Zwillinge
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Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Zwillingen als Verwandtschaftsbeziehung. Andere Bedeutungen siehe Zwilling.
Zwillinge (lat.: gemini) sind 2 Kinder einer Mutter, die durch die gleiche Geburt zur Welt kommen.
| Inhaltsverzeichnis |
Formen der Zwillingsbildung
Die beiden bekanntesten Formen der Zwillingsentstehung sind:
- eineiige Zwillinge (monozygotisch): die befruchtete Eizelle teilt sich im Verlauf der Entwicklung in zwei Embryonalanlagen.
- zweieiige Zwillinge (dyzygotisch): zwei innerhalb eines Zyklus gereifte Eizellen werden von zwei Spermien befruchtet.
Zwei weitere überaus seltene Möglichkeiten der Enstehung von Zwillingen sind:
- Polkörperchenzwillinge: Polkörperchen entstehen bei der Reifeteilung des Eies im Eileiter, haben normalerweise keinen Zellleib und werden von der Gebärmutter abgestoßen. Ausnahmsweise können diese Polkörperchen einen kleinen Zellleib behalten, der dann neben dem reifen Ei auch von Spermien befruchtet werden kann. Es kommt zur Zwillingsbildung mit identische mütterlichen Merkmalen.
- Zwillinge aus zweikernigen Eizellen:In seltenen Fällen verfügt eine Eizelle über zwei Zellkerne. In einem solchen Fall können beide Kerne von Spermien befruchtet werden. Die Zwillinge haben daher mütterlicherseits die gleichen Erbanlagen, unterscheiden sich aber in den vom Vater geerbten Anlagen. Hierbei handelt es sich zwar nur um ein Ei. Da sich das Ei bereits vor der Befruchtung teilt, wird diese Form nicht zu den klassischen eineiigen Zwillingen gezählt.
Formen eineiiger Zwillinge
Ursache für die verschiedenen Entwicklungen von eineiigen Zwillingen ist die Spezialisierung der Zellen in den ersten Tagen nach der Befruchtung. Sind die Zellen in den ersten drei Tagen noch gleich, so spezialisieren sie sich danach: Einige bilden den ernährenden Teil (Trophoplast, bildet die Plazenta), die anderen den embryonalen Teil (Embryoblast). Bei dieser Spezialisierung wird die äußere Eihaut (Chorion) gebildet, einige Tage später entsteht die innere Eihaut (Amnion). Diese Eihäute können nicht geteilt werden. Je nachdem, ob die Teilung vor oder nach der Bildung der äußeren Eihaut abgeschlossen war, werden zwei oder nur eine äußere Eihaut gebilet, analog bei der inneren Eihaut.
- Teilung bis zum dritten Tag nach der Befruchtung (dichoriale Zwillinge):Es findet eine vollständige Teilung statt. Beide Eier nisten sich unabhängig voneinander in der Gebärmutter ein. Es entstehen zwei Fruchtblasen.
- Teilung zwischen dem 3. und 7. Tag nach der Befruchtung (monochorial-diamniale Zwillinge):Es findet eine vollständige Teilung des embryonalen Teiles, nicht jedoch des ernährenden Teiles, statt. Die beiden Embryonen nisten sich gemeinsam in der Gebärmutter ein. Es entstehen zwei Fruchtblasen, die jedoch von einer gemeinsamen Eihaut umgeben sind.
- Teilung nach dem 7. Tag nach der Befruchtung (monochorial-monoamnial):Die beiden Embryonen teilen sich eine Fruchtblase. Findet die Teilung erst nach dem 13. Tag nach der Befruchtung statt, kann diese Teilung häufig nicht mehr vollständig erfolgen; es kommt zur Bildung von Siamesische Zwillingen.
In seltenen Fällen können eineiige Zwillinge verschiedene Geschlechter haben. Bei einer unvollständigen Teilung kann das Y-Chromoson verloren gehen. Das Kind ohne Y-Chromoson entwickelt sich dadurch zum Mädchen. Diese Mädchen leiden dann unter den Folgen des Turner-Syndroms.
Formen zweieiiger Zwillinge
Zweieiige Zwillinge entstehen, wenn innerhalb eines Zyklus zwei Eizellen reifen und befruchtet werden. Diese müssen nicht im selben Geschlechtsakt befruchtet werden. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass zweieiige Zwillinge von zwei unterschiedlichen Vätern sind.
Häufigkeit von Zwillingsgeburten bei Menschen
Weltweit ist im Schnitt jede 80. Geburt eine Zwillingsgeburt. Hierbei gibt es jedoch regionale Unterschiede: Bei den Yoruba ist es zum Beispiel jede 6. Geburt, in Japan nur jede 200.
In Europa kann eine deutliche Häufigkeitsabnahme von Norden nach Süden nachgewiesen werden. Auffallend hoch ist der Anteil an zweieiigen Zwillingen in Finnland.
Durch künstliche Befruchtungen in den reichen Ländern nehmen Mehrlingsschwangerschaften in den letzten Jahren zu.
Insgesamt sind von allen Zwillingen auf der Welt etwa zwei Drittel zweieiig und ein Drittel eineiig.
Zwillingsforschung
Die Zwillingsforschung erlaubt interessante Aussagen bezüglich der Frage, welcher Anteil des menschlichen Verhaltens durch das Erbgut und welcher durch die Umwelt bedingt ist.
Berühmte Zwillinge in Realität und Literatur
- Die Kessler Zwillinge
- Das doppelte Lottchen (Kinderbuch von Erich Kästner)
- Mary-Kate und Ashley Olsen (amerikanische Schauspielerinnen)
- Caroline und Georgina Evers-Swindell (neuseeländische Ruderinnen und Olympiasiegerinnen)
Siehe auch
Siamesische Zwillinge, Mehrlingsgeburt, Zwillingsschlupf
Literatur
- Eiigkeitsdiagnose bei jugendlichen Zwillingen mit Fragebogen. Ärztliche Jugendkunde 71 (1980), S, 105-109.
- Zwillinge - die doppelt süße Last von Lydia Hauenschild (teilweise negativierend geschrieben, aber trotzdem interessant)
- Suche nach Zwillinge Infos mit: Yahoo
