Wildpark
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Der Wildpark steht im wesentlichen einerseits in der höfischen Tradition, wie z.B. auch der Zoo. Beispiele finden sich aber auch schon in der Antike. Andererseits steht der Wildpark in der Tradition der Landschaftgärtnerei (Pückler-Muskau u.a.). Als ländlicher (Wild-)Park gehört er zwar zur letzten Entwicklungsphase des Landschaftsgartens, jedoch auch zur heute noch nicht ganz vergesssenen Tradition grüner Oasen im Freiram der Länder.
Potsdam-Wildpark
Eines der ältestens und hervorragenden Beispiele für die Verknüpfung von höfischer Tradition und Landschaftsgärtnerei findet sich in Potsdam-Wildpark. Der Wildpark in Potsdam ist über 875 ha groß und befindet sich westlich unmittelbar neben dem Neuen Palais, das im Park Sanssoucis gelegen ist, der von der ältesten Gartenbaudirektion in Deutschland , nunmehr der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten, geführt wird.
Der Wildpark ist Teil des Königlich-Preußischen Gesamtkonzeptes für die Brandenburger Kulturlandschaft und die Insel Potsdam. In kulturhistorischer Sicht geht er auf eine programmatische Anregung Johann Moritz Fürst von Nassau-Siegen zurück, der dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, der bei seinem Aufenthalt 1634-1638 die Lustgärten nach holländischem Vorbild kennengelernt hatte, als Statthalter der brandenburgischen Besitzung Kleve den bedeutsamen Rat für die Gestaltung von Deutschlands Streusandbüchse und die Insel Potsdam erteilte: "Dies Eyland muß ein Paradies werden".
Friedrich Wilhelm IV. befahl in Konsequenz zu seinen Abrundungs- und Erweiterungsbauten in Sanssoucis 1843 seinem Hofgärtner Lenné die Anlage des Wildparks, der schon im 1833 erstellten "Verschönerungsplan der Umgebung von Potsdam" enthalten ist, der seinerseits wiederum Teil des 180 km² großen landschaftsgestalterischen Gesamtkunstwerkes entlang der Havel war.
Neben den landschaftsarchitektonischen und kulturhistorischen Aspekten ist der Wildpark auch ein Beispiel früher Preußischer (Sozial-)Politik, da "sich leider eine Klasse von Müßiggängern gebildet (hat), welche nur zu sehr geneigt ist, sich bei Straßentumulten werthätig zu betheiligen." Der König möge den "ärmeren Mitbürgern Hülfe" verschaffen und seine "Fürsorge den arbeiteten Klassen" zuwenden und zwar stets mit dem "lebendigen Interesse für die Verschönerung der Insel Potsdam".
Für die Verschönerung der Potsdamer Kulturlandschaft, insbesondere der Insel Potsdam und des Wildparks, und gegen Straßenbaumaßnahmen auf der Insel Potsdam und im Wildpark tritt der Wildpark e.V., Wildpark-West, (www.potsdam-wildpark.de) ein.
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