Wortschatz
www.infos-aus-germanien.info
Einordnung: Sprache, Schrift und Linguistik
- Was heißt Wortschatz auf:
Englisch - Französisch - Italienisch - Niederländisch und Schwedisch sowie Spanisch
- Sie wissen mehr über das Thema Wortschatz und möchten uns dazu etwas mitteilen?
Benutzen Sie dazu bitte unser Forum und eröffnen Sie einen neuen Thread zum Thema Wortschatz.
Als Wortschatz (auch Vokabular, Lexik[on]) bezeichnet man im Allgemeinen die Gesamtheit der Wörter, deren eine Person / Gesellschaftsschicht / Sprache mächtig ist.
Man unterscheidet zwischen passivem und aktivem (präziser: "produktivem") Wortschatz.
- Der passive Wortschatz wird vom Sinn her verstanden, wird jedoch nicht aktiv verwendet.
- Der aktive Wortschatz wird auch beim Sprechen benutzt, seine Einsatzmöglichkeiten sind soweit bekannt, dass sinnvolle verständliche Sätze damit geformt werden können.
Der Wortschatz der deutschen Standardsprache umfasst ca. 75.000 Wörter, die Gesamtgröße des deutschen Wortschatzes wird je nach Quelle und Zählweise auf 300.000 bis 500.000 Wörter bzw. Lexeme geschätzt. Ein durchschnittlicher Sprecher verfügt dagegen über einen aktiven Wortschatz von nur etwa 8.000 bis 10.000 Wörtern - zum Vergleich: in einem gewöhnlichen Kaufhaus findet man schon etwa 60.000 unterschiedliche Markennamen.
Im Allgemeinen reichen für Alltagsgespräche 400 bis 800 Wörter aus. Um anspruchsvollere Texte zu verstehen (Zeitschriften, Zeitungen, Klassiker) benötigt man 4.000 bis 5.000 Wörter, in Ausnahmefällen wie bei Goethe (ca. 80.000) oder Joyce (ca. 100.000) auch bedeutend mehr. Zum Vergleich: Der Duden enthält ca. 120.000 Stichwörter. Durch Flexion kann in flektierenden Sprachen aus vielen dieser relativ wenigen Grundformen ein mehrfaches an Wortformen entstehen, im Deutschen (ca. Faktor 10) zum Beispiel erheblich mehr als in dem die Flexion langsam verlierenden Englischen (ca. Faktor 4). Die Häufigkeitsverteilung von Wörtern lässt sich mit dem Zipfschen Gesetz beschreiben.
Ein Problem bei dem Messen des Umfangreichtums eines Wortschatzes kann beispielsweise die Frage darstellen, ob zusammengesetzte Wörter mitgezählt werden (z.B. "Blumenstrauß" - ein neues Wort, oder 2 Wörter? )
In etwa gilt: Je höher der Bildungsstand eines Menschen ist, desto größer ist dessen Wortschatz. Ein größerer Wortschatz hilft beim differenzierteren Informationsaustausch. Einfache Boulevardzeitungen nutzen einen Wortschatz von etwa 400 Wörtern, intellektuelle Tageszeitungen dagegen einen Wortschatz von etwa 5000 Wörtern. Ähnlich kann man Fernsehsendungen kategorisieren. Ein Wortschatz einer Person ist abhängig vom Interessensgebiet dieser Person (u.a. Fachterminologie).
Siehe auch: Lexikologie, Korpuslinguistik, Terminologie, Wörterbuch, Basiswortschatz, Basic English
Literatur
- Franz Dornseiff: Der deutsche Wortschatz nach Sachgruppen. Berlin 1934 (div. Neuauflagen)
- Duden: Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. Mannheim 2000
- Haß-Zumkehr, Ulrike: Deutsche Wörterbücher. Berlin 2001 (bes. Kap. 17: Umfang des Wortschatzes)
Weblinks
- weitere Weblinks
- Automatische Relationsanalyse des Deutschen Wortschatzes mit 9 Mio. Einträgen
- Suche nach Wortschatz Infos mit: Yahoo
