein Literaturhaus, in dem Lesungen und andere Veranstaltungen ihren Ort haben: Die Villa Clementine liegt an der Wilhelmstraße/Frankfurter Straße.

Hotels

Clubs und Diskotheken

Wiesbaden bietet folgende Clubs und Diskotheken:

Regelmäßige Veranstaltungen

Persönlichkeiten

Die Ehrenbürger der Stadt Wiesbaden sind in der Liste der Ehrenbürger von Wiesbaden aufgezählt, weitere Söhne und Töchter der Stadt finden sich in der Liste der Persönlichkeiten der Stadt Wiesbaden. Die Oberbürgermeister sind in der Liste der Oberbürgermeister von Wiesbaden enthalten.

Listen und Chroniken

Chronik der Wiesbadener Eingemeindungen, Einwohnerentwicklung von Wiesbaden, Liste der Ehrenbürger von Wiesbaden, Liste der Oberbürgermeister von Wiesbaden, Liste der Persönlichkeiten der Stadt Wiesbaden, Liste der Sehenswürdigkeiten von Wiesbaden, Liste der Stadtbezirke von Wiesbaden, Liste Wiesbadener Straßennamen

Sonstige Artikel

Feldherrnviertel, Hessischer Landtag, Historisches Fünfeck, Kurhaus Wiesbaden, Neroberg, Nerobergbahn, Regierungsbezirk Wiesbaden, Rheingauviertel, Wiesbaden Hauptbahnhof, Wilhelmstraße (Wiesbaden)








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